Impfstoffe gegen Corona. (Symbolbild)
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Im Fokus: die ersten Impf-Hausbesuche im Landkreis Dachau beginnen.

Große Erleichterung für bettlägerige Menschen – Impfquote bei 8,3 Prozent

Hausärzte impfen Senioren zuhause

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Landkreis – Der heutige Mittwoch ist ein wichtiger Tag für den Fortgang der Corona-Impfkampagne im Landkreis Dachau. Heute nämlich werden erstmals Impf-Hausbesuche bei bettlägerigen Menschen über 80 Jahre durchgeführt.

Möglich ist dies, da der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca nun auch für Menschen über 65 Jahren freigegeben ist. Der Impfstoff zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht so aufwändig gekühlt werden muss wie die Vakzine der Hersteller Pfizer-Biontech und Moderna; dadurch kann er auch von Hausärzten leichter verimpft werden.

Am Landratsamt Dachau ist man über diesen Fortschritt erleichtert. Der Landkreis wird künftig 200 Impfdosen Astrazeneca für die Hausbesuche zur Verfügung stellen. Das Ziel, klar: die Prioritätsgruppe 1, also die über 80-Jährigen, möglichst bald durchgeimpft zu haben. Laut Landratsamtssprecher Wolfgang Reichelt habe man derzeit bereits gut zwei Drittel dieser Personengruppe, also rund 6000 Personen, zumindest mit einer Erstimpfung versorgen können. Mit den Hausbesuchen würde das Impftempo im Landkreis deutlich erhöht.

Durchgeführt werden die Impfungen von aktuell zwölf Hausärzten aus dem ganzen Landkreis, wie Versorgungsarzt Dr. Christian Günzel erklärt. Grundsätzlich habe man „jeder Praxis“ das Angebot gemacht, sich dem Impf-Programm anzuschließen. Die Hausärzte würden Günzel zufolge die Patienten aussuchen, aufklären und impfen – und zwar, wenn gewünscht, „gleich mit den pflegenden Angehörigen vor Ort“.

Langfristig soll die Möglichkeit eines Impf-Hausbesuchs aber nicht nur den über 80-Jährigen vorbehalten sein. „Im Lauf der nächsten Wochen wollen wir damit allen pflegebedürftigen Patienten zuhause ein Impfangebot machen“, verspricht Günzel. Entsprechender Bedarf könne jederzeit bei den Hausärzten angemeldet werden.

Aktuell sind 8,3 Prozent der Landkreisbevölkerung erstgeimpft. Damit liegt Dachau über dem Bayern-Schnitt von 6,8 Prozent sowie dem Bundes-Schnitt von 6,2 Prozent. Allein am gestrigen Dienstag erhielten 570 Landkreisbürger eine Corona-Schutzimpfung.  

Leser-Telefon: Alles übers Impfen

Eine Telefon-Hotline zum Thema Impfen und zu den damit verbundenen Fragen bieten die Dachauer Nachrichten am morgigen Donnerstag, 11. März, an: Von 14 bis 16 Uhr sind Neslihan Bektas, Leiterin des Impfzentrums Karlsfeld, und Joern Osenbrück, Projektleiter für die Impfzentren im Johanniter Regionalverband Oberbayern, zu Gast in der DN-Redaktion. Sie stehen unter Telefon 0 81 31/5 63 29 für Gespräche zur Verfügung.

Nach dem holprigen Impfstart und technischen Problemen bei der Anmeldung gibt es bei den Menschen nämlich immer noch viele Fragen: Wann komme ich endlich dran? Kann ich jedem Impfstoff vertrauen? Wie kann ich sicherstellen, dass ich nicht übersehen werde? Bekomme ich einen gemeinsamen Impftermin mit meiner Frau?

In dem genannten Zeitfenster können diese und viele weitere Fragen abgehandelt werden. Über die Fragen und Antworten werden die Dachauer Nachrichten auch berichten, dabei allerdings keine Namen der Anrufer nennen.

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