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Dieser Lindwurm des Klagenfurter Künstlers Marco Tomasi mit einer Länge von 1,50 Meter wird Freitag Mittag in Dachau aufgestellt.

Klagenfurt macht Dachau ein besonderes Geschenk

Ein Lindwurm für Dachau

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Was lange währt, wird endlich gut: Dachau bekommt zum Partnerschaftsjubiläum von Klagenfurt einen Lindwurm.

Dachau – Im Sommer 2014 war die Winzergenossenschaft Klagenfurt in Dachau. Den Österreichern gefiel es in der Großen Kreisstadt, allerdings gab es einen Makel: „Ihr habt’s noch keinen Lindwurm!“

Tatsächlich gibt es in Dachau zwar einen Klagenfurter Platz, aber einen Lindwurm – das Wahrzeichen und Wappentier der Kärntner Hauptstadt – gibt es nicht. Oberbürgermeister Florian Hartmann war daher direkt Feuer und Flamme: „Das stimmt! Ich hätte gern einen Lindwurm!“ Kein Problem, antworteten die Klagenfurter sinngemäß: Man habe eh noch einen Lindwurm auf Lager, den könne man den Dachauern problemlos schenken.

Dass sich das im Jahr 2014 versprochene Geschenk nun doch noch ein wenig verzögerte, liegt laut Hartmann daran, dass die Klagenfurter angesichts ihrer 500-Jahr-Feier im vergangenen Jahr alle Lindwürmer selber brauchten – und den Dachauern daher einen neuen, beim Künstler Marco Tomasi in Auftrag gegebenen Lindwurm schenken wollen.

Die Übergabe dieser besonderen Skulptur wird nun an diesem Wochenende erfolgen. Von 5. bis 7. April feiern Dachau und Klagenfurt nämlich das 45-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Der Wurm kommt in Begleitung von Klagenfurts Bürgermeisterin Dr. Maria Mathiaschitz sowie von Vertretern aus Politik, Verwaltung und Kultur. Am Samstag, 6. April, um 12 Uhr wird Tomasis Skulptur am – wo sonst? – Klagenfurter Platz in Dachau-Süd eingeweiht. Am Abend dann, ab 19.30 Uhr, wird es im Schloss ein festliches Frühlingskonzert, gestaltet von der Stadtkapelle Dachau und der Bundesbahner Stadtkapelle Klagenfurt, geben.

Der OB freut sich auf den Besuch und die Feierlichkeiten. Die Partnerschaft mit Klagenfurt, übrigens Dachaus erste Städtepartnerschaft, habe sich in den vergangenen Jahrzehnten hervorragend entwickelt. Es gebe viele Austauschprojekte zwischen Vereinen, etwa von den Udldinger Frohsinn-Schützen, dem Briefmarkenverein oder dem Zitherklub. Auch die Sportvereine pflegten regen Austausch, und die Stadtverwaltungen seien miteinander zum Skifahren gegangen. Hartmanns Fazit also ist klar: „Das läuft ziemlich gut!“ Im Juli soll der Gegenbesuch der Dachauer Delegation in Klagenfurt stattfinden.

Künstler Marco Tomasi macht den Dachauern währenddessen seinen Lindwurm schon mal schmackhaft: Die Bürger dürften „sich freuen“! Denn in einmonatiger Arbeit habe er nach dem Vorbild des 7,50 Meter langen Lindwurmbrunnens am Klagenfurter Neuen Platz eine 1,50 Meter lange Kopie aus Kunststein geschaffen. Die Figur seiner Skulptur, führt der in seiner Heimatstadt bekannte Bildhauer und Restaurator aus, sei „von fossilen Abdrücken des Plesiosaurus inspiriert, der Kopf frei dem Schädelknochen eines Wollnashorns“ nachempfunden.

So beeindruckend das klingen mag, hat das sagenhafte Tier jedoch eine große Schwachstelle: den Schwanz. Dem Klagenfurter Lindwurm sei der schon zweimal abgebrochen worden, einmal bei der Belagerung durch die Franzosen im Jahr 1797, ein anderes Mal im Jahr 1945 während der Besatzung durch die Briten. Heutzutage, betont Tomasi scherzhaft, dürften jedoch eher einheimische Vandalen als ausländische Besatzer seinem Lindwurm gefährlich werden...

Für das Frühlingskonzert gibt es im Vorverkauf bei der Dachauer Rundschau, unter kartenvorverkauf@stadtkapelle-dachau.de sowie an der Abendkasse.

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