Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

17,2 Prozent mehr Bevölkerung bis 2035

Der Dachauer Landkreis wächst am schnellsten

Dachau – Bayerns Bevölkerung wächst. Und der Landkreis Dachau am meisten. Das verrät eine Prognose, die gestern veröffentlicht wurde. Der massive Zuzug hat gute Gründe – und ist eine große Herausforderung für den gesamten Landkreis.

Bayerns Bevölkerung wird bis zum Jahr 2035 um insgesamt 5,4 Prozent wachsen – von rund 12,8 Millionen Einwohnern im Jahr 2015 auf über 13,5 Millionen. Diese Aussage geht aus der von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vorgestellten Prognose des Landesamts für Statistik hervor. In Oberbayern wachsen alle Landkreise, doch Dachau ist der Rekordhalter: Hier wird ein Wachstum von 17,2 Prozent erwartet, in Zahlen: rund 25 000 Menschen. Zum Vergleich: die Nachbarlandkreise Pfaffenhofen mit 13,8 und Freising mit 11,8 Prozent.

Landrat Stefan Löwl (CSU) erklärt sich den massiven Zuzug wie folgt: „Ich denke, die Gründe dafür sind die vielen großen Arbeitgeber in der Region, die attraktive Lage im Münchner Norden und natürlich die vielen kulturellen Angebote und Freizeitmöglichkeiten.“ So gebe es im Landreis alles in der Nähe oder in Reichweite.

Woher kommen die vielen Menschen? Einen besonderen Einfluss haben laut Herrmann die erhöhten Zuwanderungszahlen aus den anderen Bundesländern wie auch aus dem europäischen Ausland. Zwischen 2011 und 2015 kamen aus den anderen Bundesländern fast 56 000, aus dem Ausland sogar über 466 000 Menschen. Mit fast 338 000 Personen kommen die meisten laut Statistik aus der EU. Kaum Einfluss auf die Zahlen haben hingegen die Asylbewerber, wie Löwl erklärt, im Vergleich fallen diese kaum ins Gewicht.

Löwl betont die große Herausforderung – und findet auch mahnende Worte: „Die Frage ist sicher, ob dieses Wachstum so überhaupt zu stemmen ist und ob es in dieser Geschwindigkeit gesund ist.“ Löwl hebt besonders die aus seiner Sicht nötigen Investitionen in den Bereichen Wohnungsbau und Infrastruktur, besonders beim Verkehr, hervor. Beim jetzt schon teilweise problematischen Thema Wohnen sei häufig „weniger das Geld als vielmehr das Finden von Wohnraum überhaupt“ problematisch. Hier sieht der Landrat beim Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und der sozialen Bodennutzung auch die Gemeinden in der Pflicht.

Zukünftig weniger Kompromisse fordert er beim Ausbau der Infrastruktur. Neue Straßen seien notwendig, um dem Verkehr besser gerecht werden zu können. Hier sei im Landkreis in den letzten Jahren zwar saniert, aber wenig neu gebaut worden. Beim Ausbau des ÖPNV dürfe es in der Diskussion außerdem „nicht mehr entweder oder heißen, sondern in Zukunft eigentlich nur noch: und, und, und“.

Trotz der großen Herausforderungen überwiegt bei Löwl die Freude über die bestätigte Attraktivität des Landkreises: „Mir ist die Situation deutlich lieber, als ein unattraktiver Landkreis zu sein.“

Eigentlich kein Wunder, diese Beliebtheit des Landkreises, folgt man Regisseur Marcus H. Rosenmüller, der die Region schließlich mit „Beste Gegend“ beschrieb.

ahu

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Abschied nach 27 Jahren Seelsorge in Tandern
Am 31. August geht für Pfarrer Paul Riesinger die Zeit als Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Tandern zu Ende.
Abschied nach 27 Jahren Seelsorge in Tandern
Fleisch aus der „Genussregion Ampertal“ soll zur Marke werden
Das Metzger-Logo der Innung soll künftig ein „M“ statt ein „F“ zieren. Denn der Begriff Fleischer werde in Bayern nicht verwendet.
Fleisch aus der „Genussregion Ampertal“ soll zur Marke werden
Mehr Vernetzung für Selbsthilfe im Landkreis Dachau
Das Selbsthilfezentrum München hatte in Kooperation mit der Gesundheitsregion Plus Landkreis Dachau im Haus der Begegnung in der Dachauer Altstadt erstmals zum …
Mehr Vernetzung für Selbsthilfe im Landkreis Dachau
Mann (26) raucht am Arbeitsplatz Cannabis und pustet Kollegin Rauch ins Gesicht - plötzlich droht ihr eine Strafe
Ein 26-jähriger Mann rauchte am Arbeitsplatz Cannabis - und blies seiner Kollegin den Rauch ins Gesicht. Der Vorfall nahm aber ein anderes Ende, als wohl erwartet.
Mann (26) raucht am Arbeitsplatz Cannabis und pustet Kollegin Rauch ins Gesicht - plötzlich droht ihr eine Strafe

Kommentare