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Tour-Guide: Michael Kraus (2.v.l.) bemängelt in der Erich-Ollenhauer-Straße, dass Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Fahrradweg ein Überqueren für Radfahrer erschweren. Sabine Geißler (Bündnis), OB Florian Hartmann, Anke Drexler (beide SPD), zweiter Bürgermeister Kai Kühnel (Bündnis) und Volker C. Koch (SPD, v.l.) hören zu.

Jährliche Radrundfahrt durch Dachau

Warum zu wenig Leute aufs Rad steigen

Behindernde Grünstreifen, Schrittgeschwindigkeit auf „geduldeten“ Wegen, zu schmale Radwege – Michael Kraus vom ADFC erläuterte bei einer kleinen Tour, warum in Dachau zu wenig Leute aufs Rad steigen.

Dachau – Zur alljährlichen informativen Radrundfahrt durchs Dachauer Stadtgebiet hatte der Runde Tisch Radverkehr Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) und die Stadträte eingeladen. Die Führung übernahm Michael Kraus vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Neben dem OB waren sechs Stadträte gekommen. „Es geht darum, Ihnen die verschiedenen Arten der Radverkehrsführung in Dachau und die jeweiligen Auswirkungen zu zeigen“, betonte Kraus am Startpunkt neben dem Fahrradparkhaus am S-Bahnhof. „Denn das mangelnde Angebot für Radfahrer in Dachau verhindert, mehr Leute aufs Rad zu bringen.“   

Vom Bahnhof aus ging es auf der Frühlingstraße zur Schleißheimer Straße und weiter bis zur Alten Römerstraße. Kraus blieb beim Thema. Denn hier seien lediglich Radfahrer auf den Gehwegen geduldet, was bedeutet: Radfahrer dürften nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Sie müssten also eigentlich unter zehn Stundenkilometer bleiben. Das könne doch nicht im Sinne der Dachauer Radinfrastruktur sein, klagte Kraus. Ähnliches gilt auch für die Theodor-Heuss-Straße.

„Wie können wir das ändern?“ wollte OB Hartmann wissen. Die Antwort lieferte er gleich selbst: „Einen eigenen Radweg in den Grünstreifen bauen?“

Doch das geht nicht in jeder Straße. Selbst wo ein eigener benutzungspflichtiger Radweg vorhanden ist, so kritisierte Kraus am Beispiel der Freisinger Straße zwischen der Erich-Ollenhauer-Straße und der Bahnschranke, ist er meist zu schmal zum Überholen anderer Radfahrer.

Und der Grünstreifen trenne den Radweg häufig auch noch von der Fahrbahn ab. Besser wäre es, sagte Kraus, wenn der Radweg direkt neben der Fahrbahn verlaufen würde. „Da müssten wir ja alle Bäume abholzen“, meinte der OB etwas überspitzt. Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) ergänzte: „Da hätt’ ich auch was dagegen.“

Gar nichts hält Kraus von Radwegen, die nur durch einen weißen Strich vom Gehweg abmarkiert wurden – wie in der Münchner Straße zwischen Hermann-Stockmann-Straße und Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Denn da stünden häufig Mülltonnen im Weg, und Glasscherben zerstörten Fahrradreifen.

Da sei die Markierung eines Fahrradstreifens auf der Fahrbahn wie in der inneren Münchner Straße zwischen Bahnhofstraße und Bäckerei Denk deutlich besser. Denn das sei für Radler deutlich flexibler und damit angenehmer. „Das wird aber von vielen Radfahrern bestritten“, warf Koch ein.

Ein Gefahrenmoment in der Münchner Straße beim MVZ sei auch der stärkere und schneller fließende Verkehr in diesem Abschnitt, wie Verkehrsplaner Justus Hoffmann vom Stadtbauamt, Abteilung Tiefbau, bemerkte. Kurzfristig habe man dort bereits den Versuch gemacht, die Ampel-Überquerungshilfe beim MVZ alle 30 Sekunden automatisch für den Autoverkehr auf Rot zu schalten. Aber das produziere gerade in den Stoßzeiten große Staus.   

Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau) erkundigte sich, ob ein Schutzstreifen auf der Fahrbahn auch für die Amper-Brücke im Zuge der Münchner Straße möglich sei. Doch Hoffmann erklärte, hier sei im Moment wegen des mangelnden Platzes keine Lösung möglich.

Um einen Fahrradstreifen zu ermöglichen, will das Bauamt im Übrigen in der Mittermayerstraße zwischen Etzenhauser- und Stögerstraße nach der Bushaltestelle drei vorhandene Parkplätze noch entfernen. Dieser Streifen sollte, so fügte Michael Kraus an, bei der Ludwig-Thoma-Straße bis einschließlich Einmündung der Steinkirchner Straße weitergezogen werden. Doch laut Hoffmann gibt es hier noch juristische Probleme.

Einen letzten Kritikpunkt bracht Michael Kraus in Bezug auf die Kreuzung Schleißheimer-/Theodor-Heuss-Straße: Rad fahrende Linksabbieger würden zwei Ampelschaltungen brauchen, um rüberzukommen.

rds

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