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Der Pausenhof der Greta-Fischer-Schule darf vorerst nicht begrünt werden - Immerhin gibt’s bald einen Spielcontainer

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Von: Stefanie Zipfer

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Kindgerecht und grüner sollte der Pausenhof des sonderpädagogischen Förderzentrums Greta-Fischer-Schule werden. Kurzfristig aber sind Umbauarbeiten auf dem Gelände nahe der Thomawiese verboten.
Kindgerecht und grüner sollte der Pausenhof des sonderpädagogischen Förderzentrums Greta-Fischer-Schule werden. Kurzfristig aber sind Umbauarbeiten auf dem Gelände nahe der Thomawiese verboten. Foto: Habschied © Habschied

Dachau – Kreisrätin Lena Eberl war verwirrt: Wie es denn sein könne, fragte sie ihren Kreistags-Kollegen und gleichzeitig Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) während der jüngsten Schulausschusssitzung im Landratsamt, dass privaten Bürgern in der Großen Kreisstadt mittels allerhand Verboten und Verordnungen vorgeschrieben werde, wie sie ihre Gärten zu gestalten hätten, aber der Landkreis dürfe an der Greta-Fischer-Schule „keinen Baum und keinen Strauch pflanzen“?

Dies so Eberl, „ist nicht stringent und nicht nachhaltig“!

Tatsächlich hatte die Stadt dem Landratsamt mitgeteilt, dass Neuanpflanzungen im Randbereich des Schulpausenhofs, der sich in unmittelbarer Nähe zur Ludwig-Thoma-Wiese befindet, „nicht möglich sind“. Dieser Stellungnahme vorausgegangen war ein fraktionsübergreifender Antrag von Kreisräten aus dem vergangenen November, der darauf abgezielt hatte, den ansonsten durchweg grauen Pausenhof doch ein wenig kindgerechter und grüner zu gestalten.

Platz für Wagen der Schausteller

Die Stadt begründet ihre Ablehnung der Pausenhofumgestaltung mit dem einmal im Jahr auf der Thomawiese stattfindenden Volksfest. „Im Vergleich zu anderen Volksfesten unserer Größenordnung haben wir schon jetzt eigentlich viel zu wenig Platz für die Fahrzeuge unserer Schausteller.“ Deren Wohn- und Mannschaftswagen würden durch „gesetzliche Vorgaben von Raumgrößen pro Person zwangsläufig immer größer“. Ein weiterer Flächenverlust – der Holzlagerplatz des ehemaligen MD-Geländes als Abstellfläche kann ebenfalls nicht mehr genutzt werden – wäre für die Stadt daher „nicht mehr kompensierbar und würde die Durchführbarkeit des Volksfests im bisherigen Umfang gefährden“.

OB reagiert dünnhäutig

OB Hartmann reagierte auf Eberls Frage entsprechend dünnhäutig: Er habe den Eindruck, so Hartmann, dass es „Leute gibt, die wollen, dass unser Volksfest nicht mehr stattfindet“! Es müsste eben Schwerlastverkehr über den Platz, „das sind Lkw, Traktoren, Zugmaschinen, Wohncontainer“. Insofern bitte er, „dass man das akzeptiert“!

Landrat Stefan Löwl schlug daraufhin eine salomonische und einstimmig gebilligte Lösung vor: Der Pausenhof des sonderpädagogischen Förderzentrums Greta-Fischer-Schule bleibt zwar grau, bekommt dafür aber kurzfristig einen mobilen, rund 50 000 Euro teuren Spielcontainer.

Auftrag an Landschaftsarchitekt

Langfristig soll es dann eine grundlegende Pausenhofneugestaltung geben, die nach den Plänen eines eigens beauftragten Landschaftsarchitekturbüros unter anderem ein mobiles grünes Klassenzimmer und ein „veränderbares Labyrinth“ vorsieht. Umgesetzt werden soll dieser Plan jedoch erst im Zuge des geplanten Neubaus des Hauses 2 der Schule. Das Landratsamt rechnet dafür jedoch „mit einer noch langen Umsetzungsdauer“.

Bis dahin, so Löwl, „gehen wir jetzt voran und machen es mit mobilen Lösungen sukzessive“. Über Dachbegrünungen hofft er außerdem, „eine Kompensation hinzukriegen“.

Kreisrätin Eberl übrigens gab zu Protokoll, dass „das Volksfest uns allem am Herzen liegt“. Nach zweijähriger Coronapause soll die Großveranstaltung heuer – Stand jetzt – von Samstag, 13., bis Montag, 22. August, stattfinden.

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