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Groß ist die Freude über drei neue Ärzte für Kinder und Jugendliche: Dr. Cordula Ambros-Plabst, Franz Obesser, Dr. Andrea Nestler, Markus Trinkl und Annette Eichhorn-Wiegand (v.l.).

Gute Nachricht für Eltern

Drei neue Kinderärzte für den Landkreis

Drei neue Kinderarztpraxen wird es im Landkreis Dachau geben: In Karlsfeld, Indersdorf und Odelzhausen können Kinder und Jugendliche bald behandelt werden.

Dachau – Im Landkreis Dachau wird es voraussichtlich schon ab September dieses Jahres drei neue niedergelassene Kinder- und Jugendärzte geben. Dass davon endlich auch die Gemeinden Markt Indersdorf, Odelzhausen und Karlsfeld profitieren, hat den CSU-Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Pflege und gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion ist, veranlasst, eine Pressekonferenz im Indersdorfer Rathaus einzuberufen.

Wie erfreulich diese Entwicklung vor allem für die Landkreis-Gemeinden ist, haben die Bürgermeister Franz Obesser (Indersdorf), Markus Trinkl (Odelzhausen) und Stefan Kolbe (Karlsfeld) mit ihrer Anwesenheit bei der Vorstellung der Ärztinnen unter Beweis gestellt. Nach Karlsfeld kommt Dr. Andrea Nestler, in Indersdorf wird der von ihr angestellte Arzt Dr. Rüdiger Wiss, der dort kein Unbekannter ist, praktizieren. In Odelzhausen wird Dr. Cordula Ambros-Plabst den von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zugewiesenen Standort erhalten.

Dass nun endlich der ländliche Raum Kinder- und Jugendärzte erhält, freute auch Annette Eichhorn-Wiegand, die geschäftsführende Vorsitzende der Gesundheitsregion plus des Landkreises. „Es ist gut, dass die Kinder- und Jugendärzte nicht alle in Dachau, sondern auch im Landkreis stationiert sind, denn der Bedarf ist hier groß.“ Eichhorn-Wiegand träumt schon von der Eröffnung weiterer Filialpraxen, doch da sei noch ein weiter Weg hin.

Aktuell gibt es laut Seidenath acht Kinder- und Jugendärzte im Landkreis, die 27 152 junge Bürger unter 18 Jahren versorgen sollen. Die meisten dieser Ärzte seien schon deutlich über 50, so dass durchaus Bedarf an Verjüngung da sei. Kritik an der KVB übte Karlsfelds Gemeindechef Stefan Kolbe, der es ein strukturpolitisches Desaster nannte, dass die Gemeinden im Landkreis bisher bei Kinder- und Jugendärzten vernachlässigt wurde.

Sein Bürgermeisterkollege Franz Obesser brachte zum Ausdruck, dass Indersdorf mit dem größten Schulstandort im Herzen des Landkreises dringend einen Kinder-und Jugendarzt benötigt. Der Standort Indersdorf werde zu einer Bereicherung für den gesamten nördlichen Landkreis. Odelzhausens Bürgermeister Markus Trinkl erklärte, dass er als Vater von drei Kindern wohl wisse, was es heißt, 15 bis 20 Kilometer fahren zu müssen, um einen Kinderarzt zu erreichen.

In Odelzhausen werde Dr. Cordula Ambros-Plabst im Ärztehaus im Ortszentrum starten. Noch seien letzte Abstimmungen wegen der Räumlichkeiten notwendig, so dass sich der Praxiseröffnungstermin noch verschieben könne. Ambros-Plabst ist selbst Mutter von zwei Kindern, war zehn Jahre lang in einer Klinik tätig und praktiziert seit zwei Jahren in Kinderarztpraxen. Wichtig sei ihr, Familien gesundheitlich zu begleiten. Andrea Nestler, die künftig in Karlsfeld im Vital-Centner an der Münchner Straße praktizieren wird, lebt seit 2008 in Bayern. Die Mutter von vier Mädchen erklärte, dass eine eigene Praxis schon immer ihr großer Traum war. Prävention sei ihr sehr wichtig. An den beiden Standorten Karlsfeld und Indersdorf soll auch die Jugendmedizin vorangetrieben werden. Die Praxis in Indersdorf wird im Gewerbegebiet (bei der Apotheke) eröffnet.

MdL Seidenath machte kein Hehl daraus, dass auch mit den drei neuen Kinder-und Jugendarzt-Standorten die Notfallversorgung im Landkreis nicht automatisch wieder aufleben werde. „Wenn es nun mehr Ärztinnen und Ärzte sind, ist die Möglichkeit dazu aber größer“, so Seidenath. Wichtig sei es, den neuen Medizinern erst mal den Start in die Praxis zu ermöglichen.

Wie man die Lücken in der psychologischen Betreuung füllen könnte, weiß auch Seidenath nicht. Seit Jahren fehlt ein Kinder-Jugendpsychiater im Landkreis. Ziel sei, eine entsprechende Filiale in Dachau einzurichten. „Aber es gibt schon in der Erwachsenen-Psychatrie große Probleme mit fehlenden Niederlassungen“.

ost

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