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Christoph Engelbrecht nimmt nach nicht einmal zwei Jahren seinen Hut.  

Helios Amper-Klinikum Dachau

Klinik-Geschäftsführer hat gekündigt

Überraschende Personalie bei der Helios Amper-Klinik Dachau: Geschäftsführer Christoph Engelbrecht geht.

Dachau – „Mit Wirkung zum 30. September 2017 werde ich meine Tätigkeit beenden“, sagt der 43-Jährige Manager und nennt die Gründe: „Ich habe die einmalige Gelegenheit erhalten, nach jetzt über zehn Jahren im Gesundheitswesen noch einmal eine völlig neue Herausforderung anzunehmen. Ab Oktober werde ich in eine andere Branche wechseln. Ich bitte um Verständnis, dass ich auch dort der Vertraulichkeit unterliege und mich noch nicht konkreter äußern kann.“

Er habe in seiner Zeit in Dachau mitgeholfen, die vielen Herausforderungen zu adressieren, so der Geschäftsführer, der erst seit November 2015 im Amt ist. Dabei bemüht er eine interne Statistik, die besagt, dass die Zahl der unzufriedenen Patienten von 13,6 Prozent im Herbst 2016 auf 3,8 Prozent im Mai dieses Jahres zurückgegangen sei. Engelbrechts Worte lenken von dem Pflegeskandal ab, über den die Dachauer Nachrichten seit September 2016 berichten. Verdreckte Zimmer, vernachlässigte Patienten und frustriertes Pflegepersonal, im Dachauer Krankenhaus herrschten desaströse Zustände – und möglicherweise gibt es trotz des von der Klinikleitung Mitte Oktober verabschiedeten Sieben-Punkte-Plans zur Verbesserung bis heute gravierende Probleme. Zuletzt hatte die Heimatzeitung im Mai über einen Patienten berichtet, der auf einer Station unzumutbar vernachlässigt worden war.

„Engelbrecht ist eine Marionette von Helios“, hatte der Betriebsratsvorsitzende Claus-Dieter Möbs einmal über den Klinikchef gesagt. Ein Blick in die Gewinnvorgaben des Helios-Konzerns macht deutlich, dass Engelbrecht seit seinem Amtsantritt gewaltig unter Druck steht. Laut Entwicklungsplan des Konzerns soll das operative Ergebnis der Helios-Häuser jährlich um zwei Prozent steigen. In der letzten Stufe sieht der Plan den Zielkorridor von 12 bis 15 Prozent Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vor. Hohe Vorgaben. Nach Informationen der Dachauer Nachrichten soll der Wirtschaftsplan heuer hinterher hinken. Ob Engelbrecht wegen des Pflegedesasters in Verbindung mit den Gewinnerwartungen da noch das Vertrauen des Konzerns besitzt, kann zumindest bezweifelt werden.

Wer neuer Klinikchef wird, steht noch nicht fest. Die Nachfolge werde durch den Aufsichtsrat in der nächsten Aufsichtsratssitzung bestimmt, so Klinikum-Pressesprecherin Katharina Mattern.

Thomas Zimmerly

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