Alexander Heisler, Grünen-Kreissprecher und Gemeinderat in Petershausen
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Alexander Heisler, Grünen-Kreissprecher und Gemeinderat in Petershausen

Kanzlerkandidatin soll nach Dachau kommen

Dachauer Grüne planen Baerbock-„Coup“

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Dachau – Die Grünen und ihre frisch gekürte Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock schweben derzeit bundesweit auf Umfrage-Wolke Sieben. Die Basis im Landkreis Dachau bekommt diesen Trend in vielfacher Form zu spüren. Angst vor dem eigenen Erfolg aber hat die Partei nicht, wie Kreisverbandssprecher Alexander Heisler im Interview mit der Heimatzeitung verrät.

Herr Heisler, Deutschland scheint derzeit ja von einer Grünen Welle regelrecht überrollt zu werden. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Alexander Heisler: Ich sehe es als einmalige Chance! Allerdings muss man auch sehen: Das sind alles erst mal nur Umfragewerte. Darum müssen wir cool bleiben, den Schwung nutzen und einfach weiter unsere Arbeit machen.

Wie macht sich bei Ihnen im Kreisverband die wachsende Begeisterung für die Grünen bemerkbar?

Wir merken es krass an den Mitgliederzahlen. Allein letzte Woche hatten wir elf Neueintritte. Damit Sie es einordnen können: Im März 2019, bei der Neugründung des Ortsverbands Röhrmoos, haben wir unser 100. Mitglied begrüßt. Mittlerweile sind wir bei knapp 200.

Dennoch gibt es Gemeinden im Landkreis, die noch keine Grüne Ortsgruppe haben.

Das stimmt, es gibt noch weiße Flecken, aber da sind wir dran. Im Moment loten wir aus, wo und wie unsere Mitglieder sich eventuell engagieren möchten.

Gibt es „Grüne Hochburgen“ im Landkreis?

Dachau hat natürlich die meisten Mitglieder. Aber Haimhausen und Petershausen sind auch immer schon sehr stark gewesen.

Wie planen Sie den kommenden Bundestagswahlkampf?

Wir werden coronabedingt wohl sehr viel online machen müssen. Das ist derzeit leider die einzige Möglichkeit, Leute zu erreichen. Andererseits organisieren wir aber für den Sommer auch Vor-Ort-Veranstaltungen, in der Hoffnung, dass das dann klappt. Zur Not müssen wir das dann eben wieder absagen. Grundsätzlich dürften diese Probleme aber alle Parteien haben.

Dachaus Grüne Stadträtin Luise Krispenz hatte sich zuletzt sehr dafür eingesetzt, dass der politische Volksfestdienstag – trotz abgesagtem Volksfest – als Freiluftveranstaltung stattfinden darf. Haben Sie dafür etwa besondere Pläne?

(Lächelt.) Sagen wir es so: Es wäre schon ein Coup, wenn wir die Rednerin bekommen würden, die wir angefragt haben...

Sie sprechen von Annalena Baerbock, nehme ich an?

Ja. Wir haben die Zusage, dass wir einen der beiden Bundesvorsitzenden als Redner nach Dachau bekommen. Da Robert Habeck ja schon einmal da war, hoffen wir natürlich auf Annalena Baerbock. Aber leider ist, pandemiebedingt, noch gar nicht sicher, ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann.

Wie erklären Sie sich den aktuellen Höhenflug der Grünen?

Ich denke, es ist eine Mischung aus der Person Annalena Baerbock, einer generellen Wechselstimmung nach 16 Jahren CDU-Regierung und unseren Themen. Die Menschen haben gemerkt, dass erstens in Sachen Umwelt- und Klimaschutz in den letzten Jahren viel verschlafen wurde und dass, zweitens, die Grünen auch gute Konzepte für die Wirtschaft haben.

Sie selbst sind ja als Gemeinderat in Petershausen aktiv. Spüren Sie, dass man Ihnen angesichts Ihrer bundespolitischen Bedeutung mittlerweile anders begegnet als früher?

Mit meinen 26 Jahren gehöre ich sicher zu den Jüngeren und habe daher nie die Erfahrung gemacht, dass man mich nicht ernst genommen hätte. Andererseits erinnere ich mich schon an die Gründung des Petershauser Ortsverbands, wie wir alle schon ein bisschen Bauchweh hatten, ob sich die Menschen für unsere Ideen begeistern werden.

Und? War Ihre Skepsis berechtigt?

Nein! Tatsächlich sagten viele Leute: Endlich gibt es Euch auch vor Ort in Petershausen!

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