Haus Garagen
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Wo heute noch Wohnblöcke und Garagen aus den 1960er-Jahren stehen, soll bald gebaut werden. Die Stadtbau GmbH will die Wohnhäuser abreißen und größer sowie moderner neu bauen. Die Garagen sollen ebenfalls Wohnhäusern weichen. Die Bewohner wehren sich, der Stadtrat befürwortet das Mega-Projekt.

Hartmann antwortet auf Brief der Mieter

Mega-Projekt an der Fünfkirchner Straße: Dachauer OB verteidigt Abriss-Pläne

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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OB Florian Hartmann hat auf den offenen Brief, den ihm der frühere SPD-Stadtrat und Mietervereinsvorsitzende Thomas Heckenstaller bezüglich des Abrisses der Wohnblöcke an der Fünfkirchner Straße geschrieben hatte, geantwortet.

Dachau ‒ Heckenstallers Brief, den die meisten Hausbewohner der Anwesen Fünfkirchner Straße 9 bis 13 mit unterzeichnet hatten, zeigt laut Hartmann, dass die Bauplanung „für Irritationen und Befürchtungen“ gesorgt habe, die er nun „möglichst ausräumen“ wolle.

Wie berichtet, will die Stadtbau GmbH die bestehenden drei Wohnblöcke abreißen und durch drei neue, höhere ersetzen; zudem sollen auf dem Grundstück zwei weitere, kleinere Wohnhäuser entstehen. Im Zuge dieser „Nachverdichtung“, wie die Stadt es nennt, würden aus 66 am Ende 120 moderne, barrierefreie Wohnungen.

Die bisherigen Mieter, angeführt von Thomas Heckenstaller, dagegen befürchten künftig höhere Mieten und umzugsbedingt hohe Kosten. Nachverdichtung ließe sich auch verwirklichen, indem man die bestehenden Blöcke – die im Übrigen ohnehin in den vergangenen Jahren saniert worden seien – einfach um eine Etage aufstocke. Die Pläne der Stadtbau seien daher laut Heckenstaller „unnötig und unsozial“.

OB Hartmann jedoch versichert, die Planung sei „bauökonomisch“ sinnvoll. Auch würden die Mieten mit 6 bis 8 Euro pro Quadratmeter – je nach Einkommensgruppe der Mieter – auch in den neuen Wohnungen bezahlbar bleiben. Und abgesehen von der Tatsache, dass bis zum Abriss der Häuser ohnehin noch „einige Jahre vergehen“, bittet Hartmann auch zu berücksichtigen: „Immer mehr Familien können sich die Mieten auf dem freien Markt kaum noch leisten.“ Ziel der Stadtbau müsse daher sein, ihren Wohnungsbestand zu erweitern, um möglichst vielen Dachauern „ein günstiges Wohnraumangebot machen zu können“. Anders als von Heckenstaller in seinem offenen Brief kritisiert, seien die Pläne für die Fünfkirchner Straße daher „in der Gesamtbetrachtung sehr sozial“.  

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