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Meist unbesetzt: die extra fürs Strom-Tanken reservierten Parkplätze in der Münchner Straße. 

Keine weiteren Strom-Ladesäulen an der Münchner Straße in Dachau

Lichterglanz ohne E-Tankstelle

Jeder zweite bis dritte Baum an der Münchner Straße soll im kommenden Advent beleuchtet werden. Der Strom allerdings wird nicht aus E-Tankstellen kommen. Denn: Die Nachfrage sei während des restlichen Jahres einfach zu gering, so die Stadtwerke.

Von R.-Dietmar Sponder

Dachau – Lange wurde diskutiert über die neue Weihnachtsbeleuchtung in der Münchner Straße in Dachau. Heuer soll es endlich was werden! Dazu hatte das Bündnis für Dachau angeregt, doch die Installation von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zu prüfen und diese für die Weihnachtsbeleuchtung zu verwenden.

Doch davon hält Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) wenig, wie er jetzt in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses sagte: „Wir sollten die Ladeinfrastruktur von der Weihnachtsbeleuchtung entkoppeln. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, überall Ladesäulen zu errichten. Wo brauchen wir die?“ Die Antwort auf diese rhetorische Frage gab er gleich selbst: „Wo die Leute wohnen und wo sie arbeiten sowie an den Autobahnraststätten!“ Würde dieses Thema mit dem der Weihnachtsbeleuchtung gekoppelt, könne es mit dieser wegen vieler ungeklärter Fragen bei der Elektromobilität noch lange dauern.

Stadtrat Dr. Peter Gampenrieder (ÜB) hielt diese Argumentation aber für „zu kurz gesprungen“. Sie erinnere ihn an die Diskussion vor 100 Jahren zum Umfang des Autoverkehrs, als nie mit einer derart rasanten Motorisierung wie nach dem Zweiten Weltkrieg gerechnet wurde. „Wer soll es sonst machen als die Stadtwerke“, fragte Gampenrieder. Wenn die Ladesäulen nicht die Stadtwerke aufstellten, mache das ein anderer Anbieter.

„Wir bearbeiten das Thema“, erwiderte der kaufmännische Werkleiter der Stadtwerke Robert Haimerl. „Wir haben eine Umfrage unter unseren Kunden gemacht.“ Das Ergebnis decke sich mit der Aussage des OB. Im übrigen koste das Aufstellen einer Ladesäule einen schlappen fünfstelligen Betrag. Da mache es keinen Sinn, Ladesäulen aufzustellen, wo sie dann nicht nachgefragt würden. „Die Stadtwerke sind ein Wirtschaftsbetrieb“, betonte Haimerl.

Ähnlicher Meinung war auch Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) und riet ebenfalls, die beiden Themen zu entkoppeln und damit die Weihnachtsbeleuchtung zu beschleunigen. Schon jetzt seien die eigens fürs Strom-Tanken reservierten Parkplätze bei der Sparkasse am Sparkassenplatz und bei der Volksbank-Raiffeisenbank Dachau in der Münchner Straße meist unbesetzt oder von Autos mit Verbrennungsmotoren blockiert. Daraufhin lenkte Michael Eisenmann als Sprecher des Antragstellers Bündnis ein und sprach sich fürs Entkoppeln beider Themen aus. Allerdings sollten sich die Stadtwerke davor hüten, einen Trend zu verschlafen! Vielmehr müsse bei der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge am Bahnhof auch der Busverkehr mitberücksichtigt werden.

Dementsprechend fiel dann das Votum der Ausschussmitglieder einstimmig fürs Entkoppeln und zugunsten einer Weihnachtsbeleuchtung für jeden zweiten bis dritten Baum in der Münchner Straße aus.

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