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Ein Film-Palast am Bahnhof: So sieht eine erste Visualisierung des geplanten Multiplex-Kinos aus. Auch Gastronomie ist dort geplant. Der Bau könnte fünf Stockwerke mit bis zu 19 Metern Höhe umfassen.

Bauausschuss genehmigt Cinema-Umzug

Großes Kino am Bahnhof

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Das Dachauer Kino zieht um. In unmittelbarer Bahnhofsnähe wollen die Cinema-Betreiber Nicole und Christopher Lutz ein modernes Multiplex-Kino bauen. Die Stadträte sind von dem Plan angetan.

Dachau – Das Dachauer Kino ist arg in die Jahre gekommen: Es ist nicht barrierefrei, das heißt ältere oder mobilitätseingeschränkte Personen können ohne fremde Hilfe nicht in die Säle gelangen. Die fünf Säle sind noch dazu auf verschiedene Gebäude verteilt, was bei schlechtem Wetter bedeutet, dass der Besucher mit seinem Popcorn erst einmal noch ein paar Meter über das Parkdeck laufen muss, um sich gemütlich in seinen Kinosessel fallen lassen zu können. Wenn das Wetter schön ist, hat das Dachauer Cinema aber ebenfalls seine Tücken: Mangels Dämmung ist das Gebäude im Sommer nur schwer zu kühlen – und im Winter dagegen nur teuer zu beheizen.

All diese Schwächen verbreiten nicht etwa bösmeinende Konkurrenten über das Dachauer Kino, sondern die Betreiber Nicole und Christopher Lutz selbst! Ihr Wunsch ist daher klar: ein neues Kino, das, wenn möglich, an einem zentraleren Ort gelegen ist.

Als die Stadt von diesem Wunsch erfuhr, so berichtet Oberbürgermeister Florian Hartmann, habe man sofort helfen wollen. Zunächst habe man den Lutzens ein Grundstück am Wettersteinring vorgeschlagen, das allerdings in Privathand war und auch von der Stellplatzproblematik her fragwürdig gewesen wäre.

Dann sei den Verantwortlichen im Bauamt aber noch eine bessere Idee gekommen, die Hartmann gegenüber dem Bauausschuss nun als „einfach nur bestechend“ und „sehr überzeugend“ vorstellte: ein Kino in Augustenfeld-Nord, also östlich des Bahnhofs, in unmittelbarer Nähe des geplanten Parkhauses sowie des bereits fertiggestellten Fahrrad-Parkhauses.

Tatsächlich ist der Standort ideal: Das Grundstück gehört der Stadt, der für das Gebäude benötigte Grundflächenbedarf von rund 3000 Quadratmeter stellt ebenso wenig ein Problem dar wie die benötigten Parkplätze – schließlich soll in unmittelbarer Nachbarschaft ja ein Parkhaus mit mehreren hundert Stellplätzen entstehen. Die Bürgerbeteiligung vor wenigen Monaten hatte ebenfalls ergeben, dass sich die Dachauer ein Kino in Bahnhofsnähe wünschten.

Der Anschluss des fünfgeschossigen Multiplexkinos, das auch Gastronomie beinhalten soll, erfolgt Hartmann zufolge ausschließlich über die Schleißheimer Straße. Die Betreiber, das Ehepaar Lutz, versprechen außerdem eine „ansprechende Architektur, optimal eingefügt in das städtebauliche Umfeld“ sowie, kurz gesagt, „einfach mehr Lebensqualität“. Klar, dass auch an „entsprechende Bepflanzungen und Grünflächen rund um das Gebäude“ gedacht werde.

Die Stadträte im Bauausschuss schlossen sich in ihrer Bewertung der Pläne dem Oberbürgermeister an. Thomas Kreß (Grüne) fand es eine „gute Idee, wieder ein Kino mitten in der Stadt zu haben“. Volker C. Koch (SPD) erinnerte sich an die alten Zeiten, als Dachau noch drei Kinos hatte und freute sich, dass das neue in der Stadtmitte nun von Menschen mit Behinderung sowie Menschen mit und ohne Auto problemlos besucht werden könne.

Auch die CSU-Fraktion war angetan von den Plänen, fragte aber an, wie viel Platz das neue Kino brauche beziehungsweise wie viel Platz denn dann für das geplante Parkhaus bleibe? Bauamtsleiter Michael Simon wollte beziehungsweise konnte diese Frage nicht genauer beantworten und sprach stattdessen von „schlummernden Synergien“ und Befürchtungen, die „im Moment unbegründet“ seien. Fest stehe dagegen, dass das Kino-Grundstück als sogenanntes Sondergebiet ausgewiesen werde; das bedeute, „dass wir uns eine Nutzung schnitzen können“. Sollten die Kinobetreiber Lutz das Gebäude also eines Tages verkaufen, könnte der neue Eigentümer nicht willkürlich damit verfahren.

OB Hartmann fasste den einstimmigen Grundsatzbeschluss zugunsten des neuen Kinos am Ende fast schon euphorisch so zusammen: „Ein Kino an diesem Standort, mitten in der Stadt: Das ist wie ein Sechser im Lotto!“

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