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Sind für die Patienten da: Helmut Rank, Katharina Stark und Victoria-Ingrid Bochanski (von links).

Unterstützung für Patienten

Die Grünen Helfer am Krankenbett

In Krankenhäusern fühlen sich Menschen oft einsam. Am Dachauer Helios Amper-Klinikum gibt es für diese Patienten die Grünen Damen und Herren: Sie hören zu, trösten und geben Halt.

Dachau – Etwas für die eigene Seele machen und gleichzeitig Menschen helfen – das ist im Leben der Grünen Damen und Herren am Helios Amper-Klinikum Dachau ganz normal. Die Ehrenamtlichen gehen von Zimmer zu Zimmer und stehen den Patienten im Klinikalltag zur Seite. Seien es Besorgungen, die Tageszeitung oder einfach nur Gespräche – die Freiwilligen sind für die Patienten da.

Katharina Stark rief dieses Projekt in Dachau 2011 ins Leben. In Deutschland startete die Initiative der sogenannten Grünen Damen und Herren aber schon viel früher. 1969 hatte Brigitte Schröder den Besuchsdienst gegründet und seitdem zu einem deutschlandweiten Netzwerk mit über 9000 Ehrenamtlichen entwickelt. Inspiration war der sogenannte „Volunteer Service“, der in den USA bereits Praxis war.

In Dachau sind Helmut Rank und Victoria-Ingrid Bochanski zwei von den 16 Damen und zwei Herren, die am Dachauer und Indersdorfer Klinikum ehrenamtlich arbeiten. Die beiden sind seit 2015 dabei – aus tiefster Überzeugung und Hingabe: „Man kommt immer wieder mit unterschiedlichen Menschen zusammen und wird mit verschiedenen Schicksalen konfrontiert. Viele Patienten sind trotz ihrer Krankheiten sehr lebensfroh, daraus nehme ich etwas fürs Leben mit“, sagt Helmut Rank. Vor seiner Rente hatte der 79-Jährige in einem Autohaus gearbeitet. Kommunikation stand damit für ihn schon immer im Vordergrund.

Die 64-jährige Victoria-Ingrid Bochanski ist noch berufstätig. Neben ihrem Teilzeit-Job in einem Büro kommt sie jede Woche für drei bis vier Stunden extra aus München ins Dachauer Krankenhaus, um in ihren grünen Kittel zu schlüpfen. Gute Momente gibt es für sie in diesem Ehrenamt viele, doch es gibt auch welche, die sie beschäftigen. Allerdings streift sie diese mit Dienstende von sich ab: „Man darf nichts mit nach Hause nehmen, das habe ich mir so angewöhnt.“ Anders würde es sonst gar nicht gehen.

Der Tagesablauf der Grünen Helfer gestaltet sich vom Grundprinzip her immer gleich. Jeder Ehrenamtliche kommt auf die Station, die er selbst ausgewählt hat, und geht von Zimmer zu Zimmer. In den Zimmern stellen sich die Grünen Damen und Herren erst einmal den Patienten vor. „Danach frage ich, ob ich etwas für denjenigen machen kann“, erklärt Helmut Rank. Damen würden vor allem nach Rätselblöcken verlangen. „Ein Mann“, lacht er, „hat noch nie ein Rätselheft verlangt“!

Den meisten Patienten gehe es aber eher um die Gespräche. Der Einstieg sei dabei nicht besonders schwer. „Wenn zum Beispiel eine Dame besonders schöne Hausschuhe hat, dann sag ich gerne mal ,Sie haben aber schöne Hausschuhe!’“, erzählt Bochanski. Kommunikation und Empathie seien in dieser Tätigkeit auch besonders wichtig. Diese Eigenschaften sowie Kontaktfreude, Zuverlässigkeit, psychische und physische Belastbarkeit und Verschwiegenheit sind laut Stark die Voraussetzungen, um überhaupt eine Grüne Dame oder ein Grüner Herr zu werden. Bis die Ehrenamtlichen komplett eingearbeitet sind, dauert es aber ein gutes halbes Jahr. „Da die Grünen Damen und Herren nur einmal in der Woche im Einsatz sind, ist eine Einarbeitung über einen längeren Zeitraum hinweg sinnvoll“, erklärt Stark.

Von den Patienten gibt es viel Lob für die Grünen Helfer. „Ich werde hin und wieder in den Geschäften oder auf der Straße erkannt“, erzählt der 79-jährige Helmut Rank. „Ich freue mich, wenn mir gesagt wird: ,Das war schön, dass Sie bei mir waren!’“ Katharina Stark ergänzt: „Alleine das Lächeln auf den Lippen des Patienten tut schon so gut. Das ist ein schönes Zeichen der Wertschätzung!“

Unterstützer gesucht

Wer ehrenamtlich als Grüne Dame oder Grüner Herr arbeiten möchte, kann sich bei Katharina Stark unter Telefon 0 81 31/7 66 76 41 oder per E-Mail an katharina.stark@helios-gesundheit.de melden.

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