Das Lebensretterset liegt im Gesundheitsamt Dachau für potenzielle Spender bereit.

Aktionswoche der Knochenmarkspende Bayern

Jeder kann ein Lebensretter werden

Für Menschen, die an einer Erkrankung des Blutes wie Leukämie leiden, ist eine Stammzellspende überlebenswichtig. Um neue Spender zu finden, wurde der „Aktionstag Bayern gegen Leukämie“ von der Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) ins Leben gerufen: Im Gesundheitsamt Dachau kann sich jeder ein Lebensretterset abholen.

Dachau „Ärmel hoch gegen Blutkrebs!“ – so heißt der Slogan der Aktion der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ (AKB). Diese läuft seit Freitag, 25. Mai, und geht bis Freitag, 1. Juni, bayernweit. Auch im Gesundheitsamt Dachau in der Dr.-Hiller-Straße 36 kann man sich ein sogenanntes „Lebensretterset“ abholen. Dieses Set, mit dem sich potenzielle Spender registrieren lassen, beinhaltet neben einem Informationsflyer unter anderem auch zwei Mundschleimhauttupfer, ein Blutröhrchen, eine Kanüle für die Blutabnahme.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes werden zwar aufgrund der Aktion mehr potenzielle Stammzellspender als üblich erwartet, jedoch kam in den ersten drei Stunden der Aktion am vergangenen Freitag bisher lediglich eine Person, um sich ein Lebensretter-Set abzuholen.

Doch warum registrieren sich nur so wenige Menschen, wenn doch jeder gesunde Bürger, zwischen 17 und 45 Jahren, zum Spender werden kann? Die Heimatzeitung hat sich bei den Dachauern umgehört, ob sie Stammzellenspender werden wollen. Der 30-jährige Andreas Jahn kann sich dies durchaus vorstellen: „Das käme für mich definitiv auch in Frage“, erklärt der Industriemechaniker. „Aber wirklich auskennen tue ich mich damit nicht“, gibt der Dachauer offen zu.

Dies deutet darauf hin, dass viele nicht wissen, was eine Knochenmarkspende tatsächlich bewirkt. Unwissenheit ist daher wohl auch einer der häufigsten Gründe, weshalb sich viele Menschen nicht als Spender registrieren lassen, obwohl sie grundsätzlich gerne helfen würden.

Andererseits können natürlich auch gesundheitliche Gründe von einer Spende abhalten. So sagt Kujtim Asani (35), Verputzer aus Dachau: „Ich würde es zwar gerne machen, aber meiner Gesundheit lässt dies nicht zu.“ Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, des Blutes, der Atemwege, des Immunsystems der Nieren oder Allergien können möglicherweise gegen eine Spende sprechen.

Wer sich für eine Registrierung entscheidet, für den gilt: Als erstes ist eine Anmeldung unter www.akd.de notwendig. Danach kann das Lebensretterset vor Ort abgeholt oder im Internet angefordert werden. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder lässt man sich vom Hausarzt Blut abnehmen oder man macht Zuhause einen Wangenabstrich und kann die Probe dann versandkostenfrei an die AKB schicken. So leicht wird man zum Stammzellspender.

Die Registrierung – die immer möglich ist – dauert nur einige Minuten und kann einem Patienten das Leben retten – sofern man als passender Spender in Frage kommt.

Johanna Hofner

Auch interessant

Kommentare