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Dachauer Volksfest

In der Märchenwelt: Die Fotos vom Kinderfestzug

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Dachau hat sich wieder in ein Märchenland verwandelt: Hunderte kleine Feen, Prinzessinnen und Ritter sind beim Kinderfestzug durch die Stadt gezogen. Jetzt hoffen alle, dass es nicht der letzte Zug dieser Art war.

Dort, wo normalerweise gebüffelt wird, tummeln sich Prinzessinnen, Ritter und Wikinger: Märchenhafte Gestalten haben die Klassenzimmer der Klosterschule beschlagnahmt. Kostüme müssen angezogen, Haare geflochten und Gesichter geschminkt werden. Schließlich will beim Kinderfestzug jeder besonders fesch sein. „Mir gefallen vor allem die Blumen im Haar“, sagt Anna Pöllath , 9, die sich gerade mit ihrer Schwester Lilly, 10, in eine Bandl-Trägerin verwandelt. Die beiden sind zum ersten Mal dabei. „Wir sind schon ziemlich aufgeregt“, erzählt Lilly.

Genauso geht es Carolina Albrecht, 8, die ein paar Zimmer weiter beim Schminken ist. „Ich freu mich schon, wenn mir meine Oma, mein Papa und mein Onkel zuwinken“, sagt sie. Ihr buntes Kostüm sitzt, auf dem Kopf wackeln zwei gelbe Flügel, im Gesicht glitzert eine flieder- und goldfarbene Bemalung: Carolina ist ein Schmetterling. Ihre kleine Schwester Franziska ist als Fliegenpilz verkleidet und mit drei Jahren eine der jüngsten Teilnehmer. Einen großen roten Hut trägt Franziska, stolz präsentiert sie ihre weiß-roten Punkte im Gesicht. „Ich gehe den ganzen Weg mit“, verspricht sie. Eine beachtliche Leistung – die Strecke ist rund drei Kilometer lang.

Manche der rund 650 Kinder und Jugendlichen dürfen auch auf den aufwendig gestalteten Wagen mitfahren. Hunderte Rosen schmücken zum Beispiel Dornröschens Wagen und vom Refugium der Schneekönigin glitzern die Schneeflöckchen. Rapunzel schaut von ihrem Turm herunter, Cleopatra thront vor Tigern und Pfauen und die Buben und Mädchen bei den „Drachenreitern von Berk“ haben zwei große Drachen dabei.

Sabrina Seidl, 13, und Vivian Weßner, 14, sind besonders stolz darauf: Gemeinsam mit zwei Freundinnen und mit Hilfe ihrer Eltern haben sie den großen Drachen vor zwei Jahren aus Hasendraht, Bauschaum und ganz viel Zeitungspapier gebastelt. Mehrere Monate haben sie daran gearbeitet. „Es ist so schön, wenn die eigenen Vorstellungen Realität werden“, sagt Sabrina Seidl. Beide Mädels sind beim Kinderfestzug dabei, seit sie zwei und drei Jahre alt sind. „Auch in zwei Jahren würden wir wieder mitgehen, das wäre megaschön“, sagt Vivian.

Doch es ist nicht sicher, ob der Festzug überhaupt wieder stattfindet. Heuer hatten die Organisatoren lange Probleme, um genug Helfer zu finden. Seit 31 Jahren organisiert Heidi Fitzthum, 75, den Zug. Viele Stunden Arbeit investiert sie in die Vorbereitungen. Auch am Zugtag ist sie seit sechs Uhr morgens auf den Beinen: Sie packt überall mit an, hat ein Auge für alle Details und kürzt sogar noch schnell das Kostüm eines kleinen Buben. „Ich habe alles immer mit viel Liebe gemacht“, sagt sie. „Die glänzenden Augen der Kinder sind immer wieder schön.“

Sollte es den Zug nicht mehr geben, wäre es für sie eine Katastrophe: „Es wäre wie wenn ich ein Kind beerdigen müsste“, bedauert Fitzthum. Inzwischen ist sie aber wieder optimistisch: Nach ihrem Aufruf, dass dringend Helfer benötigt werden, sind 140 Ehrenamtliche zusammengekommen. „Wenn einige dabei bleiben, dann können wir es wieder machen.“.

Das hoffen auch die Kinder. Stolz winkten sie den vielen Zuschauern zu und lächelten in die Kameras. Die Ritter präsentierten ihre Schwerter und Schilder, Robin Hood und seine Gefolgschaft zeigten ihre Bögen und Wicki und die starken Männer schrien laut ihren Schlachtruf hinaus. Auch Carolina, Franziska, Anna und Lilly haben Spaß beim Festzug. „Es war schon anstrengend“, sagt Carolina danach. Doch alle haben durchgehalten, auch die kleine Franziska. Während die Mädchen ihre Kostüm ausziehen, überlegen sie schon, welche Verkleidung sie in zwei Jahren wählen könnten: Carolina würde gerne bei Arielle mitfahren, Franziska möchte ein Schmetterling werden und Lilly würde gerne als Rapunzel im Turm sitzen

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