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Die Top 20 der CSU-Stadtratskandidaten für die Kommunalwahl am 15. März 2020: Christian Hartmann, Heidi Lewald, Peter Wagner, Sylvia Theodossiadou, Elisabeth Zimmermann, Anna Eder, Stefanie Aschbichler, Katja Graßl, Tobias Stephan, Peter Strauch, Florian Schiller, Norbert Winter, August Haas, Tobias Bayer, Günter Dietz und Michael Putterer (v.l.). Nicht auf dem Bild, weil sie die Versammlung vor dem abschließenden Fototermin verlassen hatten, sind Gertrud Schmidt-Podolsky, Silvia Kalina, Peter Schuster und Kerstin Eckstein. 

Im Team gegen den Solisten

CSU Dachau präsentiert ihre Stadtratsliste

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Mit der Präsentation ihrer 40 Kandidaten für den Stadtrat ist die Dachauer CSU am Donnerstagabend nun endgültig in die heiße Wahlkampf-Phase gestartet. Die Botschaft: „Ein Weiter-so in der Stadtpolitik darf es nicht geben!“ Den Politikwechsel umsetzen sollen junge Gesichter und erfahrene Kräfte.

Eine „Liste, die ihresgleichen sucht“, „starke Köpfe“, „tolle Leute“, „Menschen, die gestalten wollen“: Ortsvorsitzender Tobias Stephan, Fraktionsvorsitzender Florian Schiller und OB-Kandidat Peter Strauch sparten nicht mit Lob für die 40 Dachauer, die sie ihrem CSU-Ortsverband als Kandidaten für die Stadtratswahl am 15. März 2020 präsentierten.

Strauch war ja bereits im April offiziell zum Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters mit überwältigender Mehrheit ins Rennen geschickt worden (wir berichteten). Weil der Ortsvorstand aber schon befürchtet haben musste, dass die Abstimmung über die einzelnen Stadtratskandidaten nicht ganz so harmonisch verlaufen würde, gab Stephan noch vor der Wahl zu bedenken: Der Prozess, eine Liste zusammenzustellen, sei „nie ganz schmerzfrei“, aber man habe ihn „professionell und mit Teamgeist bewältigt“. Strauch betonte, dass die CSU die „einzig verbliebene Volkspartei“ sei, „daher brauchen wir auf unserer Liste einen Querschnitt der Bevölkerung“. Schiller zufolge habe man darauf geachtet, weibliche und männliche, junge und erfahrene Kräfte gleichermaßen zum Zug kommen zu lassen.

Einigen Mitgliedern aber war es dann wohl doch zu viel der Erfahrung auf der Liste. Während die Listen-Führer Strauch und Schiller noch alle Stimmen der Mitglieder bekamen und der drittplatzierte Ortsvorsitzende Stephan lediglich eine Nein-Stimme zählte, setzte es für Stadträtin Gertrud Schmidt-Podolsky auf Platz vier von 69 abgegebenen immerhin 13 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen. Noch schlimmer erwischte es die auf Platz zwölf gesetzte Stadträtin Silvia Kalina: Ihr verwehrten 20 Mitglieder die Zustimmung, neun enthielten sich.

Die jungen, neuen Gesichter dagegen bekamen den Beifall der Anwesenden: Bäcker Christian Hartmann auf Platz 20 wurde nur von einem Anwesenden abgelehnt, der 38-jährige Tobias Bayer nur von zweien. Das Küken im Team, die 21-jährige Pellheimerin Anna Eder, die nach eigenen Worten „das Hinterland im Stadtrat besser vertreten will“, schaffte mit nur fünf Gegenstimmen ebenfalls ein gutes Ergebnis.

Eder, die politisch bislang nicht aktiv war und erst im August CSU-Mitglied wurde, war von Stadträtin Christine Unzeitig ins Kandidaten-Boot geholt worden. Unzeitig selbst wird – genau wie ihre Stadtratskollegen Wolfgang Reichelt und Benedikt Hüller – bei der kommenden Wahl nicht mehr antreten. Weitermachen wollen dagegen die Stadträte Katja Grassl, Gustl Haas, Günter Dietz, Heidi Lewald, Elisabeth Zimmermann, Norbert Winter und Peter Wagner. Stadtrat Anton Limmer ist zwar noch auf Platz 40 gesetzt, macht aber keinen Hehl daraus, sich aus der Lokalpolitik zurückziehen zu wollen.

Strauch bedankte sich am Ende bei seinem Ortsverband für den Vertrauensvorschuss und versprach, mit seinem Team nun „alles geben zu wollen“, um den „Solisten Hartmann“ abzulösen. Bis zum Wahlsieg sei es zwar „ein harter, steiniger Weg“, aber „dass wir das schaffen können, davon bin ich heute überzeugter als noch vor einem halben Jahr“.

