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Gold-Status für das MD-Gelände in Dachau

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Von: Stefanie Zipfer

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Stolz auf ihr Zertifikat: die Isaria-Vertreter Martina Reuter, David Christmann (Zweiter von links) und Michael Gerstner (rechts). Gregor Grassl (Zweiter von rechts) gratulierte zum Gold-Status des künftigen MD-Geländes.
Stolz auf ihr Zertifikat: die Isaria-Vertreter Martina Reuter, David Christmann (Zweiter von links) und Michael Gerstner (rechts). Gregor Grassl (Zweiter von rechts) gratulierte zum Gold-Status des künftigen MD-Geländes. © Norbert Habschied

Das Wohnungsbauunternehmen Isaria ist stolz: Für die geplante Bebauung des MD-Geländes in Dachau gab es eine Zertifizierung - einen Gold-Status.

Dachau – „Wir sind bereit“ lautete die Botschaft der Isaria-Vertreter beim jüngsten Pressetermin auf dem MD-Gelände. Das Wohnungsbauunternehmen hat für teures Geld eine Zertifizierung für nachhaltiges Bauen auf dem 14 Hektar großen Areal durchlaufen und dafür zur Feierstunde geladen. Jetzt sind die Stadträte am Zug.

Der erste Satz, der bei der Feierstunde am Isaria-Infoturm an der Ostenstraße am vergangenen Donnerstag geäußert wurde, lautete: „Wir sind bereit!“ Diese Botschaft, formuliert von den Isaria-Vertretern in ähnlichen Worten, war dann in der nachmittäglichen Sommerhitze noch öfter zu hören. Adressaten der Aussage waren, klar, die Gäste aus dem Rathaus: Bürgermeister Kai Kühnel, Bauamtsleiter Moritz Reinhold und Klimamanager André Suck.

Die gute Nachricht für die Isaria an dem Tag war, dass die Stadt überhaupt Vertreter zu dem Termin schickte. Beim letzten offiziellen Termin auf dem Gelände, als das Ende der Abbrucharbeiten gefeiert worden war, war aus dem Rathaus überhaupt niemand gekommen (wir berichteten).

Gold-Zertifikat für MD-Bebauung in Dachau

Auch der Anlass für die Zusammenkunft am Donnerstag war ein freudiger. Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifizierte die künftige Bebauung des geplanten „Mühlbachviertels“ mit dem Gold-Status. Laut David Christmann, Sprecher der Isaria-Geschäftsführung, sei es im Deutsche-Wohnen-Konzern, zu dem die Isaria ja gehört, durchaus üblich, sich seine Hochbauprojekte von der DGNB zertifizieren zu lassen. Einzigartig an dem Zertifikat für das MD-Projekt sei nun, dass hier bereits vor dem ersten Spatenstich die gesamte Rahmenplanung zertifiziert werde.

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„Das ist quasi wie ein goldener Rahmen für die spätere Bebauung“, so Christmann. Man denke damit „ganzheitlich“. Die Kosten für den Zertifizierungsprozess sind dabei nicht unerheblich: „Zwischen 50 und 100 000 Euro“, so der Isaria-Chef, habe sein Unternehmen in den Nachweis seiner Nachhaltigkeitsbemühungen investiert.

Was das Zertifikat nun konkret bedeutet, erläuterte Gregor Grassl, der für das Bauberatungsunternehmen Drees und Sommer den DGNB-Zertifizierungsprozess begleitet hatte. Demnach habe man „ökologische sowie soziokulturelle, ökonomische, technische und prozessuale Zielgrößen für das Endergebnis“, also das neue Stadtviertel, definiert und gleichzeitig „Maßnahmen und Konzepte erarbeitet“, wie diese Zielgrößen dann beim Bau umgesetzt werden sollen.

Als konkrete Beispiele nannte Grassl unter anderem ein „gutes Stellplatzkonzept“, das einen reduzierten Stellplatzschlüssel für das noch zu bauende Stadtviertel vorsieht; die künftigen Nutzer sollten stattdessen, so der Plan, auf andere Mobilitätsformen zurückgreifen. Ob der Stadtrat dieses Konzept allerdings mittragen wird, ist offen.

Auch solle es im neuen „Mühlbachviertel“ eine schonende Beleuchtung geben – Stichwort: Lichtverschmutzung – und auch die verwendeten Baumaterialien sollen möglichst ökologisch verträglich sein. Nach dem sogenannten Schwammstadtprinzip soll auch das Regenwassermanagement so ausgerichtet werden, dass die tierischen wie pflanzlichen Bewohner des Viertels möglichst gut vor Hitze und Trockenheit geschützt werden. Grassl: „Man soll dort einen Sommertag auch genießen können.“

Und schließlich schaue das Konzept auch Jahrzehnte in die Zukunft, indem es gleich ein Rückbaukonzept mitliefert. „Enkelgerecht denken“, so Grassl, laute das Schlagwort. Denn auch wenn man heute noch nicht daran denke, die Gebäude abzureißen, so müsse man zumindest einplanen, dass sie früher oder später in irgendeiner Form umgebaut werden müssten.

Isaria-Chef David Christmann nickte bei Grassls Ausführungen zustimmend. Lediglich bei dessen Ankündigung, die Isaria werde auch für Biodiversität sorgen und „neue Tierarten ansiedeln“ müssen, stutzte er. „Toll“ finde er es, wenn er auf diesem Wege nun erfahre, dass er auch für die Ansiedlung von Tieren zuständig sei. „Das machen wir natürlich“, so Christmann, „allerdings würden wir hier erst mal lieber Menschen ansiedeln“.

Dies brachte ihn dann auch wieder zurück zum eigentlichen Thema des Termins: „Jetzt geht’s an die Umsetzung, wir können loslegen“, betonte Christmann in Richtung Kühnel & Co. Ob dies der Stadtrat auch so sieht, wird sich am Dienstag, 12. Juli, im Bau- und Planungsausschuss zeigen. Dann nämlich wird – wieder einmal – über den Bebauungsplanentwurf für das Großprojekt gesprochen.

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