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Wenn sie kommt, freuen sich die Bewohner: Pflegefachkraft Ines Kurth mit Christa Beyer.

Internationaler Tag der Pflege am 12. Mai

„Je älter ich werde, desto lieber mache ich es“

Zum Internationalen Tag der Pflege am Samstag, 12. Mai, haben wir mit Schwester Ines Kurth gesprochen. Sie ist seit 20 Jahren Pflegefachkraft.

LandkreisEinfühlungsvermögen, Stärke und ein Herz für ältere oder schwächere Menschen zeichnen sie aus – aber: Selbstverständlich sind sie nicht. Pflegekräfte können aus unserer Gesellschaft nicht mehr weggedacht werden. Dennoch wird es immer schwieriger, Nachwuchs für den Beruf zu gewinnen. Zum Internationalen Tag der Pflege am heutigen Samstag haben wir mit Schwester Ines Kurth gesprochen. Sie ist seit 20 Jahren Pflegefachkraft. Bis zur Schließung arbeitete die 52-Jährige im Hebertshausener Pflegeheim. Seit gut zehn Jahren ist sie nun im Senterra Pflegezentrum in Markt Indersdorf angestellt. In einem Interview erklärt sie, weshalb sie ihren Beruf heute nicht noch einmal ergreifen würde.

-Welcher Antrieb steht hinter Ihrem Beruf?

Je älter ich werde, desto lieber mache ich den Beruf, muss ich sagen. Ich habe mehr und mehr Verständnis für die Krankheiten der Senioren entwickelt. Man kann vieles besser nachvollziehen, wenn man selbst älter wird. Ich komme jeden Tag gerne zur Arbeit. Teilweise kenne ich die Bewohner unserer Pflegestation schon seit vielen Jahren, und ich weiß, dass sie sich auf mich freuen, wenn ich komme. Mit der Zeit wird man schließlich auch eine wichtige Bezugsperson.

-Gibt es Dinge im Pflegeberuf, die sich grundsätzlich verbessern müssen?

Man muss es ganz klar sagen: Die Lobby der Pflege ist nicht gut. Überall hört man nur von den schlechten Bedingungen des Berufs. Deswegen ist es unglaublich schwer, Nachwuchs zu gewinnen und zu behalten. Ich selbst habe meiner heute 26-jährigen Tochter damals auch davon abgeraten, einen Beruf in der Pflege zu ergreifen. Das soll man jetzt bitte nicht falsch verstehen: Ich mache meinen Beruf sehr gerne. Aber ich kenne inzwischen eben auch die negativen Seiten. Und das Schlimmste ist eben, dass die Öffentlichkeitsarbeit so negativ ist.

-Würden Sie Ihren Beruf heute erneut ergreifen?

Wenn ich ganz ehrlich bin: nein. Das liegt daran, dass ich den Beruf damals mit einer ganz anderen Vorstellung begonnen habe. Ich dachte, dass man mehr Zeit für den Einzelnen hätte und dass es möglich wäre, sich mehr um die individuellen Bedürfnisse jedes Bewohners zu kümmern. Aber leider geht es weniger um die individuelle Betreuung als um die Eckdaten, die man mit der Pflegeversicherung abrechnen kann. Das liegt wohl unter anderem daran, dass wir unglaublich viele Vorschriften haben, die alle eingehalten werden müssen. Trotzdem versuche ich, dem Einzelnen – so gut es geht – gerecht zu werden.

nn

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