Denn: Die zuletzt vorgestellten Haushaltszahlen hätten gezeigt, dass „wir es so nicht weiterlaufen lassen können“. Der amtierende OB habe von seinem Vorgänger Peter Bürgel einen ausgeglichenen Haushalt ohne Schulden übernommen, „selbst nach zehn Jahren Kita-Offensive hatten wir immer noch Geld!“ Nun, in Zeiten von Hochkonjunktur und Niedrigzinsen, müsse die Stadt 7 Millionen Euro Kredit aufnehmen. Daran, so Strauch, sei nicht die so gern gescholtene „Bahn schuld, daran ist allein der OB schuld“!

Kommentar: Leider das Gegenteil von mutig

Peter Strauch wird nicht müde zu betonen, dass er führen und mutige Entscheidungen treffen kann. Leider hat er dies bei seiner CSU-Stadtratsliste nur bedingt unter Beweis gestellt. Abgesehen von der jungen, lokalpolitisch völlig unbeleckten Anna Eder ist gerade das weibliche Personal doch – höflich formuliert – nicht mehr taufrisch. Das schlechte Wahlergebnis für Gertrud Schmidt-Podolsky und Silvia Kalina zeigt, dass sich selbst sein eigener Ortsverband mehr Mut und Standfestigkeit gewünscht hätte, als die beiden Jahrzehnte langen Stadträtinnen vordere Listenplätze reklamierten. Was hätte Strauch auch zu verlieren gehabt? Er tritt aus der Opposition heraus gegen einen beliebten OB an – besser hätte der Zeitpunkt für einen Generationswechsel bei der CSU eigentlich nicht sein können. zip


„Ein starkes Team“: Das sind die 40 Stadtratskandidaten der CSU Dachau

  • 1. Peter Strauch, 46, Dipl.-Betriebswirt 
  • 2. Florian Schiller, 36, Dipl.-Kaufmann 
  • 3. Tobias Stephan, 43, Leiter Kommunikation und Marketing im Personalreferat der Stadt München 
  • 4. Gertrud Schmidt-Podolsky, 69, ehemalige Gleichstellungsbeauftragte am Landratsamt Dachau 
  • 5. Anna Eder, 21, Verwaltungsfachangestellte am Landratsamt Dachau 
  • 6. August Haas, 58, Landwirt 
  • 7. Günter Dietz, 62, Bauleiter 
  • 8. Katja Grassl, 48, Realschullehrerin 
  • 9. Michael Putterer, 33, Schadensregulierer bei einer Versicherung 
  • 10. Heidi Lewald, 59, Architektin 
  • 11. Elisabeth Zimmermann, 70, frühere Grundschullehrerin 
  • 12. Silvia Kalina, 70, frühere städt. Angestellte
  • 13. Norbert Winter, 59, Kaminkehrer 
  • 14. Peter Schuster, 37, Bauunternehmer 
  • 15. Stefanie Aschbichler, 32, Angestellte im Sozialreferat der Stadt München 
  • 16. Peter Wagner, 52, Metzgermeister 
  • 17. Sylvia Theodossiadou, medizinisch-technische Assistentin 
  • 18. Tobias Bayer, 38, Bauprojektentwickler 
  • 19. Kerstin Eckstein, 52, Unternehmerin 
  • 20. Christian Hartmann, 51, Bäcker 
  • 21. Andreas Scherm, 43, Dipl.-Betriebswirt 
  • 22. Sebastian Tyroller, 38, Unternehmer 2
  • 3. Renate Enzensberger, 61, Hauswirtschafterin 
  • 24. Johannes Spannraft, 30, Landwirt 
  • 25. Lucia Tröger, 25, Studentin der Forstwirtschaft 
  • 26. Raffael Diepold, 29, Bauunternehmer 
  • 27. Julia Grote, 30, Bankangestellte 
  • 28. Gisela Prillinger, 75, Rentnerin 
  • 29. Franz Prepsl, 34, Objektleiter im Gebäudemanagement 
  • 30. Silvia Eder, 59, Sekretärin 
  • 31. Hans Eberhard, 56, freigestellter Betriebsrat 
  • 32. Bastian Bergmann, 41, Unternehmer 
  • 33. Sandra Novszki, 40, Assistentin der Geschäftsführung 
  • 34. Tanja Schwarzer, 33, Angestellte am Landratsamt Dachau 
  • 35. Andrea Hartl, 59, Angestellte am Landratsamt Dachau 
  • 36. Dr. Helmut Parzefall, 60, Jurist und Ministerialrat am bayer. Bauministerium 
  • 37. Michael Nauderer, 53, Bildhauer 
  • 38. Stefanie Lernbecher, 40, Dipl.-Kauffrau 
  • 39. Dr. Christina Epple, 60, Psychologin 
  • 40. Anton Limmer, 67, Malermeister

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