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Macht Eindruck: Die Polizei ist in den kommenden Wochen am Karlsfelder See auch hoch zu Ross im Einsatz. 

Polizei plant Einsatz der Reiterstaffel am Karlsfelder See

Mit Reitern gegen Randalierer

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Für das Wochenende sind sommerliche Temperaturen vorhergesagt. Doch wo kann man dieser Tage zum Schwimmen gehen? Die Bäder in Dachau und Vierkirchen scheiden wohl aus. Am Karlsfelder See müht sich die Polizei daher verstärkt um Ordnung – sogar mittels einer Reiterstaffel.

Landkreis – Dass es in diesem Jahr nicht leicht werden würde, einen Sommerbetrieb des Dachauer Familienbads zu ermöglichen, ist seit Wochen klar. Wie mehrfach berichtet, spielen bei der Frage, ob das Bad geöffnet werden soll, sowohl wirtschaftliche, als auch hygienische Kriterien eine Rolle. Aktuell sieht es nun so aus, dass vor allem die Angst der Verantwortlichen, dass es im Eingangsbereich des Bads zu Menschenschlangen und damit erhöhtem Infektionsrisiko kommen könnte, einen baldigen Saisonstart verhindert.

Laut Sprecherin Cornelia Scheyerl arbeiten die Stadtwerke unter Hochdruck an einem elektronischen Ticketsystem. Aber, gibt Scheyerl zu, „wir haben noch keine Lösung“. Zwar hatte Oberbürgermeister Florian Hartmann vor rund vier Wochen angekündigt, am kommenden Dienstag, 30. Juni, mit dem Werkausschuss über eine Öffnung beraten zu wollen. Stand heute aber dürfte sich die Diskussion erübrigen. Denn, so Scheyerl, „so viel ist klar: Unser größtes Problem ist die Einlassbegrenzung. Wir versuchen alles, um das hinzukriegen“. Im Moment wisse man aber noch nicht, wie technische Bedienbarkeit – für alle Altersgruppen – und Infektionsschutzverordnung in Einklang gebracht werden können.

Auch in Vierkirchen geht laut Bürgermeister Harald Dirlenbach der Trend in diesem Jahr eher zur Nicht-Öffnung des Naturbads. Das letzte Wort darüber werde aber der Gemeinderat haben, dessen Votum gestern Abend bis Redaktionsschluss nicht vorlag. Das Freibad Ainhofen hatte sich schon vor Wochen entschlossen, die Saison ausfallen zu lassen (wir berichteten).

Damit dürften den Sonnenanbetern in den kommenden Wochen nur die hiesigen Seen für einen Badeausflug bleiben. Vor allem der Dachauer Stadtweiher und der Karlsfelder See hatten sich in den vergangenen Wochen zu Publikums-„Hotspots“, wie die Dachauer Polizei berichtet, entwickelt. Zwar seien die Corona-Richtlinien zuletzt gelockert worden – aktuell dürfen Gruppen von bis zu zehn Personen ohne Abstand gemeinsam sonnenbaden – doch gibt es laut Polizeihauptkommissar Björn Scheid dort „seit Jahren andere Probleme: unerlaubtes Grillen, wilde Parties, Vermüllung und Vandalismus“. Aus diesem Grund wird vor allem der Karlsfelder See auch weiterhin „verstärkt gezielt bestreift“.

Zudem geht die Dachauer Polizei am Freitag, 3. Juli, einen neuen Weg, um das Sicherheitsgefühl der Badegäste zu bestärken: Es wird eine Reiterstaffel eingesetzt, die – schönes Wetter vorausgesetzt – um den See ihre Runden dreht. „Wir probieren das jetzt einfach mal“, erklärt Polizeisprecher Günther Findl. Die Erfahrung zeige jedoch: „Eine Reiterstaffel macht Eindruck. Das erleben wir bei den Einsätzen immer wieder.“ Mit ihren Ermahnungen zu den Corona-Abstandsregeln war die Polizei zuletzt am See oft genug auf taube Ohren gestoßen. Scheid zufolge hätten „einige deutlich zu erkennen gegeben, dass es sie nicht interessiert“. Ergebnis: diverse Platzverweise und insgesamt rund 150 Anzeigen.

Dass die Reiterstaffel überhaupt Zeit hat, in Karlsfeld zu patrouillieren, liegt Findl zufolge indirekt am Coronavirus: „Normalerweise werden die Reiterstaffeln bei Fußballspielen eingesetzt.“ Aber die finden ja zur Zeit ohne Fans statt. Deshalb haben die Polizeireiter jetzt Zeit.

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