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Auch die Narrenkappe wurde versteigert: Heribert Lorenz fand für fast alles einen Käufer. 

Versteigerung im Stadtbauhof

Verloren, vergessen, verkauft

Uhren, Laubbläser, Narrenkappen, Rucksäcke mit unbekanntem Inhalt – und vor allem Fahrräder: Zur Versteigerung am Samstag im Stadtbauhof kamen über 100 Interessierte. Manchen kauften soviel, dass sie gleich mit Anhänger kamen. Andere wiederum kauften ein Anhänger.

Von Miriam Kohr

DachauZum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten, hieß es etwa allein 80 Mal nur für Fahrräder. Genauso viele Radl haben am vergangenen Samstag bei der Versteigerung der Fundsachen den Besitzer gewechselt. Die Drahtesel standen davor seit mindestens einem halben Jahr im Bauhof und haben eigentlich darauf gewartet, dass sich ihre Besitzer endlich melden.

Es gibt verschiedene Wege, wie ein Fahrrad im Bauhof landen kann. Entweder es wird abgegeben, gefunden, stand zu lange verlassen am Bahnhof und wurde dort eingelagert – oder die Polizei bringt es als Diebesgut. Aber nicht alles kommt unter den Hammer.

„Räder, die zum Beispiel aus Flüssen gezogen werden, werden gleich entsorgt. Die Ware hier ist so, dass man damit auch noch was anfangen kann“, erklärt ein Bauhofmitarbeiter. Der Mann mit dem Hammer – Heribert Lorenz, eigentlich Leiter der Verkehrstechnik im Stadtbauhof, sagte gleich zu Beginn: „Wir machen das jetzt schon ziemlich lange, ihr braucht nicht zu glauben, dass ihr so ein gutes Mountainbike für zehn Euro bekommt“ – und zeigte dabei auf das erste Stück des Tages. So gingen die meisten Räder für nicht unter 50 Euro vom Tisch, viele erreichten einen Wert über 100 Euro. Ab und zu bot Lorenz ein gewisses Extra dazu. Rucksäcke mit unbekanntem Inhalt zum Beispiel oder auch zwei Narrenkappen waren dabei, die die Käufer dann unter Applaus stolz aufziehen durften.

Scheinbar spontan versteigerte Lorenz eine Einkaufstasche mit Inhalt. Er verriet nur „Größe S“. Ein Bieter mit den nötigen 10 Euro war schnell gefunden. Unter den Hammer kamen nicht nur Zweiräder, sondern auch Handys, Uhren, Schmuck und Taschen. Besonders beliebt: Die ausrangierten, aber noch funktionstüchtigen Laubbläser und Freischneider des Stadtbauhofes. Da ging fast nichts unter 90 Euro weg. Am schwersten „nach Hause zu tragen“ hatte der Höchstbietende des Anhängers mit offenem Kastenwagen mit TÜV. „Ein Schnäppchen hast du da gemacht“, sagte Lorenz, als der neue Besitzer die 123 Euro bezahlt. „Viele kommen gleich mit Anhänger“, betonte eine Bauhofmitarbeiterin, die an der Kasse half. Wer fünf Erwachsenen-Fahrräder, ein Kinderfahrrad und dann auch noch beim Rollator mit Schwimmflügeln für zwei Euro zuschlägt, hat auch einen Anhänger nötig.

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