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Hier zieht bald die Jugend ein: In diesem denkmalgeschützten Gebäudes des MD-Geländes soll ein Jugendkulturzentrum entstehen. Der Kreisjugendring erarbeitet dafür nun ein Betriebskonzept.

Idee ist fast zwölf Jahre alt

Dachau soll endlich Jugendkulturzentrum bekommen

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Seit fast zwölf Jahren wird darüber diskutiert, jetzt soll gehandelt werden! Nach dem einstimmigen Willen des Familien- und Sozialausschusses entsteht auf dem früheren MD-Gelände bald ein Jugendkulturzentrum. Allerdings sind noch viele wichtige Fragen ungeklärt.

Dachau – Bei der Neugestaltung des früheren MD-Geländes geht es Oberbürgermeister Florian Hartmann zufolge „langsam in die Detailplanung“. Aus diesem Grund ist für ihn nun „der richtige Zeitpunkt, das Thema aufs Gleis zu setzen“.

Das „Thema“ begleitet die Stadtpolitiker schon seit mittlerweile elfeinhalb Jahren: Exakt am 19. September 2007 hatte der Kulturausschuss erstmals über ein Jugendkulturzentrum gesprochen. Der Ausschuss damals war von der Idee angetan, es bildete sich in den Folgejahren eine „Initiative Jugendkulturzentrum“ und als Örtlichkeit war schnell das MD-Gelände gefunden.

Im Jahr 2013, nachdem die Stadträte erneut ihren Willen bekundeten, ein Kulturzentrum für die Jugend bauen zu wollen, schlief das Projekt ein – bis 2017, als man ein Architekturbüro beauftragte, eine entsprechende Machbarkeitsstudie anzufertigen. Mit dem Ergebnis dieser Studie und der Aussicht, dass am MD-Gelände bald die Bagger anrollen, trat Hartmann in der vergangenen Woche vor den Familien- und Sozialausschuss des Stadtrats.

Man sei nun an einem Punkt, so der OB, an dem die Sache „langsam spruchreif“ wird. Um die Umsetzung aber müssten aber noch einige Fragen beantwortet werden. Nämlich: Bleibt es nun definitiv dabei, dass das Jugendkulturzentrum auf dem MD-Gelände gebaut werden soll? Wer soll es betreiben? Soll es eine Kooperation mit dem Landkreis geben? Und vor allem: Wie groß soll es werden?

Entsprechend der Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Endter könnte das Jugendkulturzentrum – das aus einem Veranstaltungssaal, einem Jugend-Café sowie kleineren Räumen für Bands, Partys oder Kleinkunst bestehen soll – im denkmalgeschützten Eckgebäude Ludwig-Thoma- und Konrad-Adenauer-Straße untergebracht werden. In dem Raum, der in nordöstlicher Richtung an die sogenannte Kalender-Halle und im Süden an den ehemaligen Speisesaal grenzt, würden laut Sudie rund 220 Besucher Platz finden. Die Umbaukosten schätzt der OB auf 2 bis 3 Millionen Euro.

Allein: Die Initiative Jugendkulturzentrum hatte sich stets ein Raumangebot für 500 junge Leute gewünscht, und auch Jugendreferentin Luise Krispenz (Grüne) betonte in der Sitzung, dass es – um größere Namen der Musik- und Kulturszene nach Dachau locken zu können – schon eines größeren Raums bedürfte.

Michael Eisenmann (Bündnis) warnte jedoch ebenso wie Kulturamtsleiter Tobias Schneider vor allzu großen Dimensionen. „Lohnt es sich, für drei bis vier Veranstaltungen im Jahr, bei denen wir mit 500 Besuchers rechnen können, so einen großen Raum zu bauen?“ Schneider zufolge braucht es zudem ein „sehr gutes Konzept und eine Antwort auf die Frage: Welche Bands sollen das sein, die regelmäßig 500 Leute ziehen?“

Oberbürgermeister Hartmann rechnete zudem vor, dass ein Jugendkulturzentrum in der XL-Variante teurer würde, er schätzte die Kosten auf rund 6 Millionen Euro: „Ich freue mich schon auf die Haushaltsreden, wenn wir uns so was leisten“, so der OB. Am Ende bestand Einigkeit darin, dass das Zentrum in dieser Größe nicht allein von der Stadt zu stemmen sei, sondern gemeinsam mit dem Landkreis betrieben werden sollte.

Um aber überhaupt einen Raum für 500 Besucher in dem Eckgebäude zu schaffen, müssen die Stadträte eine weitere Entscheidung treffen. Denn: Die Erweiterung des im Eckgebäude angedachten Veranstaltungssaals funktioniert laut Planer nur durch die Nutzung der ehemaligen Kantine – die zunächst für das geplante Museumsforum vorgesehen war. Inwieweit aber die Kantine für ein Jugend-Café nutzbar ist, müsste erst das Denkmalamt klären.

Angesichts der vielen offenen Fragen einigte sich der Ausschuss dann auf folgende Vorgehensweise: Das Projekt Jugendkulturzentrum wird weiterverfolgt – und zwar in der kleineren Variante für 220 Besucher und der größeren für 500 Besucher. Zudem soll beim Landratsamt angeklopft werden, inwiefern Interesse bestünde, das Zentrum als Gemeinschaftsprojekt zu finanzieren. Die Verwaltung soll drittens klären, inwiefern sich die ehemalige Kantine nutzen ließe – und ob der Besitzer des MD-Geländes überhaupt bereits wäre, diese Fläche der Stadt zu verkaufen. Und schließlich soll der Kreisjugendring ein Betriebs- und Organisationskonzept vorlegen. Dann, glaubt der OB, sind die „Weichen gestellt“, um das Dauer-Projekt endlich zu einem guten Abschluss zu bringen.

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