Tipps gegen Lebensmittel- und Plastikverschwendung

Der Verbraucher kann jede Menge tun

82 Kilogramm Lebensmittel wirft der Deutsche pro Jahr im Durchschnitt in den Müll. Dabei könnten die Verbraucher im Landkreis Dachau viel tun, um gegenzulenken.

Dachau – Der Einkaufswagen ist vollgepackt: Ein Berg von Gemüse, Konserven, Süßem, Nudeln, Fleisch – lieber zu viel auf dem Kassenband als zu wenig. Doch den meisten Kunden fällt erst zuhause auf, dass sie ihren Hunger überschätzt haben. Bei vielen landet das Essen nicht im Magen, sondern in der Mülltonne: Jeder Deutsche schmeißt im Durchschnitt 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Doch es gäbe viele Möglichkeiten im Landkreis, gegenzulenken.

-Foodsharing-Gruppeauf Facebook

Christian Brodacz, 38, war es leid, Lebensmittel wegzuwerfen: „Ich habe bei mir selbst beobachtet, dass die Hälfte meines Einkaufs vergammelt oder im Müll landet.“ Deshalb gründete er vor rund einem Jahr die Gruppe „Food Sharing Landkreis Dachau“ (Lebensmittel teilen im Landkreis Dachau) im sozialen Netzwerk Facebook. Mittlerweile sind 468 Mitglieder dabei und bieten Lebensmittel an, die sie selbst nicht mehr verbrauchen können oder wollen. Wer Bedarf hat, kann dem Anbieter auf Facebook schreiben – und schon freut sich jemand über den Rosenkohl, der im Einkaufswagen landete, obschon man ihn nicht wollte, oder das Stück Kuchen, das beim Geburtstag übrig geblieben ist.

-Hilfe für Bedürftige bei der Dachauer Tafel

Wovon der eine zu viel hat, hat der andere zu wenig. Es gibt Menschen im Landkreis, die müssen am Essen sparen: Sie können sich bei der Dachauer Tafel mit Lebensmitteln eindecken. Sowohl Gärtnereien, Supermärkte, als auch Lebensmittelhersteller aus dem Landkreis steuern etwas bei. Aber auch Bürger können Wurst oder Nudeln abgeben, sagt Edda Drittenpreis, Leiterin der Dachauer Tafel: „Wichtig ist nur, dass die Lebensmittel noch verpackt sind. „Das wäre sonst zu risikoreich.“ Großen Bedarf hat die Tafel zum Beispiel an Essig und Öl, Mehl, Zucker und Hygieneartikeln.

-Repair-Café in Petershausen

Wenn Fön, Toaster oder Bügeleisen kaputt sind, dann laufen viele Verbraucher sofort zum nächsten Elektro-Markt – ohne gecheckt zu haben, ob das Gerät noch zu retten gewesen wäre. In Petershausen bietet die Volkshochschule ein Repair-Café im Bildungstreff, Indersdorfer Straße 1c an – als Hilfe zur Selbsthilfe. Dort unterstützen ehrenamtliche Reparateure an jedem ersten Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr verzweifelte Fön- oder Lampenbesitzer dabei, ihr Gerät wieder auf Vordermann zu bringen. Nur die Ersatzteile müssen bezahlt werden. Eine Win-win-Situation: Tüftler können sich beweisen, und die Umwelt freut sich über weniger Elektromüll.

-Eigenen Coffee-To-Go-Becher mitbringen

Jede Menge Pappbecher sammeln sich jeden Tag in den Bäckereien: „Das ist schon ein Wahnsinn“, sagt Barbara Neumeier, Verkäuferin in der Bäckerei Denk in der Münchner Straße. Die Pappbecher gelten als Umweltsünde, weil für sie Wälder abgeholzt und Millionen Liter von Wasser verschwendet werden. Dagegen will die Bäckerei Denk etwas tun: Kunden können ihren eigenen Kaffeebecher mitbringen und bekommen darin ihr Heißgetränk. „Egal ob Dauer-Coffee-To-Go-Becher oder Kaffeetasse“, sagt Neumeier. Auch Plastiktüten will die Bäckerei verbannen, deshalb kosten sie in den Denk-Filialen einen Euro.

-Ein Zehnerl für Gemüsetüten und Pfand – statt Pappbecher

Der Dachauer Bioladen Naturkostinsel setzt ein Zeichen gegen Plastik: An der Kasse gibt es nur noch Papiertüten und Gewebebeutel aus Recyclingplastik. Auch in der Obst- und Gemüseabteilung will der Laden neue Wege gehen, sagt die Assistentin der Geschäftsführung, Julia Gwinner: Ein Gemüsenetz aus Plastik für Karotten oder Paprika kostet zehn Cent, kann aber wiederverwendet werden. Ab nächster Woche will die Filiale außerdem eine Alternative zum Einwegbecher einführen: Für den Recup zahlt der Kunde einen Euro Pfand. Wenn er leer ist, kann er wieder in der Naturkostinsel oder bei einem Partnergeschäft abgegeben werden. Dort wird der Becher gereinigt und kann bis zu 500 Mal wiederverwendet werden.

-Altes findet einen neuen Besitzer:

Wiederverwenden, das ist ein Gedanke beim Gebrauchtwarenmarkt der Caritas Dachau. Dort können Kleidung, Hausrat, Bücher oder auch Möbel  abgegeben werden. Die Annahme ist aber begrenzt. Möbel holt die Caritas nach telefonischer Abklärung und persönlicher Besichtigung im Landkreis Dachau sogar ab. Informationen gibt es unter 0 81 31/27 78 45 oder gebrauchtwarenmarkt-dachau@caritasmuenchen.de.

Anna Schwarz

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