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Dr. Gerhard Hanke starb am 11. Juni 1998.

Gerhard Hanke starb vor 20 Jahren

Er war das „lebendige Gedächtnis“ der Stadt

Am heutigen Montag jährt sich der Tod des großen Dachauer Historikers und Heimatforschers Dr. Gerhard Hanke zum 20. Mal. Hanke gründete die heimatkundliche Fachzeitschrift „Amperland“. Er wurde mit vielen Ehrungen ausgezeichnet, darunter das Bundesverdienstkreuz.

Dachau– Seit 1958 hatte sich Hanke für die Geschichte Dachaus eingesetzt und sie wissenschaftlich erforscht, wie die Stadt Dachau in einer Presseerklärung mitteilt. Bereits 1965 mündeten seine Erkenntnisse in die Gründung der heimatkundlichen Fachzeitschrift „Amperland“, die er bis zu seinem Tod 1998 betreute. 1980 erhielt er für sein Wirken die Silberne Bürgermedaille der Stadt Dachau, und für seine Verdienste als Heimatforscher im Dachauer Land ist Dr. Gerhard Hanke 1984 das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. 1989 wurde er mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Dachau ausgezeichnet. Die Landkreisverdienstmedaille in Silber erhielt er 1990 für „die geschichtliche Darstellung des Dachauer Landes“. 1993 folgte der Kron-Maus Kulturpreis der Überparteilichen Bürgergemeinschaft Dachau.

„Seine“ Zeitschrift Amperland erhielt 1995 den Bundespreis der deutschen Heimatzeitschriften und 2004 den Tassilo-Preis der Süddeutschen Zeitung. Nach seinem Tod übernahm die Schriftleitung eine sechsköpfige Redaktion, die die sechs Träger repräsentiert. Seinen umfangreichen wissenschaftlichen Nachlass hat Dr. Hanke per Testament dem Stadtarchiv Dachau vermacht. Am 18. Januar 2000 wurde ihm zu Ehren im Baugebiet Weblinger Hang der Dr.-Gerhard-Hanke-Weg benannt.

Hanke war am 22. Mai 1924 im Forsthaus zu Biela bei Bodenbach in Böhmen geboren worden. Sein Vater war Professor an einer Ackerbauschule. Seine Jugend verbrachte Hanke in Friedland. In Reichenberg besuchte er das Realgymnasium. Bereits im Elternhaus wurde in ihm das Interesse für die Herkunft der Familie und für die Entwicklung der heimatlichen Landschaft geweckt. Schon mit 16 Jahren unternahm er seine ersten heimatgeschichtlichen Forschungen. 1942 wurde er Soldat und erlebte das Kriegsende in Oberösterreich. Nach der Vetreibung kam die Familie nach Bayern. Sein Vater wurde Professor an der Ackerbauschule in Landsberg, während er selber in Dillingen und München Staatswissenschaften und Wirtschaftsgeschichte studierte. 1958 kam er mit seiner Familie nach Dachau und 1961 übernahm er im Collegium Carolinum, einem neuen Forschungsinstitut der LMU unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Bosl, die Stelle eines Wissenschaftlichen Sekretärs.

In Dachau lernte man ihn aufgrund seiner profunden Kenntnisse, aber auch wegen seiner liebenswürdigen Art sehr schnell zu schätzen und 1978 wurde ihm die ehrenamtliche Stelle des Dachauer Stadtarchivars übertragen. In den Jahren 1996/97 erreichte er es, dass diese Stelle hauptamtlich besetzt wurde, so OB Florian Hartmann in der Pressemitteilung.

„Sein plötzlicher Tod am 11. Juni 1998 war ein unerwarteter und schwerer Schlag für Dachau“, so der OB. Die Stadt verlor „nicht nur einen großen Bürger, sondern das im wahrsten Sinne des Wortes ,lebendige Gedächtnis‘ der Stadt Dachau“.  dn

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