Situation für (werdende) Mütter kritisch

Hebammenmangel auch in Dachau spürbar

Mit der Schließung der St.-Georg-Apotheke im Dachauer Kaufland gibt es nicht nur eine Apotheke weniger. Auch die Hebammensprechstunde, die von der Apotheke ins Leben gerufen worden war, fällt weg.

Dachau – Die Betreiberin Bettina Colombo-Egerer hat noch eine weitere Filiale in Eching. „Dort möchte ich versuchen, eine Hebammensprechstunde anzubieten. Das ist aber für Dachauer Frauen uninteressant“, teilt die Betreiberin mit. Um einen Ersatz in Dachau könne sie sich nicht kümmern.

Hebamme Angelika Dreke leitete die Sprechstunde in der St.-Georg-Apotheke und vermittelte den Schwangeren neue Anlaufstellen. Sie selbst ist zudem für die Hebammenpraxis in Dachau tätig. Etwa zehn Wochen vor der Schließung habe sie von dem Aus der Apotheke erfahren. Großer Ansturm herrschte ihr zufolge aber nicht. „Durchschnittlich kamen zwei bis drei Frauen, die meistens keine persönliche Hebamme gefunden haben“, erklärt sie.

Weitaus besser besucht sei die offene Sprechstunde der Hebammenpraxis Dachau. Organisatorin ist Katharina Zausinger. Sie sieht die Situation in Dachau kritisch. Im Moment sei die Lage noch nicht dramatisch, aber „der Hebammenmangel wird auch in Dachau spürbar“. Die Besucherzahlen für die offene Sprechstunde schwanken. „Mal drei, mal 15“, so Zausinger. Der Bedarf sei aber in jedem Fall gegeben.

Viele Frauen haben keine Hebamme zur Nachsorge gefunden und kommen deshalb in die Sprechstunde. Andere wiederum wollen sich informieren oder brauchen Stillberatung. Nicht zuletzt sei es ein Ort, an dem Frauen Kontakte knüpfen und sich austauschen können. „Ersatz für eine persönliche Hebamme ist die Sprechstunde nicht, aber sie fängt ein großes Defizit auf“, erklärt Zausinger.

In der Hebammenpraxis findet die Sprechstunde immer Montags von 15 bis 17.30 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Individuell kann mit der Krankenkasse abgerechnet werden, ansonsten entsteht ein Unkostenbeitrag von fünf Euro.

itz

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