Impfungen gegen Covid-19
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Bald soll noch mehr geimpft werden

Angebote in den nächsten zehn Tagen

„Impfturbo“ gegen Corona: Landkreis lässt jetzt Ü-60-Jährigen an die Reihe

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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In den vergangenen Tagen hat die Impfkampagne gegen das Coronavirus Fahrt aufgenommen. Und es soll in einem oberbayerischen Landkreis noch schneller gehen.

Dachau – Seit Anfang April unterstützen die Hausärzte die Impfkampagne im Landkreis. Und laut Dr. Christian Günzel, Versorgungsarzt im Landkreis und selbst Allgemeinmediziner, tun sie dies „super motiviert“ und äußerst erfolgreich. Gut 2000 Menschen hätten bei Hausärzten im Landkreis schon ihre Corona-Erstimpfung erhalten – „und es werden noch viel mehr werden“, wie Günzel verspricht.

Corona-Impfung: Hausärzte berichten von überlasteten Telefonleitungen

Klar, so ganz ohne Stolpersteine ging auch der Hausärzte-Impfstart nicht vonstatten. So habe es aufgrund „massivst vieler Anfragen“ bisweilen überlastete Telefonleitungen gegeben. Ohnehin gebe es derzeit „sehr viele corona-assoziierte Anfragen bei Hausärzten“; eine Flut von Anrufen impfwilliger Patienten habe dann in der einen oder anderen Praxis leider zu Problemen geführt. Günzel bittet daher um Geduld: „Die Hausärzte kennen ihre Patienten. Die haben Listen gemacht, wer geimpft werden kann und will.“ Entsprechend würden die Praxen auf die Patienten mit Terminangeboten zukommen. Jüngeren Patienten empfiehlt Günzel, ihrem Arzt am besten eine E-Mail mit der Bitte um einen Impftermin zu schreiben. „Ein gesunder 40-Jähriger“, so Günzel, „braucht nicht anzurufen. Der kriegt das auch anders hin“.

Landkreisbürger, die sich beim bayernweiten Impfportal Bayimco angemeldet hatten und nun beim Hausarzt geimpft wurden, müssen sich laut Gesundheitsamt außerdem selbst darum kümmern, sich bei Bayimco abzumelden. Eine automatische Mitteilung des Hausarztes beziehungsweise der Krankenkasse an das Portal sei nämlich (noch) nicht möglich. „Wir hoffen aber, dass das noch geändert wird“, so Günzel.

Bürokratie erschwert Corona-Impfungen bei den Hausärzten

Überhaupt, die Bürokratie. Im Vergleich zur Grippeimpfung, die Hausärzte „so nebenbei“ machen könnten, werde bei der Corona-Schutzimpfung tatsächlich viel Papier verbraucht. Aber Günzel sieht es so: „Das ist ein neuer medizinischer Eingriff mit möglichen Nebenwirkungen. Da muss man schon aufklären und dokumentieren.“ In drei, vier Jahren, so hofft der Mediziner, „werden wir das aber sicher nicht mehr machen“.

Welche Hausärzte im Landkreis überhaupt gegen Corona impfen, können und dürfen weder Günzel noch das Landratsamt – etwa über die Internetseite www.landkreis-dachau.de – zusammenfassend mitteilen. Aus Datenschutzgründen dürfe er das nicht weitergeben, so Günzel. Den Patienten bleibe daher nichts anderes, als bei ihrem Hausarzt selbst in Erfahrung zu bringen, ob dieser gegen Corona impfe.

Hausärzte werden in Sachen Corona-Impfung „der Schlüssel werden“

Grundsätzlich aber sind die Verantwortlichen im Landrats- und Gesundheitsamt von den Hausarzt-Impfungen überzeugt. „Die werden der Schlüssel werden“, glaubt Günzel. Zudem wird in den kommenden Tagen aber auch in den beiden Impfzentren der „Impfturbo“ gezündet: Bei der Sitzung der sogenannten Pandemiegruppe im Landratsamt am vergangenen Freitag wurde nämlich bekannt, dass der Landkreis in den kommenden Tagen viel Impfstoff – von Biontech und Astrazeneca – erhalten wird und damit, so Günzel, „in den nächsten zehn Tagen allen Menschen über 60 Jahren ein Angebot für die Erstimpfung machen kann“.

Auch in Starnberg konnten am vergangenen Wochenende über 2000 Menschen bei einer Sonderimpfaktion gegen das Coronavirus geimpft werden.

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