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Ein 62-Jähriger wurde vom Amtsgericht verurteilt, weil er vor Teenies onaniert hatte. Sie leiden bis heute an den Folgen des Vorfalls. 

Bis heute leiden die Teenager

Gericht verurteilt Dachauer, der vor Jugendlichen am See onanierte

Ein 62-Jähriger Dachauer wurde vom Amtsgericht verurteilt. Er hat vor zwei Minderjährigen an einem Baggersee onaniert. Bis heute leiden sie unter den Folgen des Vorfalls.

Dachau – Ein Spätsommertag im Jahr 2014: Die beiden Dachauerinnen (damals 15 und 16 Jahre alt) wollen sich in einem Baggersee abkühlen. Sie schwimmen hinaus – bis sie merken, dass sich jemand an ihren Taschen am Ufer zu schaffen macht. Sie kehren um und sehen, wie ein älterer Mann mit heruntergelassener Hose zu ihnen blickt. Nebenher onaniert er.

Wie wurde der 62-Jährige geschnappt?

„Hauen Sie ab, wir rufen die Polizei“, schrien die beiden, den 62-Jährigen ließ das kalt, er befummelte sich weiter. Erst als die Mädchen ihre Taschen erreichten und ihre Handys nahmen, um die Polizei zu rufen, floh er. Oberkörperfrei sprintete er durch Büsche und Bäume zu seinem Auto an der Schleißheimer Straße. Hinzugeeilte Freunde der beiden Mädchen verfolgten ihn, notierten das Kennzeichen seines SUV. Als die Polizeibeamten später die Adresse des Täters aufsuchten, öffnete der Mann erst nach langem heftigem Klopfen – übersät mit Kratzern und Wunden. Eine Blutprobe brachte 1,25 Promille – er sei angetrunken gewesen, sagte der Angeklagte vor Gericht.   

Mädchen sind seitdem nie wieder an den See gegangen

Die Staatsanwältin und Richter Tobias Bauer sprachen von „allesamt nachvollziehbaren, widerspruchsfreien und schlüssigen Zeugenaussagen“ – der Angeklagte bestritt derweil die Vorwürfe. Er habe nur nackt schwimmen wollen. Der FKK-Strand befindet sich aber am anderen Ende des Sees. Erst zum Schluss des Prozesses entschuldigte er sich für seine Taten und räumte sie damit ein. Für ein milderndes Urteil war das zu spät. Der Tag hat Spuren hinterlassen.

Die beiden Mädchen waren seitdem nie wieder an dem See. „Jedes Mal, wenn man daran vorbeifährt, wird man daran erinnert“, erzählt die Ältere der beiden. Zum Baden gehen sie nun an den Karlsfelder See. Neun Monate auf Bewährung forderte die Staatsanwältin. Das Urteil des Richters: sechs Monate zur Bewährung. Beide waren von der Schuld des Angeklagten überzeugt. „Es spricht selbst nach längerer Überlegung nichts entlastend für Sie“, sagte der Richter. Was wie eine Bagatelle-Tat aussehe, könne bei den Opfern gravierende Folgen herbeirufen, betonte er. 

Till Hey

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