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Urkunde und Ehrennadel: Gesundheitsministerin Melanie Huml (rechts) verlieh Maria Stimper am Mittwoch in München die Auszeichnung „Weißer Engel“. Nur maximal 70 Personen werden jedes Jahr mit dem Titel geehrt. 

Hohe Auszeichnung für Dachauer Ehrenamtliche

Maria Stimper ist ein Engel

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Die Patienten im Dachauer Helios Amper-Klinikum wissen es schon lange: Maria Stimper ist ein Engel! Gesundheitsministerin Melanie Huml ernannte die 71-Jährige jetzt zum „Weißen Engel“.

Dachau/München – Seit 2012 ist Maria Stimper als ehrenamtliche, sogenannte Grüne Dame im Dachauer Klinikum tätig und kümmert sich dabei um Patienten der Fachbereiche Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie Gefäßchirurgie. Ihr Ehrenamt besteht darin, dass sie die Patienten am Krankenbett besucht, ihnen Mut macht, Trost spendet und zuhört.

Das bayerische Gesundheitsministerium, das einmal im Jahr maximal 70 Personen für deren ehrenamtliches Engagement im Gesundheits- und Pflegebereich auszeichnet, würdigte den Einsatz Stimpers nun mit der Auszeichnung „Weißer Engel“.

Tatsächlich ist die Auszeichnung mehr als verdient. Seit Jahren setzt sich die frühere Finanzbuchhalterin für die Allgemeinheit ein: Sie war Mitglied im Dachauer Seniorenbeirat und unterstützte die Arbeiterwohlfahrt im Landkreis. 2009 wurde sie dafür bereits von Landrat Hansjörg Christmann ausgezeichnet.

Seit sechs Jahren nun ist Maria Stimper fester Bestandteil des Krankenhaus-Besuchsdienstes; wegen ihrer grünen Kittel werden die Ehrenamtlichen als „Grüne Damen und Herren“ bezeichnet.

Das mittlerweile 20-köpfige „Grüne Team“ setzt sich dabei aus Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergrunds zusammen: Es machen Rentner mit, aber auch Hausfrauen und Studenten. Ihnen allen, so erklärt Maria Stimper gegenüber der Heimatzeitung, gehe es dabei darum, „der Gesellschaft und dem Staat etwas zurückzugeben“.

Was Maria Stimper nämlich in der heutigen Zeit etwas zu kurz kommt, ist Dankbarkeit. „Wir sind im Wirtschaftswunder groß geworden. Unsere Kinder haben eine gute Ausbildung bekommen, wir haben eine gute Rente. Wir jammern wirklich auf sehr hohem Niveau!“ Klar, ihre Generation habe viel arbeiten müssen, sie selbst habe 50 Jahre Arbeitsleben hinter sich. Aber, im Gegensatz zu jungen Menschen heute, „haben wir noch gelernt, zufrieden zu sein“.

Auch wenn sie daher die Auszeichnung durch Huml in gewisser Weise natürlich als Genugtuung und Anerkennung ihrer Arbeit empfindet, ist ihr die Würdigung von höchster Stelle fast ein bisschen unangenehm. In aller Bescheidenheit betont sie daher, dass sie Urkunde und Ehrennadel nur „stellvertretend für das Team in Empfang genommen“ habe. Denn: „Es hätte jede von uns verdient!“ In der nächsten Team-Sitzung der „Grünen Helfer“ am Klinikum werde sie die Auszeichnung der Ministerin „rumgehen lassen“. Indem sie nun nach München eingeladen worden sei, „haben die ,Grünen Damen’ in Dachau endlich ein Gesicht bekommen“.

Als Last empfand die 71-Jährige ihre vielen Ehrenämter nie. „Man bekommt ja auch was zurück“, betont sie . Viele, gerade ältere Patienten im Krankenhaus würde sie schon seit langem kennen. Aus Angst, ihren Angehörigen zur Last zu fallen, wären diese für die Dienste der „Grünen Damen und Herren“ besonders dankbar. Manche würden es daher kaum erwarten können, dass sie von Stimper und Co. besucht werden. „Auf di hob i scho gwart“ sagen sie dann zu Helfern. Und die nehmen sich umso lieber die Zeit, den Kranken zur Seite zu stehen,

A propos Zeit: Die häufige Klage, dass das deutsche Gesundheitssystem generell und das Dachauer Krankenhaus im speziellen nicht gut seien und Pflegekräfte wie Ärzte zu wenig Zeit für die Patienten hätten, will Stimper nicht gelten lassen. Im Vergleich zu Ländern wie England oder Italien „haben wir ein gutes Gesundheitswesen“! Nirgendwo sei es möglich, dass sich eine Schwester – wie es die „Grünen Helfer“ tun – einfach mal 30 Minuten ans Bett eines Kranken setzt. Auch Schwestern seien überall knapp, nicht nur in Dachau.

Ministerin Huml fand es daher umso wichtiger, dass es Menschen wie Maria Stimper gibt. Bei der Preisverleihung betonte sie denn auch: „Die ehrenamtlich Tätigen sind Vorbilder für gelebte Mitmenschlichkeit. Es sind Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen.“

Wie lange Maria Stimper diesen Beitrag noch leisten und ehrenamtlich in der Klinik arbeiten will, kann die 71-jährige Dachauerin nicht sagen. Noch sei sie fit und habe Spaß daran. Aber klar, ihre gesundheitliche Situation könne sich auch irgendwann einmal ändern. Und dann, sagt die „Grüne Dame“, „würde ich mich auch über ein freundliches Gesicht im Krankenhaus freuen“.

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