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Als würden die Farben tanzen: bei der Ausstellungseröffnung im Gespräch (von links): Künstlerin Katharina Ulke, KVD-Vorsitzender Johannes Karl und Kunsthistorikerin Stephanie Lyakine-Schönweitz. Im Hintergrund die Ulke-Werke „night on earth“. 

Katharina-Ulke-Ausstellung in der KVD

Horizontale Linien der Erinnerung

Horizontale Linien der Erinnerung heißt die Ausstellung von Künstlerin Katharina Ulke „mittendrin“ in der KVD. Noch bis zum 10. Juni sind die abstrakten Gemälde und Grafiken dort zu sehen.

Dachau – Der ein oder andere neigte vielleicht den Kopf. Waren doch die Besucher, die gerade von der Gemäldegalerie die Vertikale durch die Bilder von Bäumen (diese Ausstellung läuft noch bis 16. September) gewöhnt, sahen sie in der KVD-Galerie dagegen hauptsächlich horizontale Linien. Auch die Farbe Grün suchten sie hier fast vergebens. Denn die Künstlerin Katharina Ulke, die dort gerade ausstellt, zeigt in ihren Gemälden und Grafiken ihre abstrakt wiedergegebenen Erinnerungen von Landschaften, Architektur oder gebrochenen Licht-Reflexionen im Wasser – womöglich viele vom Ammersee, wo die Künstlerin neben München arbeitet oder auch Athen, Lesbos, Kreta – wo die Künstlerin studierte und sich lange Zeit aufhielt. Doch dies ist in ihren Werken nicht mehr zu erkennen, denn die Künstlerin abstrahiert ihre Eindrücke und Erinnerungen stark, sodass teilweise sogar die Assoziation zu einer Landschaft verloren geht.

„Die Ausstellung lässt viel Raum für eigene Assoziationen“, wie Kunsthistorikerin und Freundin der Künstlerin, Stephanie Lyakine-Schönweitz, auf der Vernissage sagte. In den Ölgemälden wie Lithografien treffen „Licht und Farbe sowie Leichtigkeit und Schwere aufeinander“, beschreibt Lyakine-Schönweitz. So treffen beispielsweise tief dunkelblaue, breite Pinselstriche auf hellgelbe Flächen. Blaugrauer Hintergrund konkurriert mit einem zarten Orange.

In ihren Drucken wie in ihren Gemälden setzt Ulke Schicht auf Schicht, Fläche neben Fläche sodass sich „ein eher zufälliges Zusammenspiel der Flächen und Farben ergibt“, sagte Lyakine-Schönweitz. In Ulkes Lithografie-Reihe „Flow“ setzt sie bunte, horizontale Striche über und nebeneinander. „Es strahlt eine Leichtigkeit aus, als würden die Farben tanzen“, interpretiert die Kunsthistorikerin. Es seien entstandene Momentaufnahmen von Erinnerungen und abstrakten Gefühlen. Das namensgebene Werk der Ausstellung „mittendrin“ ist ein riesiges Ölgemälde in der Gelb wieder auf Dunkelblau, Graublau auf Himmelblau trifft. „Der Betrachter befindet sich mittendrin, zwischen Wahrnehmung und Erinnerung, Augenblick und dem was war“, sagte Lyakine-Schönweitz abschließend.

Die Ausstellung

„Mittendrin“ von Katharina Ulke in der KVD Galerie ist bis zum 10. Juni geöffnet. Die Öffnungszeiten lauten: Donnerstag bis Samstag von 16 bis 19 Uhr, Samstag von 16 bis 20 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr.

Miriam Kohr

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