Bei baureifem Areal kostet der Quadratmeter 977 Euro

Grundstückspreise im Landkreis Dachau um 36 Prozent gestiegen

2533 Euro kostete in München der Quadratmeter Bauland zuletzt im Schnitt. Nicht ganz so teuer sind die Preise im Kreis Dachau. Dort gab es 5,7 Quadratmeter für das gleiche Geld.

Landkreis – Dort gab es 5,7 Quadratmeter für das gleiche Geld. Im Schnitt zahlten Käufer nach den Meldungen ans Finanzamt hier rund 447 Euro pro Quadratmeter Bauland. Das ist Platz 22 in der bundesweiten Baulandpreis-Bundesliga, unter 403 ausgewerteten kreisfreien Städten und Landkreisen.

In der statistischen Erfassung wird Bauland nochmals in baureifes Land, Rohbauland und sonstiges Bauland, das beispielsweise als Freifläche genutzt wird, untergliedert. Die Untergruppe baureifes Land ist die teuerste Form, denn hier können die Bagger sofort rollen, weil die notwendige Erschließung vorhanden ist. Wesentlich günstiger ist Rohbauland. Deshalb unterscheiden sich die beiden Durchschnittswerte, die die Statistiker für den Kreis Dachau angeben: Bauland kostete 2017 im Schnitt rund 447 Euro (Vorjahr: 307), baureifes Land kam sogar auf rund 977 Euro (Vorjahr: 714). 

Diese durchschnittlichen Kaufwerte errechnen sich aus tatsächlichen Grundstücksgeschäften, sind also keine Werte, die Gutachterausschüsse ermitteln. Basis der Berechnung sind die Daten, die zur Berechnung der Grunderwerbsteuer ans Finanzamt gemeldet werden. Das kennt damit die echten Verkaufswerte auf Euro und Cent (vorausgesetzt, es wechselt kein Schwarzgeld den Besitzer). Diese Verkaufswerte werden zur Erfassung in der Kaufwerte-Statistik weitergemeldet. Damit wissen wir, dass 2017 in Bayern exakt 19 828 baureife Grundstücke verkauft wurden. Dazu kamen 3729 Verkäufe mit Bauerwartungsland, macht zusammen 23 557 Käufe und Verkäufe. Der Kreis Dachau hat daran seinen Anteil: Insgesamt 191 Bauparzellen wurden verkauft, darunter 143 baureife Grundstücke. Bei diesen kostete der Quadratmeter, wie gesagt, im Schnitt 977,41 Euro. Das waren 262,98 Euro (oder 36,8 Prozent) mehr als 2016.

Daraus ergab sich als Umsatz für Grundstücksgeschäfte mit baureifen oder bebauten Grundstücken 109,11 Millionen Euro (Vorjahr: 63,74 Millionen Euro). Andere verkaufte Baulandarten sorgten 2017 für 48 Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von 37,20 Millionen Euro (Vorjahr: 80 Geschäfte, 25,58 Millionen Euro Volumen).

Bleibt noch eine Frage, bei der die Statistik die Antwort aber mangels Erfassung schuldig bleibt. Was macht der Käufer mit dem Bauland? Bauen oder Landbanking? Landbanking heißt, auf wachsende Baulandpreise zu setzen, statt das Geld zu Niedrigzinsen auf die Bank zu tragen. Bei der derzeitigen Nachfrage ein sicheres Geschäft. Vor allem, wenn die Warnung vor dem Flächenfraß die Ausweisung von Baugebieten hemmt. Hohe Preise sorgen dann vor allem für kleine Gärten – und damit auch für allenfalls kleine ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere. Da wird’s dann beispielsweise eng für bienenfreundliche Blumenpracht. Und die Kinder spielen auf der Straße.

Teja Banzhaf

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