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Hitzige Diskussion: OB Hartmann versucht den Bürgern die Notwendigkeit von Gewerbeflächen zu erläutern. mik

Infoveranstaltung „Dicke Luft in Dachau Ost“

Angst vor dem Fass ohne Boden

Über 100 Besucher kamen zur Infoveranstaltung „Dicke Luft in Dachau-Ost“ ins Pfarrheim Heilig Kreuz.

Dachau – Helles Vogelgezwitscher und ruhige Flötenmelodien wechseln sich mit Verkehrslärm ab, Fotografien von blühenden Wiesen und Schmetterlingen kommen im Wechsel mit Videoaufnahmen von stark befahrenen Straßen. Der Film von Dieter Hentzschel sollte die über 100 Besucher Besucher der dritten Infoveranstaltung des Bund Naturschutz Dachau und Karlsfeld, des Landesbunds für Vogelschutz und des Sachausschusses für Ökologie und Globale Verantwortung der Erzdiözese im Pfarrheim Heilig Kreuz auf den Abend einstimmen. Motto: „Dicke Luft in Dachau Ost“!

Stadträtin und Umweltreferentin Sabine Geißler freute sich über „überwältigend viele“ Besucher und leitete den Abend mit einer Statistik ein: 2017 habe es in Dachau mehr Kfz-Neuzulassungen als neue Bürger gegeben. „Eine erschreckende Entwicklung“, wie Geißler fand.

Für Gerhard Haszprunar, Zoologe und seit 23 Jahren Dachau-Ostler, war die Sache klar: „Wer Montag bis Freitag von Dachau nach München fahren muss, hört auf, Gewerbegebiete in Dachau-Ost zu planen.“ Natur bewahren sei zudem 200 bis 800 Mal billiger als Natur wieder herzustellen. Ein nicht zubetonierter Parkplatz habe außerdem einen vierfach höheren ökologischen Nutzen als ein Maisfeld.

Stadtrat Bernhard Sturm (Bündnis für Dachau) informierte die Zuhörer über die Schadstoff-Messungen im Stadtgebiet vom vergangenen Herbst. Gerade zwei Straßen – die Mittermayerstraße und die Brucker Straße – würden demnach über den 40 Mikrogramm pro Quadratmeter, was der „absoluten EU-Grenze“ entspricht, liegen. Die Konsequenz daraus könne nur sein: „Wir müssen den Verkehr reduzieren!“

Gerhard Schlabschi von der Bürgerinitiative „Anwohnerfreundliche Entwicklung Dachau-Ost“ schimpfte über die beiden ausgewiesenen Gewerbegebiete an der Siemensstraße sowie auf dem Seeber-Gelände. Wobei er betonte: „Wir stellen die Gewerbegebiete nicht in Frage, wir stellen die Art und Weise, wie sie gebaut werden, in Frage!“ Denn seiner Rechnung nach würden die neuen Gewerbegebiete die Kreuzungen Schleißheimer-/Kopernikusstraße sowie und Siemens/-Alte Römerstraße an die Grenzen von deren Belastbarkeit bringen. Diese würden durch den zusätzlichen Verkehr „nicht mehr funktionsfähig“.

Grünen-Stadtrat Thomas Kreß riss in seinem Vortrag „Dachau-Ost in der Klemme – was noch droht“ kurz die Zukunft an. So informierte er, dass beispielsweise zwischen Schwarzem Graben und der geplanten Ostumgehung ein Gewerbegebiet entstehen solle. Er aber wünsche sich, dass bestehende Gewerbegebiete besser genutzt würden, sodass keine neuen nötig seien.

Peter Heller vom Bund Naturschutz, der als Moderator fungierte, fasste seine Sicht zusammen: „Zunächst sollte man Freiraum sichern, danach die Infrastruktur festlegen, um schließlich die Flächen zu bebauen. Bei uns ist es genau umgekehrt: Erst wird gebaut, dann merken wir, dass uns der Verkehr über den Kopf wächst und am Ende haben wir keine Freiflächen mehr!“

Die anschließende Diskussion gestaltete sich hitzig. „Ihr plant Gewerbegebiete, welche noch mehr Autos bringen. Die dort Arbeitenden wollen dann hier wohnen und bringen Kinder mit, also brauchen wir noch mehr Tagesstätten, also noch mehr Geld, weshalb wir wiederum noch mehr Gewerbegebiete für die Gewerbesteuern brauchen – das ist doch ein Fass ohne Boden“, fasste ein Bürger die Angst vieler Anwesenden zusammen. Oberbürgermeister Florian Hartmann verteidigte die Vorgehensweise der Stadt jedoch als notwendiges Übel: „Mir macht das auch keinen Spaß, Gewerbegebiete auszuweisen!“ Allerdings sei die Stadt von den Gewerbesteuereinnahmen finanziell abhängig.

Am Ende bat der OB die Anwesenden noch um Unterstützung bei seinem Plan, einen neuen Flächennutzungsplan für die Große Kreisstadt zu erstellen. Darin soll langfristig geklärt werden: „Wo soll Wohnen, wo soll Gewerbe und wo sollen Grünflächen in Zukunft möglich sein?“ 

  Miriam Kohr

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