Nach Antrag im Kreisausschuss

Es bleibt dabei: kein Kindernotdienst für Dachau

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Seit geraumer Zeit gibt es keinen Kindernotdienst mehr in Dachau. Die Freien Wähler im Landkreis wollten Landrat Löwl zwingen, beim Dachauer Klinikum Druck zu machen.

  • In Dachau gibt es seit geraumer Zeit keinen Kindernotdienst mehr.
  • Die Freien Wähler haben deshalb im Kreisausschuss Druck auf Landrat Stefan Löwl gemacht.
  • Er sollte beim Dachauer Klinikum erreichen, einen Kindernotdienst einzuführen.

Landkreis – Der kinderärztliche Notdienst war Thema im Kreisausschuss. Wie berichtet, gibt es diesbezüglich keine Anlaufstelle mehr im Dachauer Land, nachdem die fünf dafür verantwortlichen Mediziner nach München gewechselt waren.

Die Freien Wähler im Landkreis wollten nun Landrat Stefan Löwl per Antrag dazu zwingen, beim Helios Amper-Klinikum Dachau Druck zu machen. Löwl ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Amper-Kliniken AG und in Sachen kinderärztlicher Notdienst am Dachauer Krankenhaus: willens, aber machtlos.

„Der Wunsch und die Bereitschaft sind da“, erklärte der Landrat, „aber es wird nicht genehmigt.“ Zum einen darf das Klinikum Dachau mangels pädriatischer Abteilung Kinder nicht einmal ambulant versorgen. Zum zweiten würden sogar in München Kinderstationen aus Personalmangel geschlossen, so Löwl, der drittens nach Erding blickte. Der Kreistag dort versucht am örtlichen Klinikum eine pädiatrische Abteilung zu etablieren und „scheitert krachend an der Personalgewinnung“, sagte Löwl und fasste abschließend in Sachen kinderärztlicher Notdienst zusammen: „Forderungen zu stellen, ist unmöglich“.

Löwls Einschätzung wird durch eine E-Mail von Gerd Koslowski untermauert. Der Amper-Klinik-Geschäfstführer Gerd Koslowski schreibt darin: „Der Versorgungsauftrag der Amper-Kliniken AG beinhaltet nicht die kinderärztliche Versorgung und damit auch nicht die gewerberechtliche Genehmigung, in diesem Bereich tätig zu werden“.

CSU-Fraktionschef Wolfgang Offenbeck übte Kritik an Antrag der Freien Wähler: „Der Antrag erweckt den Eindruck, als könnte der Landrat, wenn er nur wollte. Aber dem ist nicht so.“ Der Ball, so Offenbeck, liege eindeutig im Feld der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB). Diese entscheide über die Einrichtung eines Notdienstes.

Wie wichtig ein kinderärztlicher Notdienst im Dachauer Land wäre, schilderte Offenbecks Fraktionskollegin Stephanie Burgmaier anhand des Falls einer Freundin von ihr, die in Vierkirchen lebe. Das Kind der Freundin sei vor kurzem von einer Mittelohrentzündung geplagt worden. Anlaufstelle im Landkreis: Fehlanzeige. „Sie hätte in den Elisenhof fahren müssen“, so Burgmaier. Doch die Freundin habe ihrem Kind die Fahrt nach München ersparen wollen, sei deshalb zu Hause geblieben und habe den Schützling selbst versorgt. „Ich hoffe wenigstens“, so Burgmeier weiter, „dass die drei neuen Kinderärzte in den Landkreis kommen.“

Zur Erinnerung: Laut Änderung der bundesweiten Bedarfsplanung springen für den Landreis Dachau drei weitere Kinderarzt-Sitze heraus. Die Frage ist nun: An welchem Ort können sich diese niederlassen? Das entscheidet der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in Berlin. Im G-BA würden Vertreter der Krankenkassen, aus der Politik sowie Ärzte sitzen, jedoch niemand von den Kommunen, ließ Landrat Löwl wissen. Abschließen lässt sich also auch in Sachen neue Kinderärzte zusammenfassen: Forderungen zu stellen ist auch hier unmöglich. 

zim

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