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Poster, die die Geschichte eines Landes erzählen: Die Kuratorinnen Henrietta Singer (l.) und Sara Neumann haben zu jedem Plakat die Hintergründe recherchiert. 

Israel-Ausstellung im Landratsamt Dachau

Eine Nation in Postern

Zum 70. Geburtstag des Landes Israel wird im Landratsamt Dachau eine besondere Ausstellung gezeigt: In „70 Posters“ sind Plakate zu sehen, die Zeitgeist, Politik und Trends des Landes reflektieren.

Dachau – Dachau hat Israel zu Gast – zumindest grafisch. Denn im Foyer des Landratsamtes hängt aktuell die Ausstellung „70 Posters“. In dieser Wanderausstellung werden Plakate aus den Jahren 1948 bis 2018 gezeigt, die im Staat Israel gestaltet und publiziert wurden.

Bei der Eröffnung wird schnell klar, dass die Poster mehr sind als eine Auswahl von Kunstwerken. Sie repräsentieren auf grafischer Ebene die Entwicklung des Lande Israel. Auch wenn nicht alle 70 Poster im Landratsamt Platz fanden, freute sich Landrat Stefan Löwl, die Ausstellung mit einer kleineren Auswahl von 35 Plakaten eröffnen zu können.

Er nutzte die Gelegenheit zu betonen, dass die Stadt und der Landkreis Dachau „die historische Verantwortung im Namen haben“ und so verpflichtet seien, mit Israel stetig in Verbindung zu stehen, neue Kontakte zu knüpfen und das Land zu unterstützen. So sieht er den Besuch der Ausstellung als Teil der Erinnerungsarbeit an.

Die israelische Generalkonsulin für Süddeutschland, Sandra Simovich, die noch am selben Abend nach Israel flog, sprach bei der Eröffnung über ihr Heimatland. „Israel ist sehr vielfältig, denn es ist ein Land der Migration. Es gibt viele Kulturen und Religionen“, erzählte sie. So sei auch die Kreativität im Lande stets von verschiedenen Einflüssen geprägt gewesen, was man den Plakaten auch ansehe. Die Poster beeindruckten sie immer wieder aufs Neue, so Sandra Simovich.

Die beiden Kuratorinnen Sara Neumann und Henrietta Singer haben einen persönlichen Bezug zu Israel. Zum 70. Geburtstag des Staates im vergangenen Jahr geben die Frankfurterinnen einen Rückblick der besonderen Art. Die Autorinnen lassen die Grafik für sich sprechen. Jedes Poster reflektiert den Zeitgeist, die Technologie, die Politik sowie Trends und Styles der jeweiligen Dekaden. Käse-Werbung, Festival-Ankündigungen, Holocaust-Gedenktage, Unabhängigkeitsjubiläen, Wirtschaftstag – die Plakate kommen aus allen möglichen Sparten. Aus insgesamt 400 Postern mussten die beiden Frauen nur jeweils eines für ein Jahr auswählen – kein einfaches Unterfangen, wie sie zugaben.

Wer mehr über die Geschichte oder den Designer wissen möchte, kann mit dem Handy jeweils die QR-Codes unter den Plakaten scannen. Das Smartphone liefert dann Hintergrundinformationen. Zudem brachten die beiden jungen Frauen ein Buch zur Ausstellung heraus.

Ihre Recherchearbeit nahmen sie sehr ernst: Sie besuchten noch alle lebenden Designer oder die nächsten Verwandten, um nicht nur über das Plakat, sondern auch über Israel zu sprechen.

Die Frage, die sie sich anfänglich stellten: „Kann man eine Nation über ihr Design kennenlernen?“ können sie heute getrost mit „Ja“ beantworten.

Die Ausstellung „70 Posters“ im Landratsamt ist noch bis zum 31. Januar zu den Öffnungszeiten der Behörde zu besichtigen. 

Miriam Kohr

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