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Kochschüler in weißer Schürze, Chefkoch in weinroter: Christian Ostermayr, Richard Madej, Maxi Schmid, Marianne Klaffki, Bettina Wagner (verdeckt), Sepp Ziegler, Johann Schöpfel, Richard Reischl, Jamina Hentschel, Hartmut Baumgärtner und Renate Schrehardt (v.l.).

Inklusive Kochaktion von „Pfiff“ in Hebertshausen

Kochen verbindet

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Die beste Party steigt in der Küche. Denn zusammen kochen macht Spaß, man lernt viel – und gesund ist das Essen auch. Diese Erfahrung haben 19 Kochschüler gemacht, Menschen mit und ohne Behinderung, die in fünf Teams ein Vier-Gänge-Menü zubereiteten.

Hebertshausen – Begnadete Köche sind die Mitglieder des Teams „Zwischengericht“ nicht. Noch nicht. Denn Maximilian Schmid, Gerhard Spies und Nikola Obermeier werden Taglioni mit gebratenem Frühlingsgemüse, geschmorte Kirschtomaten und Parmesan zubereiten. Trifft sich gut, denn zumindest Maxi Schmid isst gerne Nudeln. Die weiteren 16 Köche bereiten Spargelcremesuppe mit Parmaschinken-Chips, Putenspieße mit Erbsen-Minze-Risotto und zum Nachtisch dreierlei Mousse vor. Der Aperitif am Abend wird ein prickelnder Erdbeer-Spritz. Bis dahin muss noch viel geschnipselt, gerührt und angebraten werden – unter Anleitung von Chefkoch Sepp Ziegler.

Das „Kochen mit Pfiff“ hat der Inklusions-Partner Pfiff (Kasten) zum ersten Mal vor einem Jahr veranstaltet, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam ein Menü zubereiteten. Damals kochte Hebertshausens Bürgermeister Richard Reischl mit. Nun holte er die inklusive Kochaktion nach Hebertshausen. In Küchenhaus und Kochschule Rainer Schreier kamen 19 Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Die Teameinteilung übernahmen Bettina Wagner und Heike Nixdorf von Pfiff. Sie würfelten die Teams kunterbunt zusammen (Kasten).

Bis das Team „Zwischengericht“ in die Küche darf, dauert es noch ein bisschen. Vorher sind „Dessert“ und „Vorspeise“ an der Reihe. Himbeer-, Rhabarber- und Erdbeermousse und die Spargelsuppe werden vorbereitet, die Kochschüler schneiden und rühren. Die anderen schauen zu, ratschen, lachen.

Maxi Schmid ist ein bisschen betrübt, weil am Tag zuvor Philipp Lahm vom FC Bayern verabschiedet wurde. Maxi, 28 Jahre alt, ist großer Bayern-Fan, er spielt selbst Fußball in der A-Mannschaft des Franziskuswerks. Er wohnt mit einem Freund in einer Wohngemeinschaft in Großinzemoos. Auch Gerhard Spies, 56 Jahre alt, lebt in einer Wohngemeinschaft in der Altstadt. Er führt die Haushaltskasse und ist fit am Computer. Gerhard Spies und Maxi Schmid kochen ganz gerne, Maxi mag vor allem Pizza und Pasta. Endlich ist das Team „Zwischengang“ an der Reihe. Maxi ist der schnelle Gemüse-Schnipsler, Gerhard achtet darauf, dass die Zucchini-Streifen gleichmäßig dünn sind. Beim Anbraten wendet Maxi das Gemüse, indem er es in der Pfanne in die Höhe wirft – wie es Küchenchef Sepp Ziegler vorgemacht hat. Der bleibt gelassen.

Zwei Stunden später kommen die Gäste, die das Menü für 50 Euro inklusive Getränke genießen dürfen. Apropos Getränke: Edle Weine werden von Matthias und Heide Schlemmer von „Vom Fass“ in Dachau kredenzt, Bürgermeister Richard Reischl bedient die Gäste. Zwischen den Gängen stellen sich die Kochschüler gegenseitig vor. Und das Fazit der Kochaktion: Auch in der Küche sind alle Menschen gleich.

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