Armin Laschet und Markus Söder.
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Tja, das war‘s, Markus: Der CDU-Bundesvorstand hat sich mehrheitlich hinter Armin Laschet gestellt.

Markus Söder unterliegt Armin Laschet

K-Frage bei CDU/CSU entschieden: Bayerns Politiker mit klarer Meinung - „Der Union unwürdig“

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Nach zehn Tagen hartem Machtkampf ist klar: Armin Laschet und nicht Markus Söder wird Kanzlerkandidat der Union. Auch im Landkreis verfolgte man die K-Frage gespannt. 

Dachau - Nach dem Machtkampf der beiden Ministerpräsidenten aus NRW und Bayern aus dem Armin Laschet (CDU) vor Markus Söder (CSU) als Sieger hervorging, äußern sich nun auch die Kommunalpolitiker in Bayern zu dem Streit um die Kanzlerkandidaten-Frage in der Union. Im Landkreis Dachau ist man geteilter Meinung über das Ergebnis.

Zum Kampf um die Kanzlerkandidatur in der Union: Landrat Stefan Löwl (CSU)

„Natürlich ist da viel falsch gelaufen, strategisch hätte man das Thema schon lange angehen müssen. Das ist aber nicht den beiden Kandidaten anzulasten. Dass es nun zu dem kurzfristigen Showdown kam, ist einfach Corona geschuldet, sonst wäre die K-Frage sicher schon im Herbst geklärt worden. Bei Markus Söder bin ich mir sicher, dass er es gekonnt hätte. Aber auch bei Armin Laschet hat man gesehen, was er in NRW gemacht hat. Drum bin ich sicher: Er kann’s auch! Was leider bei der ganzen Diskussion zu kurz kommt: Dass Deutschland mit der Union viel erreicht hat. Deutschland muss den Vergleich mit keinem anderen Land scheuen! Das wird leider alles als Selbstverständlichkeit gesehen. Darum muss es jetzt darum gehen, wieder den Markenkern der Union, also innere Sicherheit und soziale Marktwirtschaft, besser herauszuarbeiten. Zuletzt war der leider nicht mehr so präsent. Da hätte Markus Söder mit Sicherheit bessere Akzente setzen können.“

Landrat Stefan Löwl klärt über die neue Bayerische Bauordnung auf.

Zum Kampf um die Kanzlerkandidatur in der Union: Bernhard Seidenath, CSU-Kreisvorsitzender

„Natürlich wird in der Basis eine gewisse Enttäuschung da sein. Aber viele sind auch erleichtert, dass die Entscheidung jetzt gefallen ist. Die politische Stimmung wird sich bis September bestimmt noch ändern. Und man muss auch sehen: Armin Laschet hat die Wahl zum Ministerpräsidenten von NRW gewonnen, wo keiner es für möglich gehalten hätte, und er hat das Rennen um den CDU-Vorsitz gemacht. Er ist also offenbar einer, der überzeugen kann. Insofern denke und hoffe ich, dass bei der Basis eine ,Jetzt erst recht‘-Stimmung kommen wird.“

Zum Kampf um die Kanzlerkandidatur in der Union: Tobias Stephan, CSU-Ortsvorsitzender in Dachau

„Den Prozess hätte man sich sinnvoller ausdenken können, das ist klar. Wobei ich schon bemerkenswert finde, dass Frau Merkel, die erkennbar keinen Nachfolger aufgebaut hat, sich nach 16 Jahren Kanzlerschaft hier überhaupt nicht mehr engagiert – für ihre Partei, die sie groß gemacht hat! Armin Laschet, denke ich, ist ein Stehaufmännchen, den haben schon viele unterschätzt. Und als Kanzler braucht man Nehmerqualitäten. Jetzt sind immerhin die Fronten klar. Und daher glaube ich auch, dass die Union weiter die stärkste politische Kraft bleibt.“

Zum Kampf um die Kanzlerkandidatur in der Union: Franz Obesser, CSU-Bürgermeister von Indersdorf

„Im Prozess der Entscheidungsfindung wäre meiner Meinung nach viel Luft nach oben gewesen. Frau Merkel hat ja nicht erst gestern gesagt, dass sie aufhören wird. Insofern hätte ich mir schon gewünscht, dass man die Frage vorher geklärt hätte – und nicht am Montag mitten in der Nacht. Grundsätzlich zählen bei Bundestagswahlen Köpfe und Programm, daran müssen wir jetzt arbeiten. Und Ministerpräsident von NRW wird man nicht nebenbei, Armin Laschet hat also mit Sicherheit seine Qualitäten.“

Zum Kampf um die Kanzlerkandidatur in der Union: Richard Reischl, CSU-Bürgermeister von Hebertshausen

„Der ganze Prozess war der Union unwürdig, mir kam es vor wie ein Hahnenkampf. Da wurde viel Schaden angerichtet, viele Menschen trauen Armin Laschet die Kanzlerschaft einfach nicht zu. Mit Markus Söder als Kanzlerkandidaten hätte die Union in Bayern bei der Bundestagswahl dagegen ein super Ergebnis geholt, jetzt werden es mit Sicherheit weniger als unter Angela Merkel. Andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen, dass das System Söder, so wie wir es in Bayern haben, in Berlin funktioniert hätte. Was die kommende Wahl betrifft, denke ich, dass es nicht verkehrt ist, wenn mal etwas Anderes, Neues, Frisches kommt. Ich kann der grünen Entwicklung viel abgewinnen, Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz täte uns gut.“

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