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Erst 19 Dachauer haben bislang die Goldene Bürgermedaille der Stadt erhalten. Heidemarie Fitzthum ist nun die 20. in diesem illustren Kreis. OB Florian Hartmann gratulierte. 

Goldene Bürgermedaille

„Strahlendes Vorbild an Selbstlosigkeit“  Heidi Fitzthum geehrt

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Die Goldene Bürgermedaille ist eine selten verliehene Auszeichnung: Heidemarie Fitzthum hat sie bekommen. Viele kennen sie als Macherin des Kinderfestzugs. Aber Fitzthum hat viele Verdienste mehr.

Dachau – Seit 1988 verleiht die Große Kreisstadt eine Goldene Bürgermedaille an Persönlichkeiten, die sich um das Wohl der Stadt und deren Bürger in herausragender Weise verdient gemacht haben. Erst 19 Dachauern wurde diese Ehre seither zuteil, was laut Oberbürgermeister Florian Hartmann beweist, um welch „besondere und außergewöhnliche Auszeichnung“ es sich dabei handelt. Am Donnerstagabend wurde der Kreis der Medaillenträger nun um eine Person erweitert: Heidemarie Fitzthum, laut Hartmann „strahlendes Vorbild an Selbstlosigkeit und ehrenamtliches Engagement“.

Heidemarie, genannt Heidi, Fitzthum hatte 1987 den Verein „Kinderfestzug Dachau“ ins Leben gerufen, um der zuvor 20 Jahre lang eingeschlafenen Traditionsveranstaltung zu einem Comeback zu verhelfen. Mittlerweile, lobte Hartmann, „laufen alle zwei Jahre etwa 600 Kinder begleitet von Dutzenden im wahrsten Sinne des Wortes märchenhaft geschmückten Themenwagen beim Kinderfestzug mit“. Die Straßenränder seien gesäumt von begeisterten Zuschauern, die stolz ihre kleinen Cleopatras, Schneewittchen, Aschenputtel, Wikinger, Ritter oder Burgfräulein fotografierten. Klar müsste Fitzthum die Vorbereitung des „riesigen Festzugs“ nicht alleine stemmen; „aber die meiste Arbeit“, so der OB, „übernimmt immer noch Heidemarie Fitzthum“.

Doch nicht nur der Kinderfestzug trägt die Handschrift der 76-Jährigen: Im Jahr 2000 war sie Gründungsmitglied des Faschingszugfördervereins und organisierte bis 2013 den Umzug. Der Engerl- und Hirteneinzug bei der Christkindlmarkteröffnung verdankt der Dachauerin laut Hartmann seine „besonders feierliche Atmosphäre“. In den Anfangsjahren von „Jazz in allen Gassen“ organisierte sie die ehrenamtlichen Verkäuferinnen; auch bei der Dachauer Tafel half Heidi Fitzthum mit. Und auch politisch mischte die Vielbeschäftigte mit: Von 1996 bis 2006 saß sie für die ÜB im Stadtrat, wo sie sich unter anderem im Familien- und Sozialausschuss für die Belange von Familien und Kindern einsetzte. Zusammengefasst, lobte der OB, habe Fitzthum „das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt enorm bereichert“. Sie habe „Tausenden Kindern, Eltern und Zuschauern ein strahlendes Lächeln ins Gesicht gezaubert“. Und als Stadträtin habe sie sich „für Menschen starkgemacht, deren Stimmen allzu oft ungehört blieben“.

Fitzthum, die in diesem Jahr auch schon mit der Landkreis-Medaille in Bronze ausgezeichnet worden war (wir berichteten), dankte dem OB für dessen Worte. In ihrer für sie typischen Bescheidenheit betonte sie gegenüber der Heimatzeitung jedoch, dass sie ihre Ehrenämter immer übernommen habe, „weil es mir am Herzen liegt. Ich habe es nie gemacht, um dafür eine Medaille zu kriegen“. Allerdings, das gibt sie auch zu, sei sie „natürlich“ stolz auf diese „wunderschöne, besondere Auszeichnung. Es freut mich, dass man mir diese Ehre erwiesen hat“.

Um auch weiterhin so fidel und voller Tatendrang zu bleiben, lebt Fitzthum nach dem Motto: „Wer rastet, der rostet.“ Sie turnt, „um Kraft zu behalten“, und schwimmt fast täglich. Ihren Altenpflege-Beruf übt auch trotz ihres längst erreichten Rentenalters aus. Nur im Fasching wird sie künftig etwas kürzer treten. Seit dem Tod ihrer Schwester fehlt ihr nämlich die Begleitung. Und allein, weiß Heidi Fitzthum, „ist’s im Himmel ned schön“. 

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