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Achtung Glatteis: Am Assenhauser Berg fegt der Wind über die Staatsstraße 2050. Wenn es schneit, drohen Schneeverwehungen. Um dem vorzubeugen, errichtete die Straßenmeisterei Gitterzäune.

Die gefährlichsten Stellen im Landkreis

Hier begeben Sie sich aufs Glatteis

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Wenn es auf den Straßen glatt wird, ist höchste Vorsicht geboten. Straßenexperten erklären, wo man im Landkreis besonders aufpassen sollte.

Landkreis – Glatt kann es überall werden: wenn Wasser oder Schnee auf Straßen und Wegen gefriert. Auch festgefahrener Schnee, Schneeverwehungen, Matsch und Reif führen zu Straßenglätte. Besonders gefährlich: Blitzeis, das entsteht, wenn Regen oder Sprühregen auf gefrorenen Boden fällt – erst am Sonntag krachte es innerhalb von kurzer Zeit im Landkreis sieben Mal. Verkehrsexperten aus dem Landkreis, Richard Wacht von der Polizei und Michael Hindahl, Leiter der Straßenmeisterei Dachau, erklären, wo es besonders gefährlich werden kann.

Warum wird es am Petersberg besonders glatt?

Der Petersberg bei Erdweg an der Staatsstraße 2047gilt als große Gefahrenstelle im Winter. Der Berg liegt recht ungeschützt, sagt Michael Hindahl, Leiter der Straßenmeisterei Dachau: „Da gibt’s Flächen, über die der Wind ganz schön drüberpfeift.“ Das Ergebnis: Schnee weht auf die Straße. Und wenn der schmilzt oder festgefahren wird, bildet sich Glätte.

Neben dem Petersberg ist auchder Assenhauser Berg an der Staatsstraße 2050zwischen Dachau und Stetten bei Temperaturen um die null Grad eine Herausforderung für Autofahrer: Dort hat die Straßenmeisterei zum Beispiel Schneezäune aufgebaut, damit der Schnee nicht auf die Fahrbahn geweht wird.

Diese Straßen an Waldstücken im Landkreis sind gefährlich

Um das Glätterisiko im Landkreis einschätzen zu können, hat das Landratsamt Messstationen an einigen Stellen eingerichtet, die besonders schnell von Glatteis betroffen sind: zum Beispiel entlang der Staatsstraße 2050 bei Stadelham nahe Hilgertshausen und auf der Staatsstraße 2047 kurz vor Kleinberghofen. Von diesen Messstellen können Hindahls Mitarbeiter zum Beispiel Luftfeuchtigkeit und Außentemperatur ablesen. Außerdem ist eine Kamera in der Station eingebaut, die den Straßenzustand filmt.

„Die Glättegefahr ist auf diesen beiden Staatsstraßen besonders hoch, weil sie ungeschützt in der Prärie liegen“, sagt Hindahl. Einige Stellen sind nur einseitig von Wald umgeben. „Und wo Schatten durch Wälder ist, ist es glatt“, sagt Richard Wacht, Verkehrsexperte der Dachauer Polizei. Das Heimtückische für Autofahrer: Einige Meter vor dem Waldstück mag das Glatteis auf der Straße schon geschmolzen sein. Aber entlang des Waldstücks bleibt es weiterhin glatt. Das ist beispielsweise auf der Strecke zwischen Vierkirchen und Indersdorfder Fall.

Warum sind Brücken bei Glätte besonders gefährlich?

Außerdem kann es auf den Brücken im Landkreis rutschig werden. Denn Brücken sind – oben und unten – von Wasser und Luft umgeben. Die Folge: Der Straßenbelag kühlt schneller aus. Wegen der Glättegefahr stehen vor einigen Brücken im Landkreis deshalb Warnschilder mit einer Schneeflocke darauf, wie zum Beispiel an der Amperbrücke an der Alten Römerstraße.

Doch nicht nur in der Prärie besteht ein erhöhtes Glätterisiko, sondern auch in der Dachauer Altstadt, denn: „Das Kopfsteinpflaster nimmt von seiner Struktur her gerne Schnee auf“, sagt Wacht. Und wenn der Schnee schmiltzt, kommt es zu Blitzeis.

Die Autofahrer müssten nach den Witterungsbedingungen angepasst fahren, sagt er: „Von der Erwartung, dass 24 Stunden lang geräumt, gestreut und gesalzen wird, muss man sich einfach lösen.“

Wie sollen sich Autofahrer bei Glatteis verhalten?

„Glatteis ist der Worst-Case für Autofahrer“, sagt Polizeisprecher Stefan Hocke. Deshalb sollten Autofahrer besonders aufmerksam sein, sagt Björn Scheid von der PI Dachau: „Und mehr Abstand halten als sonst.“ Außerdem sollten sie langsamer fahren und „heftige Lenkbewegungen“ vermeiden. 

Wer ins Schlittern kommt, sollte die Kupplung treten und mit ruhiger Hand gegenlenken. Damit werde verhindert, dass die Räder durch den Motor gebremst werden. Ein weiterer Tipp von Scheid: bei Glatteis mit höherem Gang fahren, damit der Motor nicht so stark bremst.

 Außerdem sollte man „nur sanft Gas geben“, sagt Scheid. Ein Muss im Winter: „Winterreifen mit ordentlichem Profil.“ Wer einen Frontantrieb hat, bei dem sollte das Gewicht im Vorderraum liegen, damit dort die Haftung auf der Straße höher ist – vor allem, wenn es bergauf geht.

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