Das Karlsfelder Impfzentrum ist nur noch bis Ende des Monats geöffnet. Zuletzt hat die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen nachgelassen, die Impfwilligen nutzen stattdessen lieber die dezentralen Angebote vor Ort.
+
Das Karlsfelder Impfzentrum ist nur noch bis Ende des Monats geöffnet. Zuletzt hat die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen nachgelassen, die Impfwilligen nutzen stattdessen lieber die dezentralen Angebote vor Ort.

Standorte Dachau und Karlsfeld nur noch bis 30. September in Betrieb

Landkreis Dachau: Impfzentren schließen zum Monatsende

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
    schließen

Die Impfzentren in Dachau und Karlsfeld stellen am 30. September ihren Betrieb ein. Impfwillige sollen stattdessen dezentrale Impfangebote nutzen oder niedergelassene Ärzte aufsuchen. Der Grund für die Maßnahme: Mobile Impfteams sind günstiger und flexibler – zumal die Zentren zuletzt auch nicht mehr ausgelastet waren.

Dachau/Karlsfeld – Wie viel der Betrieb eines Impfzentrums kostet, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Auf eine entsprechende Nachfrage antwortet Landratsamtssprecherin Sina Török ausweichend: „Es handelt sich hier um eine staatliche Aufgabe und somit auch staatliche Ausgaben. Wir sind nicht befugt, hierzu konkrete Auskünfte zu geben.“ Was Török aber sagt: Die Regierung von Oberbayern, die unter anderem die beiden Landkreis-Impfzentren in Dachau und Karlsfeld finanziert, habe deutlich zu verstehen gegeben: „Wir müssen da Einsparungen machen.“

Vor diesem Hintergrund setzte sich die Koordinierungsgruppe Pandemie – bestehend aus Vertretern von Katastrophenschutz, Impfzentren, Testzentren, ärztlichem Kreisverband, Apotheken, Gesundheitsamt, Klinikum, Schulamt, Landrat sowie Bürgermeistern – Anfang August zusammen, um abschließend die Frage zu klären: Wie soll es mit dem Impfen weitergehen?

Die Antwort: Es wird weitergeimpft! Allerdings ab Oktober nicht mehr in den beiden Impfzentren, sondern nur noch in mobilen Teams, die dann, so Török, entweder per Bus in die Gemeinden fahren oder in Turnhallen, Wirtshäusern oder sonstigen öffentlich zugänglichen Einrichtungen Station machen. Ziel sei dabei, „mindestens acht dezentrale Impfangebote pro Woche im Landkreis“ zu machen.

Die Entscheidung der Pandemiegruppe begründet Török mit der Tatsache, dass „das mobile Impfen in den letzten Wochen sehr gut angenommen wurde“ und dass es, „gerade in Dachau und Karlsfeld, zahlreiche ärztlichen Impfangebote durch die großen Praxen“ gibt. In den beiden stationären Impfzentren dagegen sei die Nachfrage zuletzt zurückgegangen.    

Dies bestätigt auch Dennis Behrendt, stellvertretender Kreisgeschäftsführer des BRK. Das Rote Kreuz betreibt seit Ende vergangenen Jahres das Dachauer Impfzentrum, die Johanniter Unfallhilfe das Zentrum am Karlsfelder See. Behrendt zufolge arbeiteten die Kollegen – nach anfänglichen Startschwierigkeiten mangels Impfstoff – im Frühjahr bis zu 14 Stunden täglich. „Diese Phase ist aufgrund eines Rückganges der Nachfrage jedoch seit zirka Mitte Juni wieder vorbei“, so der BRK-Vizechef. Aktuell würden die Termine „stark verdichtet, um keinen Leerlauf des Impfzentrums zu haben“, frei gewordene Kapazitäten schichte man in den Betrieb der mobilen Impfangebote um. „Aktuell haben wir pro Woche immer sechs Schichten mit jeweils fünf Stunden im Impfzentrum am Rotkreuzplatz laufen“, so Behrendt. Dies entspreche etwa einer Auslastung von 50 bis 60 Prozent, im Verhältnis zu einem möglichen Maximalbetrieb des Impfzentrums.

Zwar habe man beim BRK „immer die Meinung vertreten, dass ein Weiterbetrieb von staatlich organisierten stationären Impfzentren als zusätzlichem Baustein – neben mobilen Angeboten, Impfungen durch Hausärzte, et cetera – wichtig ist“. Dennoch hält Behrendt fest: Mit der Resonanz auf die mobilen Impfangebote sei er „sehr zufrieden“. Durchschnittlich würden derzeit 30 Impfungen pro Termin durchgeführt, pro Woche habe es „drei bis fünf Termine“ gegeben.

Doch nicht nur bei den Impfungen wird es in den kommenden Wochen eine Ausdünnung des Angebots geben. „Nach aktueller Planung werden wir unsere Struktur der Testangebote spätestens Anfang Oktober verändern“, erklärt der BRK-Mann. Er gehe davon aus, dass sich „die Nachfrage rückläufig entwickeln wird“. Wie hoch der Preis für einen – dann kostenpflichtigen – Schnelltest an den BRK-Stationen ab 11. Oktober sein wird, ist Behrendt zufolge nicht entschieden. Noch fehlten Details, wie die Abrechnung erfolgen soll. Grundsätzlich aber werde das BRK die Testangebote aufrechterhalten, solange „es für uns wirtschaftlich vertretbar und im Rahmen des Infektionsgeschehens sinnvoll ist“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare