+
Stundenlang mit dem nassen, tiefen Schnee zugange waren die Helfer aus den Landkreis-Feuerwehren.

Hilfsleistungskontingent aus Dachau

Feuerwehr und THW schaufeln von früh bis spät

  • schließen
  • Thomas Benedikt
    Thomas Benedikt
    schließen

115 Feuerwehrler aus dem ganzen Landkreis Dachau sind nach Holzkirchen gefahren, um ihren Kameraden beim Kampf gegen die Schneemassen beizustehen. Sie sind bereits seit drei Tagen im Einsatz.

Update vom 13. Januar: Dachauer Helfer berichten aus dem Einsatzgebiet

Am Freitagabend, so war vom Pressesprecher der Feuerwehr Dachau, Wolfgang Reichelt, zu erfahren, sei man kurz in die Badewanne gehüpft und habe den Akku aufgeladen. Am Samstag- sowie am Sonntagfrüh hieß es jeweils gegen 7 Uhr für die rund 115 Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Dachau sowie die bis zu 25 Männer des THW Dachau ab ins Katastrophengebiet im Süden Münchens zum Schneeräumen. Am Freitag gingen die Feuerwehrkräfte wie berichtet in Holzkirchen zu Werke, am Samstag und am gestrigen Sonntag befreiten die freiwilligen Helfer in der Kreisstadt Miesbach Dächer von der weißen Last. Das THW war am Samstag und Sonntag in Miesbach beziehungsweise Nahe des Skigebiets Brauneck im Einsatz. Ein Knochenjob, wie sie berichten.

Das Feuerwehrteam aus dem Landkreis Dachau, bestehend aus Mitgliedern aus Altomünster, Dachau, Einsbach, Eisenhofen, Günding, Haimhausen, Hebertshausen, Hilgertshausen, Indersdorf, Karlsfeld, Kreuzholzhausen, Petershausen, Röhrmoos, Schwabhausen und Vierkirchen sowie Kräften der Unterstützungsgruppe Katastrophenschutz sowie der Kreisbrandinspektion, war in vier Züge aufgeteilt. „Man hat uns die Gebäude zugewiesen“, so Kreisbrandmeister Kasimir Solms, „und dann haben wir den ganzen Tag durchgearbeitet.“ Acht Stunden lang im hüfthohen Schnee, bei einer Schneelast auf den Dächern von etwa 125 Kilogramm pro Quadratmeter. Manche Gebäude hatten Pultdächer, die schräg abfallen, was die Sache gefährlich machte. „35 Kollegen waren hier speziell mit Absturzsicherungen im Einsatz“, so Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser.

Einen ganzen Tag Schneeschaufeln - das geht ganz schön auf die Knochen.

Und dann war da noch das Wetter. Zwar herrschte am Freitag zunächst „Traumwetter“, so Wolfgang Reichelt, Doch dann habe sich das geändert. „Schneefall und Wind haben die Arbeit erschwert“, so der Pressesprecher. Gerade Letzterer habe den Männern auf den Dächern auch noch am Sonntag kräftig um die Ohren geblasen.

Freilich waren nicht alle Helfer andauernd an der Schaufel. Die Kollegen hätten sich abgewechselt, jeder seine Pausen bekommen, so Kreisbrandmeister Solms, der dennoch von einer „ziemlich anstrengenden“ Angelegenheit spricht. Gegen 19 bis 20 Uhr war die Fahrzeugkolonne an den drei Tagen wieder daheim im Landkreis Dachau. Am heutigen Montag ist Ruhepause. Doch sowohl Reimoser als aus Solms rechnen damit, dass es vielleicht schon am Dienstag erneut heißen wird: Ab aufs Dach.

Ein weiterer Einsatz könnte auch dem THW bevor stehen. „Wir haben eine Anforderung bis Mittwoch“, so THW-Pressesprecher Sven Langer. Seine Männer – am Samstag waren es 20, am Sonntag sogar 25 – hatten neben dem Schneeschaufeln den Auftrag, die Massen abzutransportieren – mittels Radladers, Kippers oder Wechselladers. Das große Problem der technischen Helfer: „der Druck des sehr schweren Schnees“, so Langer.

Ob Feuerwehr und THW in der kommenden Woche noch einmal ran müssen, bleibt also abzuwarten. „Das hängt von den Wetterprognosen ab“, so Reimoser, „aber wenn man die Schneemassen sieht, dann weiß man: Es gibt noch einiges zu tun.“

Erstmeldung vom 11. Januar: Dachau entsendet Hilfe nach Holzkirchen

Aufbruchstimmung: Bereits um 5.30 Uhr morgens trafen sich die Einsatzkräfte in Dachau. Von da ging es dann in langer Kolonne nach Holzkirchen.

