Tarifstreit mit Helios Amper-Kliniken ag

Gewerkschaft dehnt Warnstreik auf zwei Tage aus

An den Helios Amper-Kliniken Dachau und Indersdorf streikt am heutigen Mittwoch und sogar am Donnerstag erneut das Pflegepersonal.

Dachau/Indersdorf – Im Tarifstreit des Krankenhausbetreibers mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gibt es zwar Annäherungen in Sachen Einkommensverbesserung, doch „ohne verbindliche Lösungen zur Entlastung des Personals steht eine Einigung in den Sternen“, so Christian Reischl, ver.di-Unterhändler für die Amper Kliniken AG.

Die zweitägige Arbeitsniederlegung führte zu einem Streit der beiden Parteien, was die Versorgung der Patienten betrifft, obschon eine Notfallversorgung gesichert sei, wie Helios versichert.

Der zweite Warnstreik nach einem eintägigen Ausstand im September dauert am Mittwoch und Donnerstag jeweils von 6 bis 22 Uhr und sei laut ver.di gerechtfertigt, denn „die Geschäftsführung mauert bei sämtlichen Fragen einer Entlastung ihres Personals, sobald es verbindlich wird“, so Verhandlungsführer Robert Hinke. „Selbst unser Kompromissvorschlag nach einem Ausfall- und Konsequenzenmanagement bei Überlastungssituationen wird abgewiesen. Standards, die man eigentlich erwarten kann.“

Die Amper-Kliniken AG sieht die Sache anders. Klinikgeschäftsführer Thomas Eberl: „Den von ver.di initiierten Warnstreik betrachten wir als unverhältnismäßig und vollkommen unangemessen. Wir bieten derzeit eine deutliche Tarifsteigerung und haben ver.di zudem weitere Angebote unterbreitet, mit denen wir die Arbeitsbedingungen unserer Beschäftigten im nicht-ärztlichen Dienst positiv weiterentwickeln.“

Doch was passiert während des Ausstands mit den Patienten? Hierzu machen die beiden Parteien völlig unterschiedliche Angaben. Man habe Helios eine Notdienstvereinbarung angeboten. Aber die Klinikleitung wolle in ihrem Vorschlag unter anderem nur einen Warnstreiktag zulassen, so ver.di, was man nicht akzeptieren könne. „Wir werden uns einseitig an unsere Notdienstvereinbarung halten, welche sich ja auch bereits beim ersten Warnstreik betrieblich bewährt hat. Für auftretende Probleme haben wir Ansprechpartner benannt“, erklärte Hinke.

Laut Helios habe ver.di einen Vorschlag der Klinikleitung für eine tragfähige Notdienstvereinbarung für die Streiktage abgelehnt. Mit der von ver.di angebotenen Minimallösung einer Notdienstvereinbarung sehe Helios sich jedoch nicht in der Lage, seiner Verantwortung für die Patienten ordnungsgemäß nachkommen zu können, so Helios-Pressesprecher Marten Scheibe.

Um die medizinische und pflegerische Versorgung dennoch sicherzustellen, werde Helios die Notdienstarbeiten an beiden Standorten selbst organisieren, der die Versorgung (auch Therapien) garantiere.

Die Gewerkschaft hat für Mittwoch Landrat Stefan Löwl sowie die Sprecher und Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen eingeladen, für den Donnerstag sollen Bundestagsabgeordnete zu den Streikenden kommen. Es bleibt abzuwarten, ob die Politik der Einladung folgt und vor allem: zwischen der Parteien vermitteln kann.

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