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Gefährliche Ablenkung: Mit Kopfhörern auf den Ohren sollten Radler besser nicht unterwegs sein.

Immer mehr Unfälle mit Radlern

Schuld sind meist die Autofahrer

Die warme Jahreszeit ist da, die Radfahrer zieht es wieder auf die Straßen und Radwege. Und dort kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Mit den richtigen Vorkehrungen wären viele aber zu vermeiden.

Landkreis – Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen – und mit ihnen die Anzahl der Radfahrer auf den Straßen und Radwegen. Und allzu oft sind Radler und Autofahrer nicht Verkehrsteilnehmer auf Augenhöhe, sondern Gegner auf der Straße. Das müsste nicht so sein, findet Peter Reiz vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Er wünscht sich eine gleichberechtigte Nutzung der Straße von Auto- und Radfahrern. Denn grundsätzlich empfiehlt der ADFC den Radlern, auf der Straße zu fahren und nur bei sehr geringer Fahrgeschwindigkeit auf Geh- und Radwege auszuweichen. So sei der Radfahrer optimal „im Blickfeld des Autofahrers“, wie Reiz erklärt – und so ließen sich zahlreiche Unfälle vermeiden.

Das gilt aber nur bei jenen Radwegen, die lediglich baulich von der Straße abgesetzt sind. Sobald sie durch eine Beschilderung – blaue Schilder mit weißem Fahrradsymbol, auch in Kombination mit Fußgängern möglich– als Radwege gekennzeichnet sind, müssen die Radler diese auch befahren. Denn das ist die gesetzliche Vorgabe. „Bei entsprechender Kennzeichnung müssen die Radwege genutzt werden“, erklärt Günther Findl, Pressesprecher der Polizei Dachau. Ausnahmen seien nur erlaubt, wenn der Radweg vereist oder in einem unbefahrbaren Zustand sei, klärt Findl auf.

Und auch die Radwege entlang der Landstraße seien grundsätzlich verpflichtend, so Reiz. Straßen zu nutzen, wo Autos mit über 100 Stundkilometer fahren, hält der ADFC-Vorsitzende auch jenseits der gesetzlichen Vorgaben für zu gefährlich.

Die Radfahrer können aber noch mehr tun, um sich zu schützen. Zu diesen Möglichkeiten zählt unter anderem die passende Kleidung. „Hell und leuchtend“, sollte sie laut Reiz sein, um eine optimale Sichtbarkeit sicherzustellen. Und das Wichtigste: Der Helm darf nicht fehlen.

Aber auch der Fahrstil der Radler habe großen Einfluss auf die Sicherheit, so Reiz: „Man soll deutlich und selbstbewusst fahren. Zögern und Zaudern verunsichert nur die anderen Verkehrsteilnehmer.“ Das soll aber nicht heißen, dass die Radfahrer zu Rowdys im Straßenverkehr werden sollen. Vorsicht und Rücksichtnahme seien die Grundlage für ein sicheres Miteinander auf der Straße, wie sowohl Reiz, also auch Findl betonen.

Das gelte sowohl für die Radler, aber natürlich besonders für die Autofahrer. Denn wenn es zum Unfall kommt, sind die Radfahrer ganz klar die Schwächeren. Reiz gibt aber zu bedenken: Die Radfahrer liegen zwar im Krankenhaus, aber der Autofahrer hat eine Menge Scherereien und ein Gewissensproblem. Bürokratie, eventuell Strafverfolgung und psychischer Stress würden bei den Fahrern ihre Spuren hinterlassen.

Die Schuld an den Unfällen liegt zwar nicht nur bei den Autofahrern, in drei von vier Fällen sind sie aber Unfallverursacher, wie Findl mitteilt. Damit bestätigt er das Gefühl von Peter Reiz, der meint, dass es „seltenst an dem Radler liegt, auch wenn ich einen Fehler nie ganz ausschließen kann“. Für ein sicheres Vorankommen im Straßenverkehr sind aber letztlich alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen verantwortlich. Thomas Benedikt

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