Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest
Reagierten wie echte Detektive: David und Sebastian (Namen geändert) servierten der Gröbenzeller Polizei den betrunkenen Koch und die Beweise seiner Unfallflucht quasi auf dem Präsentierteller. foto. tel „Wir haben gezögert, aber dann sind wir doch hinterher gegangen.“Sebastian

Jugendliche beobachten Unfallflucht und überführen den Täter

Freunde ermitteln wie Profis

Jugendliche von heute starren nur aufs Handy und nehmen ihre Umgebung gar nicht mehr wahr. Dieses Vorurteil haben zwei junge Burschen aus Karlsfeld und Lochhausen komplett widerlegt. Sie waren hellwach – und stellten einen flüchtigen Unfallfahrer.

Gröbenzell David aus Karlsfeld und sein Freund Sebastian (Namen geändert) aus Lochhausen waren mit ihren Eltern in Gröbenzell beim Abendessen, als der Krimi seinen Lauf nahm. Nach dem Essen blieben Erwachsenen sitzen und unterhielten sich. Den beiden zwölf und 14 Jahre alten Burschen wurde langweilig. Also gingen die Freunde draußen spazieren. Sie saßen hinter dem Restaurant am Gröbenbach, als ein Koch aus der Hintertür kam und sich in seinen im Hinterhof abgestellten Wagen setzte.

Von da an ging alles ganz schnell. Beim Ausparken rammte der Koch ein hinter seinem Wagen abgestelltes Auto und fuhr anschließend einfach davon. „Zuerst fanden wir das Ganze noch irgendwie lustig, aber da unseren Eltern schon mal etwas ähnliches passiert ist und sie auf dem Schaden sitzen geblieben sind, wollten wir der Sache nachgehen“, sagt Sebastian. David fügt hinzu: „Wir haben gezögert, aber dann sind wir doch hinterher gegangen.“

Tatsächlich entdeckten sie den Unfallfahrer wieder. Er wollte gerade sein Auto auf der Straße abstellen. David und Sebastian sprachen ihn an. Sichtlich überrascht antwortete der italienische Koch lediglich mit den Worten: „Ich nix verstehen“. Dann ließ er die beiden Buben stehen und machte sich wieder an seine Arbeit im Restaurant.

Er nahm die beiden Freunde einfach nicht ernst. Das sollte sich als gehöriger Fehler herausstellen. Denn so schnell steckten die Burschen nicht auf. Sie überlegten kurz, was nun zu tun sei. Dann machten sie geistesgegenwärtig Fotos von den Nummernschildern und den Schäden der beiden Autos. Erst wollten sie dem Besitzer des beschädigten Autos einen Zettel an die Windschutzscheibe stecken und alles draufschreiben, was sie wussten. Doch dann entschieden sie sich, zurück zu ihren Eltern zu gehen und denen die Geschichte zu erzählen.

Anschließend gingen die Familien zusammen zu nahegelegenen Polizeiinspektion. Denn inzwischen war es so spät geworden, dass der Zwölf und der 14-Jährige nicht mehr alleine draußen herumlaufen durften. Die Beamten machten sich umgehend auf den Weg zum Restaurant. Sie wollten den Koch zur Rede stellen. Als der die Polizisten sah, versuchte er sich erst hinter dem Tresen zu verstecken. Dann rannte er davon – kam aber nicht weit. Die Beamten schnappten ihn und brachten ihn auf die Inspektion.

„Da konnte er dann auf einmal ganz gut deutsch, als ihn die Polizisten befragten“, erinnert sich Sebastian. Er und David mussten auch noch ihre Aussagen machen. Erst um 0.30 Uhr konnten sie endlich mit ihren Eltern nach Hause. Einschlafen war nach dieser Aufregung für die Buben eine Kunst für sich.

Später stellte sich heraus, dass der Unfallfahrer stark alkoholisiert war und wohl schon mehrere Vergehen auf dem Kerbholz hatte. So schnell wird er seinen Führerschein sicher nicht mehr sehen. Der geschädigte Fahrer aus Lüneburg wird wohl trotz des Schadens froh sein, dass es noch so aufmerksame und mutige Jugendliche gibt.

Tom Eldersch

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