Berkay Kengeroglu kn

Interview mit dem Dachauer Jugendrat Berkay Kengeroglu

„Man profitiert persönlich davon“

Gespräch mit dem Dachauer Jugendrat Berkay Kengeroglu, warum Jugendliche in der Kreisstadt diesem Gremium angehören sollten.

Dachau – Jugendliche und junge Erwachsene, die am 20. März mindestens 13, aber noch keine 21 Jahre alt sein werden, können sich bis zum 12. Februar als Kandidaten für den Dachauer Jugendrat aufstellen lassen. Dieses Gremium wird alle zwei Jahre gewählt, ist im Stadtrat antragsberechtigt und bekommt ein eigenes Budget zugewiesen.

Berkay Kengeroglu ist seit über drei Jahren Jugendratsmitglied und Sprecher des Gremiums. Der 17-Jährige besucht die 12. Klasse des Josef-Effner-Gymnasiums. Im Interview erzählt er, was der Jugendrat ist, wie er arbeitet und warum das Mitmachen so viel Spaß bringt.

-Herr Kengeroglu, wie sind Sie zum Jugendrat gekommen?

Ich habe mich schon früh für das Organisieren von Partys interessiert, in der Schule bin ich schon lange in der SMV aktiv. Weil die Satzung damals erst 14-Jährige für den Jugendrat zugelassen hat, konnte ich erst ab August an den Sitzungen teilnehmen. Im Dezember 2014 habe ich mich dann außerordentlich vom Jugendrat wählen lassen und bin ins Gremium nachgerückt.

-Sie sagen „außerordentlich“ – wie laufen die Wahlen normalerweise ab?

Bei den regulären Wahlen alle zwei Jahre verschickt die Abteilung Jugend der Stadt Dachau Briefe an alle Dachauer zwischen 13 und 21 und fragt sie, ob sie kandidieren wollen. Den Wahlvorschlag kann man sich übrigens auch von der Website „Jugend in Dachau“ herunterladen. Wenn alle Vorschläge eingereicht sind, werden wieder Briefe mit einer Liste der Kandidaten geschickt, von denen dann maximal 15 per Briefwahl gewählt werden.

-Wie sehen denn die Aufgaben eines Jugendrats aus?

Wir treffen uns zwei Mal im Monat in unserem Büro in der Burgfriedenstraße 3 zu unseren öffentlichen Sitzungen. Da diskutieren wir dann aktuelle Jugendthemen, stellen Anträge und stimmen darüber ab. Wir verfügen über ein jährliches Budget von 6000 Euro – wir können also wirklich viele Projekte realisieren.

-Was sind das aktuell für Projekte?

Jeden Januar verleihen wir den Jugendpreis für besondere Verdienste um die Dachauer Jugend. Da organisieren wir von den Bewerbungen der Preisträger bis zur Verleihungsfeier alles selbst. Erst vergangenes Jahr haben wir dann für 1000 Euro Bierbänke, Grills, Fritteusen und eine Bluetooth-Box für den Dachauer Skatepark gekauft, die in einem Container vor Ort für uns und die Skater verfügbar sind. Davon sind alle wirklich begeistert. Für 2018 planen wir eine Bücherzelle, also eine Art Mini-Bücherei, aus der man jederzeit Bücher ausleihen oder Bücher tauschen kann.

-Also organisiert der Jugendrat vor allem und bewilligt Gelder?

Nein, manchmal ist auch Ärmel hochkrempeln angesagt. Im Juli beispielsweise helfen wir tatkräftig mit, den Dachauer Skatecontest und das Sommerfest zu organisieren – das bedeutet manchmal eben auch Bierbänke tragen. Das macht die Arbeit beim Jugendrat ja so schön und abwechslungsreich.

-Also können Sie eine Kandidatur nur empfehlen?

Auf jeden Fall! Man profitiert persönlich davon. Eigene Standpunkte finden und vertreten, Events organisieren und Verantwortung für eigene Projelte übernehmen – das macht erstens Spaß und bringt einen zweitens weiter. Und auch wenn man nicht direkt mitmachen will: Jeder kann kommen und uns Vorschläge machen. Das kommt immer noch viel zu selten vor, dabei gibt es den Jugendrat doch extra für die Dachauer Jugendlichen.

Interview:

Matthias Schneider

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