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Ein Bild aus glücklichen Tagen: Die Retriever-Hündin Luna und Frauchen Edeltraud Knöbl.

Anzeige erstattet

Golden Retriever vergiftet: Luna ringt mit dem Tode

Dachau - Noch ist ungewiss, ob Luna überleben wird. Der acht Jahre alte Golden Retriever ist allem Anschein nach mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel vergiftet worden und ringt mit dem Tode. Frauchen Edeltraud Knöbl hat Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

Hündin Luna torkelte, zitterte, bekam Krämpfe. Jetzt liegt der Golden Retriever der Dachauerin Edeltraud Knöbl auf der Intensivstation in der Tierklinik Germering. Luna hatte Schneckenkorn gefressen. Ein blaues Abwehrmittel gegen die Pflanzenschädlinge. „Jemand muss ihr das Schneckenkorn versteckt in Fleisch oder einer Wurst als Köder ausgelegt haben“, vermutet Edeltraud Knöbl und erstattete Anzeige gegen unbekannt.

Am Montagnachmittag war die achtjährige Hündin bei einem befreundeten älteren Ehepaar im Garten. „Mein Lebensgefährte und ich arbeiten beide“, erzählt Edeltraud Knöbl. Gegen fünf Uhr nachmittags holte die 61-Jährige ihre Luna ab. „Da war sie noch gut drauf.“ Doch kaum daheim angekommen, verhielt sich Luna orientierungslos und unruhig.

Edeltraud Knöbl merkte: „Irgendetwas stimmt mit nicht mit dem Tier.“ Gegen 17.45 tauchte die 61-Jährige schließlich das erste Mal beim Tierarzt auf. Die Diagnose: Überanstrengung; der Arzt verabreichte eine Schmerzspritze.

Edeltraud Knöbl fuhr mit Luna wieder nach Hause. Doch daheim verschlechterte sich Lunas Zustand weiter. Die Hündin wurde immer orientierungsloser, wollte nichts mehr fressen. Also ging es um 22.30 Uhr erneut zum gleichen Tierarzt. Der Tiermediziner tippte nun auf Kalziummangel, ausgelöst durch eine falsche Ernährung. Die Hündin bekam eine Infusion.

Wieder daheim, verschlechterte sich der Zustand des Hundes. Krämpfe setzten ein. „Ab Mitternacht ist dann der Todeskampf losgegangen“, erzählt die Dachauerin mit brüchiger Stimme. Edeltraud Knöbl und ihr Lebensgefährte Thomas Junige sahen nur noch einen Ausweg: Luna musste in die nächstgelegene Tierklinik in Germering. Dort die entscheidende Diagnose: Luna ist mit Schneckenkorn vergiftet worden. „Das hat die Ärztin sofort festgestellt.“

Über zwei Stunden lang versuchten die Ärzte das Gift aus Lunas Körper zu bekommen. Sechs Mal pumpten sie den Verdauungstrakt des Tieres leer. Außerdem erblindete die Hündin durch das Nervengift.

Heute liegt Luna immer noch auf der Intensivstation. Die Überlebenschancen war laut den Tierärzten gering. Als Edeltraud Knöbl ihre Luna das letzte Mal besuchen durfte, konnte die Hündin aber bereits wieder ein bisschen sehen. „Wir sind mittlerweile positiver, dass sie durchkommen wird“, meint Edeltraud Knöbl hoffnungsfroh.

Die Dachauerin macht dem Tierarzt Vorwürfe: „Sogar als Laie hätte man doch eine Vergiftung des Tieres zumindest in Betracht ziehen müssen.“ Die Dachauerin hat starke Argumente dafür, dass jemand das Tier bewusst mit einem Köder vergiftet hat: Knöbl selbst benutzt Schneckenkorn in ihrem Garten, das Luna allerdings nie angerührt habe. Und das befreundete ältere Ehepaar habe gar kein Schneckenkorn im Haus. Am Rande des Gartenzauns habe sie ein einzelnes blaues Körnchen des Gifts gefunden. Die 61-Jährige ärgert sich: „Da wollte jemand, dass das Tier jämmerlich verreckt.“ Nur wer das gewesen sein könnte, weiß die Dachauerin nicht. In ihrem Umfeld kennt sie keine „Hundehasser“.

Mit der Anzeige hofft Edeltraud Knöbl nun, andere Menschen zu sensibilisieren. Rund um den Tatort in der Goethestraße sind der Polizei aber keine weiteren Fälle bekannt. Polizeisprecher Stefan Reichenbächer rät Hundehaltern, die Gegend zu meiden oder das Tier noch genauer zu beobachten. Im Falle Knöbls sei es aber schwierig, den Täter zu finden. „So ein Köder ist schnell gemacht, und der Täter kann ihn unauffällig ablegen."

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