Holzkirchen/Dachau – Bei Dunkelheit um 6 Uhr morgens hat sich eine lange Kolonne von Feuerwehrfahrzeugen auf den Weg von Dachau ins verschneite Holzkirchen gemacht. Der Auftrag der rund 115 Einsatzkräfte: Schneeschippen! Viele Dächer in Holzkirchen ächzen momentan unter der schweren Schneelast. „Rund ein Meter liegt auf den Dächern“, berichtet Kreisbrandinspektor Georg Reischl, der sich persönlich am Einsatzort ein Bild von der Lage machte. Seine ersten Eindrücke schildert er so: „Es ist eine beeindruckende Winterlandschaft, alles ist weiß und an den Straßenrändern türmen sich die Schneeberge vom Räumen.“

Die Dächer frei bekommen - ein Wettlauf gegen die Zeit

An den Straßenrändern stört die weiße Pracht nicht, auf den Dächern muss sie aber weg, denn der Wetterbericht verheißt nichts Gutes. Für das Wochenende ist Tauwetter mit Regen angesagt, ab Montag soll es dann wieder kälter werden. Der Schnee, der dann noch auf den Dächern liegt, würde nur noch schwerer werden und zusätzlich vereisen. Dann wäre es beinahe unmöglich, die Dächer freizubekommen – das Schneeräumen wird zum Wettlauf gegen die Zeit.

Deshalb werden auch heute wieder über 100 Feuerwehrleute aus dem Dachauer Land im Landkreis Miesbach zahlreiche Dächer von der Schneelast befreien. Ursprünglich war zunächst nur ein Einsatztag geplant. Am Freitagabend ging es für die Dachauer Feuerwehrlehr trotzdem erst einmal wieder nach Hause.

Die Entscheidung über die Aussendung eines Hilfsleistungskontingents fällt die Regierung von Oberbayern. Wenn eine Kommune den Katastrophenalarm auslöst, kann sie bei der Regierung um Unterstützung bitten. Die organisiert dann die Entsendung der Hilfsleistungskontingente.

Dachauer schicken vor allem „Manpower“ nach Holzkirchen

Die gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, passend für verschieden Katastrophenszenarien. Im aktuellen Fall wurde das Standardkontingent ausgesandt. Das bedeutet vor allem „Manpower“, erklärt Landrat Stefan Löwl. Spezielle Ausrüstung, außer Schneeschaufeln bringen die Einsatzkräfte nicht mit an den Einsatzort. Und auch um die Verpflegung vor Ort und Sanitäter müssen sie nicht kümmern. „Diese Aufgabe haben die Holzkirchener übernommen“, sagt Löwl. Mit denen habe man sich sofort in Verbindung gesetzt, als am späten Donnerstagnachmittag die Anfrage von der Regierung kam.

Dass gerade Dachau ausgewählt wurde, hat einen einfachen Grund: der Landkreis ist nur geringfügig von dem Schneechaos betroffen. Grundsätzlich muss jedoch jede Kommune vorbereitete Pläne für solche Hilfsleistungskontingente parat haben, damit dann im Ernstfall alles schnell geht. Das Dachauer Kontingent setzt sich aus Feuerwehrleuten aus dem gesamten Landkreis zusammen. Bei der Zusammensetzung wird natürlich auch der Bedarf in de Heimat berücksichtigt. „Ein Autobahnfeuerwehr wie Odelzhausen wird da weniger belastet als andere“, erklärt Georg Reischl.

Landrat Stefan Löwl betont vor allem eine Sache: „Das sind alles Ehrenamtliche. Deshalb bin ich sehr stolz und glücklich, dass sich da 115 von ihnen bereit erklären, dort zu helfen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Traurige Nachricht: Beliebter Traditionsbäcker hört auf
Das Backen war diesem Mann quasi in die Wiege gelegt. Seinen Betrieb kannte jeder in Indersdorf. Doch jetzt geht er in Ruhestand. Die Bäckerei Kornprobst übernimmt.
Traurige Nachricht: Beliebter Traditionsbäcker hört auf
Empfindliche Strafe für Facebook-Kommentar
Das Amtsgericht Dachau hat einen 54-jährigen Hebertshauser wegen Volksverhetzung verurteilt. Der zweifache Familienvater hatte auf der Facebookseite eines Fernsehsenders …
Empfindliche Strafe für Facebook-Kommentar
DAH
Unfall auf der B 471 auf Höhe Gada
Zu einem Auffahrunfall im abendlichen Berufsverkehr ist es am Freitag gegen 17.30 Uhr auf der B 471 auf Höhe Gada ausgerückt. Weil eine der Unfallbeteiligten ihre Beine …
Unfall auf der B 471 auf Höhe Gada
Leonidas Panagiotis aus Dachau
Leonidas Panagiotis heißt das zweite Kind von Sandra und Nikos Nikolaidis aus Dachau. Der Bub erblickte in der Dachauer Frauenklinik das Licht der Welt. Bei der Geburt …
Leonidas Panagiotis aus Dachau

Kommentare