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Große Trauer um Karl Dall: TV-Ikone und Komiker gestorben

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„Hervorragende medizinische und pflegerische Versorgung“: das Dachauer Krankenhaus.

Abschied Ende März - Nachfolger steht bereits fest

Interview mit dem scheidenden Klinik-Geschäftsführer Gerd Koslowski: „Die Entscheidung fiel schon vor einiger Zeit“

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Mitten in der Corona-Krise hört der Geschäftsführer der Helios Amper-Kliniken Dachau, Gerd Koslowski (49), auf und wechselt in den Vorstand der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg. Koslowski war nur zwei Jahre lang im Amt. Sein Nachfolger ab 1. April heißt Florian Aschbrenner (38), der vom Helios-Klinikum Erfurt nach Dachau wechselt. Im Gespräch mit den Dachauer Nachrichten erläutert Koslowski die Gründe für seinen Weggang, schildert, wie er die momentane Corona-Krise erlebt und lässt seine Zeit in Dachau noch einmal Revue passieren.

Das Klinikum Dachau steht während der Corona-Krise vor immensen Herausforderungen. Nun aber hören ausgerechnet Sie Ende des Monats auf. Gab es von Seiten des Helios-Konzerns keine Überlegungen, Sie noch eine Zeit lang zu halten?

Ich habe meine Entscheidung, als Vorstand Medizin zur Katholischen Jugendfürsorge Augsburg zu wechseln, schon vor einiger Zeit getroffen. Zu einer Zeit, in der das Corona-Virus in Europa noch gar kein Thema war.

Herausfordernde Wochen liegen hinter Klinikum-Geschäftsführer Gerd Koslowski, der nun Dachau verlässt.

Ihr Nachfolger Florian Aschbrenner, der ab 1. April Geschäftsführer sein wird, kennt weder das Personal noch die konkreten Abläufe im Haus. Da dürfte bei seiner Einarbeitung Eile geboten sein?

Ich bin sehr froh, dass der Helios-Konzern einen so reibungslosen Übergang ermöglichen konnte. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist es wichtig, dass an der Spitze der Amper-Kliniken eine Führungspersönlichkeit steht. Mein Nachfolger Florian Aschbrenner ist nicht nur ein erfahrener Klinikmanager. Er kennt aufgrund seiner mehr als dreijährigen Tätigkeit als Klinikgeschäftsführer der Helios Kliniken München-West und Perlach auch die Region sehr gut. Zudem war der Kollege gute drei Jahre Mitglied des Aufsichtsrates der Amper Kliniken AG, so dass ihm viele wesentliche Strukturen und Personen bereits bekannt sind.

Die vergangenen Wochen dürften zu den arbeitsintensivsten Ihres zweijährigen Engagements in Dachau gewesen gehören. Wie haben Sie die zurückliegenden Tage erlebt?

Ja, das waren in der Tat herausfordernde Wochen. Vor allem haben sich in kürzester Zeit die Prioritäten komplett verschoben. Einige strategische Themen wie zum Beispiel die bauliche Erweiterung der Amper-Klinik in Indersdorf konnten wir nicht mit der Aufmerksamkeit verfolgen, wie wir uns das eigentlich vorgenommen hatten. Das bedauere ich sehr. Gleichzeitig bin ich begeistert, wie schnell sich ein Krisenstab gefunden hat, der offen und konstruktiv Ideen zur Bewältigung der Herausforderungen der Corona-Pandemie bündelt, Entscheidungen herbeiführt und diese schnell umsetzt.

Zu Beginn Ihrer Tätigkeit in Dachau hatten Sie mit zweierlei zu kämpfen. Das Dachauer Krankenhaus stand wegen personeller Unterbesetztheit sowie zahlreicher Hygiene-Skandale massiv in der Kritik. Und Ihnen persönlich eilte der Ruf voraus, sagen wir es mal vorsichtig, wenig umgänglich zu sein. Wie gingen Sie mit all dem um?

Ich habe versucht, innerhalb der beiden Kliniken und auch außerhalb immer offen auf die Menschen zuzugehen, ihre Sichtweisen zu verstehen und mir ein Bild zu machen. Meine Wahrnehmungen und Ideen habe ich dann mit verschiedenen Kollegen wie dem Ärztlichen Direktor oder der Pflegedirektorin und mit Gremien wie dem Betriebsrat, der Chefarzt- und der Stationsleiterkonferenz reflektiert. Dann haben wir uns Schritt für Schritt an die Themen gemacht – also eigentlich ganz pragmatisch.

OP-Erweiterungsanbau, Umbau der Stockwerke fünf und sechs im Bettenhaus, die Planungen für die neue Fachabteilung Neurochirurgie. Wie haben Sie diese Modernisierungen erlebt?

Der grobe Plan für die bauliche Entwicklung stand bereits. Die konkrete Umsetzung wurde in verschiedenen Arbeitsgruppen vorbereitet. Wir haben versucht, die jeweiligen Mitarbeiter als Experten und Betroffene umfassend in die Planungen einzubeziehen. Das war sehr bereichernd, weil wir andere Perspektiven kennengelernt haben – auch wenn diese Vorgehensweise manchmal für alle Beteiligten auch anstrengend war.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: Sie verlassen mit dem Amper-Kliniken Dachau ein Haus, das...

eine hervorragende medizinische und pflegerische Versorgung bietet.

Sie wechseln zur Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg als Vorstand für Medizin. Was für eine Aufgabe wartet auf Sie in der Fuggerstadt?

Bei der Katholischen Jugendfürsorge bin ich für mehrere Kliniken direkt zuständig. Als Vorstandsmitglied darf ich Mitverantwortung für über 70 Sozialunternehmen in Bayern übernehmen. Jenseits der Kliniken habe ich nur begrenzt Erfahrungen gesammelt. Umso mehr freue ich mich darauf, meinen Horizont erweitern zu können.

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