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Es hätte so zünftig werden können: Doch auch heuer wird es kein Siedlerfest in Karlsfeld geben. Unser Foto stammt vom Blechblos’n-Auftritt im Jahr 2019.

Schlechte Nachrichten für den Landkreis

Kein Volksfest in Dachau, kein Siedlerfest in Karlsfeld

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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  • Thomas Leichsenring
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Nach der offiziellen Absage des Indersdorfer Volksfests Ende März folgten jetzt die finalen Entscheidungen für das Karlsfelder Siedlerfest und das Dachauer Volksfest. In Dachau plant man zumindest an einer Ersatzveranstaltung – auch wenn klar ist: Aktuell lässt das Infektionsgeschehen keinen „Sommer auf der Thomawiese“ zu.

Dachau/Karlsfeld – Das Karlsfelder Siedlerfest findet auch 2021 nicht statt. Am Mittwochvormittag teilte die Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord mit, dass das Traditionsfest abgesagt wird. „Wir haben sehr lange gehofft, doch das Virus macht uns nun schon zum zweiten Mal einen Strich durch die Rechnung“, schreibt Festreferentin Christa Berger-Stögbauer.

Schon 2020 ließ die Corona-Pandemie eine Ausrichtung nicht zu. Die Siedlergemeinschaft, die das Fest seit 1957 veranstaltet, war in den vergangenen Tagen im regen Austausch mit dem Gesundheitsamt und der Koordinierungsgruppe Pandemie des Landkreises. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung habe sich keiner der Experten vorstellen können, Anfang Juli ein klassisches Volksfest zu veranstalten, teilt Berger-Stögbauer mit.

Die neuerliche Absage sei eine „Tragödie für die Festwirtsfamilie Brandl, die Brauerei, die Schausteller und Marktkaufleute sowie die Zulieferfirmen“, so Berger-Stögbauer weiter. „Wir bedauern die Zwangsabsage zutiefst, finden es aber wichtig, verantwortungsvoll und besonnen mit der aktuellen Situation umzugehen. Wir sind zuversichtlich, das Fest 2022 stattfinden zu lassen.“   

Wenige Stunden nach der Siedlergemeinschaft machte es dann auch der Kulturausschuss des Dachauer Stadtrats offiziell: Ein Volksfest in Dachau wird es erst im August 2022 wieder geben. In diesem Sommer soll es – wie berichtet – nur einen „Sommer auf der Thomawiese“ geben: ein Ersatzprogramm also, das ohne Festzelt- und Partybetrieb auskommt.

Volksfestreferent – oder wie er sich nannte: „Referent ohne Volksfest“ – Robert Gasteiger (Freie Wähler) bedauerte die Absage, begrüßte aber die Entscheidung, wenigstens einen kleinen Ersatz anbieten zu können: „Damit tun wir was Gutes für die Bürger, die warten ja nur darauf, endlich mal wieder in einen Biergarten zu dürfen.“

Katja Graßl (CSU) räumte ein, dass „die aktuellen Zahlen den ,Sommer auf der Thomawiese’ zwar nicht hergeben“, aber man solle den Bürgern doch „zumindest etwas in Aussicht stellen“. Laut Sören Schneider (SPD) regiert in diesen Tagen ohnehin das Prinzip Hoffnung: „Und wir tun gut daran, den Leuten Hoffnung zu machen“!

Jürgen Seidl (FDP) war als Einziger des Gremiums gegen eine Alternativveranstaltung zum Volksfest: Er habe große Bedenken, dass die Hygienevorschriften dabei nicht eingehalten werden könnten. Außerdem störte er sich an der Tatsache, dass – genau wie das reguläre Volksfest – auch die Freiluftvariante „Sommer in der Stadt“ ein Defizit einfahren wird – das Kulturamt geht von 70 000 Euro aus. Abgesehen davon könne es in Zeiten, wo heimischen Sportvereinen die Zuschüsse gekürzt würden, nicht Aufgabe der Stadt sein, Gastronomie- und Schaustellerbetriebe zu stützen. Jürgen Henritzi (AfD) sprach dagegen von einer „moralischen Aufgabe“ der Stadt, den Bürgern mal wieder etwas zu bieten. Luise Krispenz (Grüne) fand ebenfalls: „Probieren wir es einfach!“

OB Florian Hartmann aber warnte: Selbst wenn die Stadträte sich nun an das Projekt „Sommer in der Stadt“ heranwagten, „heißt das nicht, dass es auch stattfindet“. Entscheidend sei am Ende nämlich nicht der Stadtrat, sondern das Infektionsgeschehen.  

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