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Rote Ampel für den Verkehr in der Münchner Straße – und die Gelegenheit zum Einfädeln für Autos aus Langhammer Straße und Am Unteren Markt. 

Probephase der umgestalteten Straße in Dachau geht bald zu Ende

Hat die Münchner Straße die Bewährungsprobe schon bestanden?

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Seit neun Monaten ist die Münchner Straße umgestaltet, mit Inseln, Radwegen, drei Spuren. Zeit für eine kleine Bilanz, finden ADFC und VCD: Und zwar für eine überaus positive. Aber es gibt auch Kritik.

Dachau – Der Aufruhr bei der Umgestaltung war groß: Nur noch drei Fahrspuren, einige Fußgängerinseln und dazu ein Fahrradschutzstreifen auf der Straße – eine große Veränderung für die Münchner Straße und all ihre Benutzer. Anfang August 2016 wurde sie umgebaut, ein Jahr auf Probe. Doch jetzt schon haben der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie die Münchner Straße über den grünen Klee loben: Von „Erfolg“ ist dort die Rede, der Umbau sei „gelungen“, und: „Die Umgestaltung hat sich bereits nach kurzer Zeit bewährt“, schreibt Bernhard Sturm, Sprecher des VCD und Stadtrat (Bündnis für Dachau).

Denn: „Jeder Verkehrsart so viel Raum zu geben wie sie gern hätte, ist aufgrund der allseits bekannten Situation schlicht und einfach nicht machbar.“ Peter Reiz vom ADFC betont, es sei „ein KompOromiss, mit dem alle gut leben können.“ Die Verbesserungen für die Fußgänger durch die Querungen etwa seien offensichtlich. Und auch viele Radler, so Reiz, finden die Umgestaltung „durchaus gut“.

Dass die Radfahrer nun auf der Straße fahren müssen, sehen die Clubs positiv: „Das Angebot der Schutzstreifen bringt die Radfahrer auf die Straße und weg vom Gehweg.“ Denn es sei mittlerweile „bewährte Praxis, den Radverkehr aus Sicherheitsgründen in den Gesamtverkehr zu integrieren und sichtbar zu machen“. Und sichtbar seien die Radfahrer, so Sturm weiter: „Die Gestaltung mit Schutzstreifen für Radfahrer erfüllt alle Sicherheitsanforderungen.“

Dabei hatte es schon einige Kritik von Radfahrern gegeben, dass sie sich auf dem Schutzstreifen zwischen fließendem Autoverkehr und parkenden Autos nicht sicher fühlen – in einer CSU-Umfrage war gar von einigen Unfällen die Rede.

Das kann die Polizei so noch nicht bestätigen – aber nur, weil sie in Sachen Münchner Straße noch keine Zahlen ausgewertet haben. Das sei „praktisch eine Einzelauswertung“, und daher „eine relativ mühevolle Arbeit“ und werde deshalb erst nach dem Probejahr ausgewertet, erklärt Verkehrsexperte Richard Wacht. Alles in allem aber sieht die Polizei den Umbau „positiv“. Zumindest in Sachen Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer, denn es gebe auf jeden Fall eine „deutliche Geschwindigkeitsreduzierung“.

Genau die wiederum ist Anlass dafür, dass sich so manch ein Autofahrer über die Münchner Straße schwarz ärgert: Immer wieder mal stockt es – und zwar auf der gesamten Länge der inneren Münchner Straße. Einige haben dafür auch schon den Schuldigen ausgemacht: die Fußgängerampel am Unteren Markt. Denn die lässt nicht nur Fußgänger über die Straße queren, sondern auch Autos von den Seitenstraßen einbiegen. Stadtbauamtsleiter Michael Simon erklärt: Fußgänger bekommen Grün auf Anforderung, sie müssen die gelbe Taste drücken. Autofahrer, die aus der Langhammer Straße kommen und einbiegen wollen, werden per Kamera registriert, und Autos, die vom Unteren Markt kommen, werden per Bodenschleife erfasst. In beiden Fällen schaltet dann die Fußgängerampel um: Rot für die Autofahrer, Grün für die Fußgänger – und die wartenden Autos können einbiegen.

Thomas Kreß (Grüne) hatte dies in einer Stadtratssitzung kritisiert: „Der Schleichverkehr aus der Gröbenrieder Straße löst den Stau auf der Münchner Straße aus.“ OB Florian Hartmann wies darauf hin, dass die Ampelschaltung umprogrammiert werden müsste, das würde kosten. Und das stehe dann erst zur Debatte, wenn die neue Münchner Straße in den Dauerbetrieb überführt werden würde.

Verkehrsexperte Wacht sieht das allerdings entspannt: Es gebe nur ein, zwei Stunden pro Tag, wo es mal „etwas zähflüssiger“ laufe. Und selbst, so Wacht, sei das Wort „,Stauung’ schon übertrieben“.

Verkehrsausschuss

In der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses am Donnerstag, 11. Mai, geht es um die innere Münchner Straße. Die Mitglieder werden über den Entwurf eines Fragebogens zur Fortführung des Probebetriebs sprechen. Die Sitzung beginnt um 14.30 Uhr im alten Sitzungssaal des Rathauses.

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