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Die Dachauer Feuerwehr bekommt bald Helfer, die hauptberuflich im Einsatz sind.

Hauptamtliche verstärken Dachauer feuerwehr

Im Notfall schneller am Einsatzort

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Die Freiwillige Feuerwehr Dachau wird freiwillig bleiben. Grundsätzlich. Doch um die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist einhalten zu können, muss sich die Wehr mit hauptamtlichen Kräften verstärken.

Dachau – Als Stefan Fichtl vor 25 Jahren sein Ehrenamt bei der Freiwilligen Feuerwehr Dachau antrat, war die Große Kreisstadt noch wesentlich kleiner. „Wir hatten 35 000 Einwohner. Und keine Probleme, Mitglieder zu finden“, erinnert sich der Vorsitzende des Feuerwehrvereins. Inzwischen ist die Lage aber anders. Dachau wächst rapide, Vereine klagen über Nachwuchsmangel und – zu allem Überfluss – schreibt das Bayerische Feuerwehrgesetz auch noch vor, dass die gemeindlichen Feuerwehren in höchstens zehn Minuten nach Eingang des Notrufs am Unglücksort einzutreffen haben.

Wie viele hauptamtliche Kräfte bekommt die Dachauer Feuerwehr?

Die Konsequenz daraus konnten die Mitglieder des Hauptausschusses zuletzt im Feuerwehrbedarfsplan nachlesen, den das Ingenieurbüro für Brandschutz und Gefahrenabwehrplanung (IBG) gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe der Dachauer Feuerwehr in den vergangenen Monaten ausgearbeitet hat. Dessen Inhalt: Die sogenannte Wachbereitschaft der Feuerwehr muss sich in den kommenden Jahren mit mindestens 13 hauptamtlichen Einsatzkräften – als feuerwehrtechnische Beamte oder als Angestellte mit vergleichbarer Ausbildung – verstärken.

Wie hoch sind die Kosten für die zusätzlichen Kräfte?

Wie IBG-Experte Thomas Keller den Stadträten am Mittwoch darlegte, sieht der Plan für die kommenden vier Jahre eine schrittweise Aufstockung des Personals vor und einen Umbau des Feuerwehrhauses für die Wachbereitschaft. Bereits ab 1. Januar 2020 soll das Feuerwehrhaus rund um die Uhr mit sechs Einsatzkräften besetzt sein. Im Notfall können diese sechs Mann dann im vorgegebenen Zeitrahmen an den Unfallort eilen, während die Ehrenamtlichen in einem zweiten Fahrzeug folgen.

Zugrunde gelegt, dass jeder hauptamtliche Feuerwehrmann (oder -frau) 60 000 Euro im Jahr verdient, werden auf die Stadt künftig zusätzliche Personalkosten in Höhe von rund 800 000 Euro zukommen. Schon heute beschäftigt die Wehr vier hauptamtliche Gerätewarte, sodass sich die Personalkosten langfristig auf rund eine Million Euro jährlich belaufen.

Edgar Forster ist gegen einen „Hopplahopp“-Plan

Die Stadträte nahmen den Plan wohlwollend zur Kenntnis. Die finale Abstimmung darüber erfolgt zwar erst in der Vollversammlung des Stadtrats, Gertrud Schmidt Podolsky (CSU) aber beglückwünschte bereits jetzt die Feuerwehr, „dass sie die Mischung aus Ehrenamt und Profis wagt. Da gehört Mut dazu“! Auch Anke Drexler (SPD) betonte, dass ihre Fraktion den Plan unterstützen werde. Nur Edgar Forster (Freie Wähler) sah in Kellers Präsentation einen „Hopplahopp“-Plan, dessen Umsetzung der städtische Haushalt nicht hergebe.

Keller: „Für eine reine Berufsfeuerwehr ist Dachau zu klein“

OB Florian Hartmann (SPD) dagegen erklärte, die Gesetze nicht erfunden zu haben. „Aber uns davor zu verschließen, macht die Sache nicht besser!“ Experte Keller gab zu bedenken, dass die Stadt Dachau eine „kritische Größe“ habe: Sie sei zu klein für eine reine Berufsfeuerwehr und zu groß für ein Netz aus kleinen Ortsteilfeuerwehren. Dass vergleichbare Städte wie Passau ein ähnliches System noch nicht eingeführt hätten, liege schlicht daran, dass sie noch keinen Feuerwehrbedarfsplan hätten. „Die“, so glaubt Keller, „kennen ihre Probleme einfach noch nicht.“

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