Helios Amperklinik kämpft gegen Pflegermangel

Kopfprämie ausgesetzt

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Mit verschiedenen Maßnahmen wollen die Helios Amper-Kliniken AG die Zufriedenheit der Patienten erhöhen. Mitarbeiter, die neue Pflegekräfte anwerben, sollen beispielsweise eine Prämie erhalten.

Dachau – Die Helios Kliniken in Dachau und Indersdorf kommen nicht aus den Schlagzeilen. Der aktuellste Vorwurf ist eine ungenügende und teils fehlerhafte Kommunikation nach außen. In der jüngsten Kreistagssitzung hatten sich die Kreisräte unter anderem darüber beklagt, dass die Klinik-Leitung wichtige Informationen nur in der nicht-öffentlichen Sitzung mitgeteilt hatte (wir haben berichtet).

Inzwischen dringen diese weiteren Details aber dennoch nach außen. So berichtete die Klinik-Leitung im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung unter anderem über ihre Vorhaben, mit denen sie die angespannte Personalsituation in den Griff bekommen möchte. So sollen sieben Stationshilfen eingesetzt werden, die auch Reinigungsarbeiten übernehmen. Fünf Pflegekräfte aus Italien hätten in dieser Woche bereits neu angefangen. Dennoch gebe es weiterhin offene Pflegestellen– aktuell werde mit acht unter Plan gearbeitet.

Die Personalfluktuation sei unabhängig von der Betriebszugehörigkeit gleich hoch. Deswegen versuche die Klinik weiterhin, neue Pflegekräfte auch aus anderen Ländern zu gewinnen.

Ein Ansatz dabei sei eine Prämie für Mitarbeiter, die neue Kräfte anwerben. 1000 Euro sollen sie jeweils für die Vermittlung einer neuen Pflegekraft erhalten. Außerdem will Helios eine Immobilienmanagerin einstellen, die die rund 400 Wohnungen, die der Konzern im Großraum München besitzt, managt und nach Möglichkeit an Pflegekräfte vergibt.

Ein weiterer Punkt ist die Anstellung einer Aufbau- und Stationsschwester, die das Pflegepersonal entlasten soll. Die bereits vorhandenen Mitarbeiter sollen die Möglichkeit bekommen, sich unter Fortzahlung ihres bisherigen Gehalts weiterzubilden. So soll vermieden werden, dass sie im Falle einer Nachqualifizierung auf ein Ausbildungsgehalt zurückfallen. Aufgrund der Überbelastung des Pflegepersonals habe sich die Klinikleitung des weiteren entschlossen, vorübergehend eine Station im vierten Stock mit 27 Betten zu schließen.

Von der Dachauer Klinik-Geschäftsführung gibt es weiterhin keine Stellungnahme zu den Entwicklungen. „Die Informationen waren ausschließlich für die Kreisräte bestimmt und sind nicht öffentlich“, so Geschäftsführer Thomas Eberl. Er habe aus der Sitzung dennoch eine positive Stimmung mitgenommen und keinen Vorwurf vernommen.

Im Übrigen haben die regelmäßigen Patientenbefragungungen nach Helios-Angaben eine deutliche Bewertungsverbesserung ergeben. Demnach hätte es im Oktober 2016 noch 11,4 Prozent negative Rückmeldungen gegeben, zuletzt seien es nur noch 5 Prozent gewesen. Im Bereich Sauberkeit und Hygiene hätten sich im Herbst 2016 36 Prozent der Befragten negativ geäußert, im vergangenen Juli seien es noch 7,6 Prozent gewesen. Auch in Sachen Essen („Cook & Freeze“) seien die Rückmeldungen positiv: Von 36 Prozent im Oktober 2016 sei die Zahl der kritischen Angaben auf 13 Prozent zurückgegangen. Vorstand Marcus Sommer sieht die Klinik daher auf einem guten Weg: „Wichtig ist: Wir sind an den Themen dran! Es geht halt nur Schritt für Schritt.“

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