Eine Frau impft eine Seniorin gegen Corona.
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Menschen ab 80 können sich als erste gegen Corona impfen lassen. Doch die Registrierung stellt viele Senioren vor große Probleme.

Das gibt es zu beachten

Alles Wissenswerte zur Impfanmeldung im Landkreis Dachau

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Das Anmelden zur Corona-Impfung ist kompliziert und überfordert viele Senioren. Was Impfwillige nun wissen müssen, hat die Heimatzeitung zusammengefasst.

Dachau – Als Ende vergangenen Jahres der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verkündete, dass mit Beginn des neuen Jahres massenweise geimpft werden könne, sahen viele Landkreisbürger endlich wieder Licht am Corona-Horizont. Doch so einfach ist es nicht, gerade die Anmeldung zur Impfung hat ihre Tücken.

E-Mail-Adresse

Es gibt zwei Wege zur Impf-Anmeldung: entweder über die Telefonnummer 116 117, oder über das Internetportal impfzentren.bayern. Für letzteres aber wird eine E-Mail-Adresse benötigt, was viele Ehepaare, die sich eine E-Mail-Adresse teilen, vor Herausforderungen stellt. Apotheker Maximilian Lernbecher empfiehlt in diesem Fall: „Melden Sie einfach mit dieser Adresse einen Ehepartner an. Wenn der dann geimpft ist, kann der andere Partner die Adresse für seine Anmeldung verwenden.“

Impf-Reihenfolge

Senioren, die nicht firm sind mit Computer-Technik, und über die oft überlastete Telefonnummer 116 117 einen Impftermin zu ergattern versuchen, müssen keine Angst haben, dass ein jüngerer Mensch, der sich online über das Impfportal anmeldet, schneller drankommt. Die Terminvergabe erfolgt streng nach Alter. Es gilt: Senioren gehen vor!

Mitzubringende Formulare

Auf der Internetseite des Landratsamtes steht, dass Impfwillige zum Termin in den Impfzentren bereits eine Anamnese und Einwilligungserklärung mitbringen sollen. Den über 80-Jährigen wurden diese Formulare per Post zugesandt, auch die über 70-Jährigen werden sie laut Landrat Stefan Löwl auf dem Postweg erhalten. Alle anderen Bürger können die Formulare über das Internet herunterladen. Wichtig: Die Impfwilligen können das Anamnese-Formular sowohl zu Hause (eventuell in Absprache mit dem Hausarzt) oder vor Ort im Impfzentrum ausfüllen. Wer die Formulare nicht bekommen hat oder nicht online herunterladen kann, bekommt sie problemlos vor Ort. Gerade im Moment, da mangels Impfstoff die Impfzentren ohnehin noch nicht Volllast fahren, hat das Personal in den Impfzentren genügend Zeit, den Impfwilligen im Warteraum des Impfzentrums auf einem Klemmbrett die Formulare zu übergeben, wo sie in aller Ruhe ausgefüllt werden können.

Hilfestellung

Apotheker Lernbecher betont, dass er und seine Kollegen gerne Hilfestellung bei der Online-Anmeldung leisten. Einzig um die E-Mail-Adresse könne und dürfe er sich nicht kümmern – aus Datenschutzgründen, wie er erklärt. Vor allem was die medizinischen Fragen im Vorfeld der Impfung betreffen, würden Lernbecher zufolge die Hausärzte weiterhelfen.

Terminvergabe

Wer sich für die Impfung angemeldet hat, wird automatisch per E-Mail und/oder SMS kontaktiert, sobald er an der Reihe ist. Eine weitere Kontaktaufnahme mit dem Impfzentrum ist daher nicht erforderlich!

Geduld

Eine wichtige Charaktereigenschaft in diesen Tagen ist Geduld. Doch auch das Timing kann entscheidend sein: Gerade die Online-Plattform ist zu Stoßzeiten gern überlastet, daher empfiehlt es sich, am frühen Morgen oder späten Abend sein Glück zu versuchen.

Bald dezentrale Impfangebote im Landkreis

Das große Ziel im Landkreis Dachau ist, alle Impfwilligen bis 30. September geimpft zu haben. „Dann können die Leute tiefenentspannt in den Herbst gehen“, betont der Landkreis-Apothekersprecher Maximilian Lernbecher. Doch dafür müssen die Impfungen endlich Fahrt aufnehmen – und genau das verspricht Landrat Stefan Löwl.

In einem Schreiben an die über 80-Jährigen, das in den kommenden Tagen verschickt werden soll und dessen Entwurf der Heimatzeitung vorliegt, heißt es, dass eine „Impfung zuhause mit den zur Zeit verfügbaren Impfstoffen zwar (noch) nicht möglich“ sei, aber: „Wir arbeiten gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten an dezentralen Angeboten in den Landkreisgemeinden.“ Zugleich bittet Löwl um Verständnis: Viele der jüngsten Entwicklungen habe der Landkreis aber schlicht nicht beeinflussen können.

zip

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