Die Kaufkraft im Landkreis Dachau ist hoch.
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Die Kaufkraft im Landkreis Dachau ist hoch.

Überdruchschnittlich viel Geld zum Ausgaben

Kaufkraft: Der Landkreis Dachau ist unter den Top Ten in Deutschland

Die Menschen, die im Landkreis Dachau leben, haben überdurchschnittlich viel Geld zum Ausgeben zur Verfügung. Der Landkreis Dachau gehört, was die Kaufkraft seiner Bürger angeht, zu den Top Ten in Deutschland.

Dachau – Laut einer Studie der Marktforschungsunternehmens GfK beträgt im Jahr 2021 die Kaufkraft eines durchschnittlichen Dachauers 28 701 Euro. Das sind über 20 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Unter der Kaufkraft versteht man das nominal verfügbare Nettoeinkommen, das ein Einwohner inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld jährlich zur Verfügung hat. Dieses Geld kann er für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder zum Sparen nutzen. Laut der neuesten GfK-Kaufkraftstudie wird sich die Kaufkraft 2021, nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Corona-Jahr 2020, auf 23 637 Euro pro Kopf belaufen.

Während in den vergangenen Wochen vor allem negative Schlagzeilen das Geschäftsleben in Dachau beleuchteten, zum Beispiel die Buchhandlung Wittmann in der Dachauer Altstadt im Mai ihre Türen für immer schließen wird, zeigen die GfK-Zahlen, dass die Dachauer weit überdurchschnittlich viel Geld zum Ausgeben zur Verfügung haben. Damit heben sich Stadt und Landkreis Dachau von vielen Regionen Deutschlands ab. Umso tragischer ist es, dass es anscheinend der Dachauer Geschäftswelt seit Jahren nicht so richtig gelingt, die Dachauerinnen und Dachauer dazu zu bringen, das vorhandene Geld in der eigenen Region auszugeben.

Ein Blick auf die regionale Verteilung der Kaufkraft in Deutschland macht deutlich, wo Menschen mit besonders hohem verfügbarem Nettoeinkommen leben. Wie im Vorjahr liegt Bayern auf Rang eins des Bundeslandrankings: Den Bayern stehen im Schnitt 25 770 Euro und damit 9 Prozent mehr als dem Bundesdurchschnitt zur Verfügung. Ebenfalls eine überdurchschnittliche Kaufkraft weisen die Bundesländer Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen auf den Rängen zwei bis vier auf. Alle anderen Bundesländer schneiden im bundesweiten Vergleich unterdurchschnittlich ab, wobei die neuen Bundesländer die größten Kaufkraftzuwächse verzeichnen.

Wie in den Vorjahren ist der Landkreis Starnberg Spitzenreiter des Kaufkraftrankings. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 33 363 Euro stehen den Starnbergern 41 Prozent mehr als dem Bundesdurchschnitt für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung. Neu auf Rang zwei ist der Landkreis München (32 031 Euro), der den Landkreis Hochtaunuskreis (31 873 Euro) auf den dritten Platz verdrängt. Weitere Änderungen in den Top Ten im Vergleich zum Vorjahr gibt es bei den Rängen sieben bis zehn. So tauschen die Landkreise Fürstenfeldbruck (Platz 7) und Dachau (Platz 8) die Ränge, während der Stadtkreis Erlangen neu in den Top 10 vertreten ist und den Landkreis Böblingen von Rang neun auf zehn verdrängt. Den letzten Platz belegt der Stadtkreis Gelsenkirchen im Ruhrgebiet. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 18 817 Euro liegen die Gelsenkirchener mehr als 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Die GfK-Kaufkraft ist definiert als die Summe aller Nettoeinkünfte der Bevölkerung, bezogen auf den Wohnort. Neben dem Nettoeinkommen aus selbstständiger und nicht selbstständiger Arbeit werden ebenso Kapitaleinkünfte und staatliche Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und Renten zur Kaufkraft hinzugerechnet. Von diesem verfügbaren Einkommen sind allerdings noch nicht die Ausgaben für Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Miete und Nebenkosten wie Gas oder Strom, Bekleidung oder das Sparen abgezogen. Basis der Berechnung sind, neben der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik, einschlägige Statistiken zur Berechnung der staatlichen Leistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute. Für die Berechnung der GfK-Kaufkraft 2021 wurden deren Folgerungen berücksichtigt, die von einer schrittweisen Erholung der Wirtschaft ausgehen. Nichtsdestotrotz werden Beeinträchtigungen durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie erwartet.

BERNHARD HIRSCH

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