Drei Männer und eine Jugendliche.
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2015 war der neue US-Präsident Joe Biden mit seiner Enkelin Finnegan und dem Zeitzeugen Max Mannheimer in Dachau. In seinem nun in Deutschland erschienen Buch beschwert er sich über die KZ-Gedenkstätte.

Beschwerde in seinem Buch

Der neue US-Präsident Joe Biden wirft der KZ-Gedenkstätte Verharmlosung vor 

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Der C.H. Beck Verlag hat das Buch von Joe Biden, das 2017 in den USA erschien, ins Deutsche übersetzt. Darin wirft er der Dachauer KZ-Gedenkstätte Verharmlosung vor.

  • Der neue US-Präsident Joe Biden war 2015 in der Dachauer KZ-Gedenkstätte zu Gast.
  • In seinem nun in Deutschland veröffentlichten Buch von 2017 äußert er seine Eindrücke des Besuches.
  • Er wirft den Gedenkstätten-Verantwortlichen Verharmlosung vor.

Dachau – Als Joe Bidens Buch im Jahr 2017 in den USA erschien, war es wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerliste. Dass er darin auch hart mit der KZ-Gedenkstätte Dachau ins Gericht ging, fiel aber erst jetzt auf: Anlässlich seiner Wahl zum 46. Präsident der USA brachte der C. H. Beck Verlag das Buch nämlich unter dem deutschen Titel „Versprich es mir: Über Hoffnung am Rande des Abgrunds“ heraus.

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, wirft Biden den Dachauer Gedenkstätten-Verantwortlichen darin vor, die Gedenkstätte umgestaltet zu haben, „um es für die Besucher weniger bedrückend zu machen“. Er bezog sich dabei auf seinen jüngsten Dachau-Besuch mit seiner Enkelin Finnegan im Jahr 2015; in den 1980er- und 1990-Jahren war er bereits mit seinen Kindern Beau, Hunter und Ashley in Dachau gewesen.

Vorwurf von Joe Biden: KZ-Gedenkstättenleiterin Gabriele Hammermann zeigt sich überrascht

Gedenkstättenleiterin Gabriele Hammermann gab sich gegenüber dem „Spiegel“ überrascht von der Passage in Bidens Buch und dem impliziten Vorwurf, dass in Dachau NS-Geschichte verharmlost würde. Sie geht eher von einem Missverständnis aus.

In seinem Buch nämlich klagt Biden, dass ihm bei seinem letzten Besuch im Jahr 2015 die hölzernen Bettgestelle in den Baracken „sauber“ und „frisch lackiert“ vorgekommen seien. Hammermann dagegen betont, dass niemals etwas „aufgehübscht“ oder „verändert“ worden sei. Ohnehin handele es sich ja bei den Baracken samt Inneneinrichtung um Nachbildungen aus den 1960er-Jahren und die seien entsprechend als „museale Inszenierung“ gekennzeichnet. Der neue US-Präsident, sagt Hammermann im „Spiegel“, sei daher nie vor Originalen der NS-Zeit gestanden.

zip

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